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Wie kommt das Wasser in die Stadt?

Internationaler Architekturworkshop mit Studierenden der Fakultät Bauwesen präsentiert Planungsvisionen für die Allerinsel in Celle

Breukelman

Breukelman

Bauen am Wasser - unter diesem Leitthema hat jetzt in der Fachwerkstadt Celle ein Architekturworkshop unter Beteiligung von Studierenden der HAWK stattgefunden. Einen internationalen Workshop hatte es in den Räumen der HAWK im historischen  Zentrum der Stadt schon des Öfteren gegeben, doch dieses Mal geriet er noch internationaler als sonst. Neben der Fakultät Bauwesen der HAWK und der Hogeschool Utrecht (HU)aus den Niederlanden beteiligten sich nämlich erstmals auch Studierende der Coventry University (CU) aus England an der Veranstaltung.


Eine Woche lang hatten die Studierenden über die mögliche Revitalisierung der Allerinsel, einer Brachfläche im Herzen der Stadt, nachgedacht, sich mit der Baugeschichte Celles und der Hochwasserproblematik entlang der Aller auseinandergesetzt, die Bestandsbauten analysiert und die örtlichen Verhältnisse studiert. So lernten die ausländischen Studierenden unter anderem die Bedeutung des deutschen Schützenwesens kenn, denn, so war zu vernehmen, der örtliche Schützenverein, der auf dem Grundstück seine Anlagen unterhält und das jährliche Schützenfest ausrichtet, spielt in der Stadtpolitik eine gewichtige Rolle.


Überhaupt bestand ein besonderer Reiz des Seminars in der Erkenntnis, dass die unterschiedlichen Länder und Hochschulen durchaus spezifische Herangehensweisen und Planungsgewohnheiten besitzen, die sich vor dem Hintergrund einer konkreten Planungsaufgabe aber wunderbar ergänzen und befruchten können.

Matthew Kinross und seine Kollegin Sabine Coady-Schäbitz, Dozenten an der Coventry University hoffen daher, dass ihre Studierenden in Zukunft häufiger an derartigen Workshops teilnehmen können, um sie mit unterschiedlichen Konzepten und Arbeitsweisen vertraut machen zu können. „Der Workshop hat uns gezeigt, dass bei aller Unterschiedlichkeit gemeinsam getragene Problemlösungen und hervorragende Resultate möglich sind“, so Kinross. Betreut wurden die Studierenden von Seiten der HAWK durch die Dozenten Prof. Dr. Alfred Breukelman, Prof. Dietmar Lügger, Verwaltungsprofessor Michael Wagner sowie Matti Schmalohr, Lehrbeauftragter der Fakultät. Prof. Dr. Axel Stödter und Prof. Martin Thumm ergänzten zeitweise das Team mit fachlicher Beratung. Neben den beteiligten Hochschulen unterstütze auch die Stadt Celle um Stadtbaurat Dr. Matthias Hardinghaus die Veranstaltung.


Die Ergebnisse des Workshops konnten sich sehen lassen: ein ganzes Spektrum an unterschiedlichen Bebauungsvorschlägen und Planungskonzepten - von eher konventionellen Lösungen bis futuristisch anmutenden Entwürfen - belegte den Ideenreichtum der Studierenden. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Aller, ein vorhandener, zurzeit eher unscheinbarer Hafen und ein Überschwemmungsgebiet in die städtebauliche und architektonische Planung einbezogen und in der Stadt wieder wahrnehmbar und erlebbar gemacht werden können.


Beriwan Joussef von der HAWK, Sjors Verberg von der Hogeschool Utrecht (HU) und Mark Percy von der Coventry University (CU) haben dazu eine klare Vorstellung. Sie planten eine Wasserstadt und erweiterten den vorhandenen Hafen zu einem besonderen Erlebnisort.

„Stiltcity“ nannten Kerstin Spalek, Kira Sophie Kausche (beide HAWK) und Thijs Frijters (HU) ihr Projekt. Erschließungsstege durchziehen ein Wohngebiet und die Häuser stehen auf Stützen.

Wie sich der niederländische Einfluss bemerkbar macht, zeigt das Projekt von Lisanne Colijn (HU), Florian Kellner (HAWK) und Koen van Hoof (HU). Unter dem Motto „Experience the Island“ verlegten sie kurzerhand den vorhandenen Hafen und durchzogen die Insel mit Kanälen und Grachten, die das Wasser an jeder Stelle nutzbar und  erlebbar machen.


Gelegenheit zum Austausch und Miteinander gab es für die Studierenden und Dozenten bei aller Inanspruchnahme durch die Planungsaufgabe auch: sei es bei einer Schifffahrt über die Aller oder einer Exkursion nach Wolfsburg. Am Ende der Woche war trotz der anzumerkenden Ermüdung die Freude über die gemeinsame Zeit groß. „Mit Coventry, Hildesheim und Utrecht haben sich die richtigen Partner gefunden“, so Jeroen Mens, Dozent der Hogeschool in Utrecht. „Im nächsten Jahr hoffen wir auf eine Fortsetzung in den Niederlanden“, ergänzt sein Kollege Robert van Ingen. Auch dort könnte das Bauen am Wasser dann wieder eine Rolle spielen.

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