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"Beton rockt"

Studierende der HAWK-Fakultäten Bauwesen und Gestaltung nehmen an der 13. Betonkanu-Regatta in Magdeburg teil
Betonkanuregatta

Betonkanu

Hildesheim. Die Sonne schaut durch die Wolken, eine leichte Brise weht am Hohnsensee. Optimale Bedingungen für eine Jungfernfahrt. Auf den ersten Blick sehen die Kanus ganz normal aus – doch bei genauem Hinschauen wird klar: Sie sind aus Beton. Heute sollen sie erstmals getestet werden, damit alles stimmt für die Teilnahme an der 13. Betonkanu-Regatta am 24. und 25. Juni auf dem Salbker See II in Magdeburg. Mehr als vierzig Studierende der HAWK-Fakultäten Bauwesen und Gestaltung haben die Betonkanus konstruiert. Mindestens 180 Arbeitsstunden haben sie jeweils investiert.

 

Die Spannung steigt. Wird das Kanu schwimmen? Die beiden Studenten der Fakultät Bauwesen, Christoph Möller und Gerrit Reinhardt, sind es, die sich sofort die Paddel greifen. Und siehe da – es bleibt oben. „Ein wenig wackelig ist es schon“, erklären die beiden, als sie nach einer großen Runde wieder sicher ans Ufer kommen. Iris Zeck und Dorothea Kumor gehen ihre Testfahrt noch etwas vorsichtiger an. „Ohne Schwimmwesten gehen wir da nicht rein“, erklären die beiden Architektur-Studentinnen im 4. Semester. Doch kaum sind sie im Wasser, beginnt der Spaß.

 

Projektbetreuerin Prof. Dr. Gabriele Masuch von der HAWK-Fakultät Bauwesen kennt diese anfänglichen Berührungsängste aus Erfahrung. Seit 16 Jahren nimmt sie an der skurrilen Regatta teil, die alle zwei Jahre an wechselnden Seen stattfindet. Was sie daran fasziniert? „Ganz einfach: dass Beton schwimmen kann“, lacht Masuch. Wie das möglich ist, erklärt Holzingenieurwesen-Student Stefan Reinkober: „Was wir hier sehen, ist das archimedische Prinzip. Das Kanu verdrängt das Wasser, und dadurch bekommt es Auftrieb. Das funktioniert aber nur, wenn das Kanu absolut wasserdicht ist.“

 

Bis es so weit ist, muss einige Arbeit geleistet werden. Zuerst wird eine Schalung aus Holz für die Form des Kanus gebaut. Die hohe Kunst ist dann die richtige Betonmischung. Der Weg dahin ist echte Forschung. „Jede Gruppe fängt bei Null an“, erklärt Masuch. Das Seminar ist interdisziplinär angelegt und steht allen Studierenden ab dem 2. Semester offen. „Da kann es schon echt schwierig werden, die jeweiligen Gruppen zu koordinieren,“ erklärt Christoph Möller und fügt hinzu: „Trotz anfänglicher Schwierigkeiten sind wir zu einem echten Team zusammen gewachsen, in dem sich viele neue Freundschaften gebildet haben.“ 

 

Preise gibt es bei der Betonkanu-Regatta für sportliche Höchstleistungen in Sachen Geschwindigkeit, aber auch für die kreative Gestaltung der Boote. Weitere Auszeichnungen gibt es sowohl für das leichteste, aber auch das schwerste Boot. Es ist die offene Klasse, in der es gilt, möglichst viel Material auf der Wasseroberfläche zu halten. Doch dafür hat das Team eine Konstruktion entwickelt, die sich hinter einem Mantel aus Schweigen verbirgt. „Wir sagen nur, dass wir das Schiff auf den Namen „Rockröhre“ taufen. Der Name wird Programm sein. Wir zeigen, wie Beton rockt“, lachen die Studierenden.

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