English Version | Intranet | Schnellzugriff

Hildesheim als Fallstudie: 30 Experten tagten zu Farbe und Stadt

Der 2. HAWK Design Zoom zeigt Möglichkeiten, ein Stadtimage positiv aufzuladen
Design Zoom

Design Zoom

30 Experten kamen nach Hildesheim als die HAWK Hochschule für Wissenschaft und Kunst zum "Design Zoom" rief. Das diesjährige Thema des interdisziplinären Austauschforums war Farbe in der Stadt. Und um Farbe ging es dann auch von der Michaeliskirche bis zu moderierten Stadtrundgängen und -fahrten. Das Ergebnis: Farbgestaltung bietet neue Möglichkeiten, ein Stadtimage positiv aufzuladen.

 

Das interaktive Forum startete mitten im Hildesheimer Geschehen im Bauprojekt Michaeliskirche. Prof. Dr. Gerdum Enders, eröffnete den Perspektivenwechsel mit der These: "Städte sind ein Zeichensystem". Diesen Gedanken griff der Hildesheimer Stadtplaner Dipl.-Ing. Thorsten Warncke auf und zeigte live im Stadtraum, wie die Achse des Weltkulturerbes durch Farbgestaltung verbunden werden wird. Dipl.-Ing. Stefan Fölsch nahm einen Perspektivenwechsel aus der Sicht des Stadtmarketings vor. Sein Beispiel zeigte, wie der Bremer Stadteil "OTE" Osterholz Tenever, ein Quartier mit 60 Prozent Leerstand, durch "Citi Color Coding" zur Vollvermietung gebracht wurde.

 

Der Design Zoom führte die Experten, geleitet von Prof. Dr. Christoph Gerlach, durch die Entstehungsgeschichte urbaner Räume und ihrer Farbwelten. Danach stand im Panoramahochhaus der Blick von oben an. Dipl.-Ing. Sabine Guttmann zeigte, wie in Sachsenhausen Farbmasterplanung die ehemalige Alliierten-"Party-Location" wieder zum stimmigen innerstädtischen Raum recodiert wurde. Der Kochclub Panorama Lounge zeigte den angereisten Experten hoch über den Dächern seinen kulinarischen „Code“ aus Hildesheim.

 

30 Experten und  ein Bus des Regionalverkehrs Hildesheim: Die Suche nach Farbe im innerstädtischen Raum führte quer durch die Stadt - Prof. Gerlach als kompetenter Kulturkenner moderierte das Design Zoom Prinzip: "Perspektiven wechseln - Zusammenhänge erkennen" live. Inspirierend, fundiert, kenntnisreich - er erntete reichlich Beifall für seine Hildesheim-"Insights die unter anderem erklärten wie aus Hildesia, dem Nürnberg des Nordens, das heutige Hildesheim wurde. Die Tour durch die gestaltete Stadt endete an der HAWK im Goschentor. Dort fand der finale Austausch des Design Zoom City Color Coding im Senatssaal statt. Die Frage ging nun in Richtung Zukunft.

 

Dipl.-Ing. Hannes Bäuerle als architektonischer Zukunftsmaterialforscher belegte, wie Farbe und Oberfläche heute zu neuen Möglichkeiten der Corporate Identity-Architektur führen. Die „Stadt als Zeichensystem - Stadtplanung durch Partizipationsdesign“ war der nächste Perspektivenwechsel von Prof. Dr. Olaf Burow. Er zeigte, welche modernen Großgruppenverfahren heute in der Stadtplanung eingesetzt werden, um den "Stuttgart 21-Effekt" zu verhindern.


Prof. Dr. Axel Büther erläuterte anschließend wahrnehmungspychologische Aspekte von Farbwelten im städtischen Raum. Als Beispiel zeigte er, wie Blinde nach einer Augenoperation nun Stadt als Farbraum neu wahrnehmen lernten.

 

Der Hildesheimer Farbspezialist Prof. Markus Schlegel führte mit der Designwissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Foraita, beide von der HAWK-Fakultät Gestaltung, die Ergebnisse zusammen. Farbmasterplanung ist ein vernetztes Vorgehen, Farbprofile, Raumstruktur und Baustruktur müssen koordiniert werden. Hier helfen Farbmasterpläne als Zielvereinbarung zur Gestaltung. Ein riesiger drei Meter langer Masterplan bildete den Abschluss der Veranstaltung. Jeder der Experten zeigte noch mal, wo er im Prozess verankert ist.

 

Unser Fazit: Design Zoom - das Austauschformat der HAWK funktioniert bestens, neben viel Know-how nahmen die Angereisten auch Wissenswertes über Hildesheim und viele emotionale Momente mit.


 

Die Ergebnisse des HAWK Design Zooms werden auch dieses Mal wieder in einer Veröffentlichung fixiert: Gemeinsam mit der Stiftung „Lebendige Stadt“ wird eine Publikation in der Auflage von 3.000 Stück für die Fachwelt erarbeitet. Das Layout entsteht natürlich auch an der HAWK - in der Fakultät Gestaltung.

Zurück zur vorigen Seite