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Um andere Menschen besser zu verstehen

HAWK-Seminar "Qualitative Sozialforschung" untersucht Lernverhalten im Stadtteilprojekt "Kinder-Revue-Theater"
Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit

Wie lautet die richtige Fragestellung? Welche Methode eignet sich, um die Daten überhaupt zu erfahren? Wie werden Daten überhaupt ermittelt und wie ausgewertet? Das sind nur einige der Fragen, auf die das Seminar „Qualitative Sozialforschung“  Antworten gibt. Am Beispiel des Stadtteilprojekts „Kinder-Revue-Theater“ haben rund 30 Studierende der HAWK-Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit als praktische Übung erforscht, was soziale Arbeit bei verschiedenen Menschen bewirkt.

 

Der Bericht von HAWK-Radio bei Radio Tonkuhle

 

Genügend unterschiedliche Menschen sind bei dem Projekt im Rahmen des Hildesheimer Themenjahres „leben lernen lernen leben“ auf jeden Fall vorhanden: Mit von der Partie sind Drispenstedter Kindertagesstätten und Grundschulen, das Kinder- und Jugendhaus Drispenstedt, der Stadtteiltreff, der Familientreff der Initiative Zack, der Chor „Notenträumer“ von der Lebenshilfe und das Stadtteilmanagement.

 

„Es ist wichtig für die angehenden Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, die Menschen genau zu verstehen, mit denen sie in ihrem Beruf in Verbindung sind“, erklärt Seminarleiterin und HAWK-Mentoring-Referentin Martina Oster und fügt hinzu: „Es bringt die Studierenden viel weiter, möglichst frühzeitig selber Forschung zu betreiben, als sich nur theoretisch mit den Methoden auseinander zu setzen.“

 

Und damit alle etwas von den Forschungsergebnissen haben, stellen die Studierenden jetzt ihre Ergebnisse in der Ganztagsschule Drispenstedt aus. Vorab wurden Gruppen gebildet, die sich verschiedenen Schwerpunkten gewidmet haben. Sabrina Tribohn und Nina Schwarz, beide im 3. Semester des Studiengangs Soziale Arbeit, haben untersucht, ob es Berührungsängste zwischen den verschiedenen Teilnehmern gibt. Denn bei „Theater-Musik-Revue“ sorgt unter anderem der Chor „Notenträumer“ für die Musik – und der besteht ausschließlich aus Menschen mit Behinderung. Das Ergebnis ihrer Befragung hat sie beide selber überrascht: „Wir haben per Fragenkatalog ermittelt, dass Erwachsene mehr Berührungsängste haben als Kinder. Die Kinder sind nicht so scheu, sie sind offener.“

 

Die beiden Studentinnen Nora Wallek und Christine Jüngling, ebenfalls 3. Semester Soziale Arbeit, haben die Sprachentwicklung und das Lernverhalten untereinander erforscht. Der Familientreff Drispenstedt hat sich angeboten, weil dort Eltern und Kinder zusammen spielen, basteln und experimentieren. „Sie unterhalten sich dabei sowohl auf russisch wie auch auf deutsch. Das ist ein richtiger „Sprachen-Misch-Masch“, und da haben wir geschaut, wie das funktioniert. Wir wollten genau wissen, in welcher Sprache sich die jeweiligen Personen zu hause fühlen. Wir haben ebenfalls anhand gezielter Fragen untersucht, in welcher Sprache die Kinder antworten, wenn die Anleiterin etwas auf Russisch fragt.“

 

Die beiden wollten herausfinden, welche Bedeutung die russische Sprache für die Identität der Kinder hat und in welchem kulturellen Kontext sie steht. Sie fanden heraus, dass vor allem die Eltern sehr viel deutsch von ihren Kindern lernen. Umgekehrt bringen die Eltern den Kindern russisch bei. „Dabei haben wir beobachtet, wie sich auch die Kulturen vermischen. Denn die Eltern schwören auf die russische Kultur, die Kinder wiederum fühlen sich verstärkt der deutschen näher. Alle nehmen hier von allen etwas auf“, erklären die beiden.

 

Die Studierenden haben zum Abschluss sämtliche Ergebnisse auf großen Plakaten präsentiert, die in der Schule aufgehängt werden. Die große Schwierigkeit bestand darin, dass alle Inhalte sowohl für Kinder und Jugendliche wie auch für Erwachsene gleichermaßen verständlich sind. Darum haben die Studierenden hauptsächlich mit Bildern gearbeitet.

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