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"Bleckede liegt an der Elbe"

Studierende der Fakultät Bauwesen entwickeln harte und weiche Konzepte für einen Stadtentwicklungsplan
Stoedter

Stoedter

Ferdi Süre ist tatsächlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Bleckede angereist. Er war einer von 26 Studierenden der HAWK, die an dem Workshop „Bauingenieurwesen-Infrastruktur“ teilgenommen haben, den die Professoren Hans-Jürgen Collin und Axel Stödter und die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Heike Giesen, Anja Markwart und Sonja Wethkamp ausgerichtet haben. Der Student wollte wissen, wie lange es dauert, bis er aus Hildesheim nach Bleckede bei Lüneburg gelangt, um diese Information in die studentische Arbeit einzubringen.

Eine Woche waren die Studierenden der HAWK in Bleckede zu Gast und wurden von der Stadt mit Unterlagen und Informationen versorgt. Der Workshop hatte zum Ziel, die Verkehrssituation Bleckedes zu analysieren und Verbesserungsvorschläge zu entwerfen. Der zentrale Begriff heißt dabei „Mobilitätsmanagement“ und steht für die Umsetzung integraler Maßnahmen für bessere Verkehrsabläufe, Anbindung an Ballungszentren bis hin zu der Entwicklung eines Tourismuskonzeptes.

Die Studierenden führten in Gruppen kompakte Verkehrszählungen und Befragungen durch, analysierten die Pläne für Knotenpunkte. Sie kümmerten sich um den Verlauf des Elbe-Radweges und darum, ob die Hauptgeschäftsstraße denn autofrei werden sollte. Darüber hinaus entwickelten sie „weiche“ Maßnahmen, die nicht viel Geld kosten sollten. Dazu gehörte eine Verbesserung der Beschilderung am Ortsrand und der Fahrradwege, die Anregung einer koordinierten Zusammenarbeit einzeln schon sehr agiler Interessensgruppen. Die Studierenden zeigten zudem auf, dass die Lage an der Elbe gerade in Zeiten des Internets noch stärker betont werden sollte – warum nicht als Namensergänzung zu „Bleckede an der Elbe“?

In den ersten beiden Tagen rundete eine Vortragsveranstaltung mit dem Schwerpunkt Wasserbau die Aufgabenstellung dieses interdisziplinären Workshops der Vertiefungsrichtung „Infrastruktur“ ab. Hier lernten die Studierenden die Geschichte der Elbregulierung kennen, nirgends hat man an deutschen Flüssen so früh Durchstiche für die Schiffbarmachung vorgenommen. Berichte über den aktuellen Ausbau standen allerdings im Vordergrund, macht er doch auch die Interessenskonflikte der Anwohner und der Naturschützer deutlich, die die Region an der Elbe zum Biosphärenreservat Elbtalaue machen wollen.

Ferdi Süre kennt jetzt Bleckede mit all seinen Facetten und schätzt es als „grünes Elbstädtchen“ sehr, doch die Anreise – ohne ICE-Nutzung für ihn mit dem Semesterticket kostenlos – dauerte vier lange Stunden. Dies ist auch ein Punkt, den es zu verbessern gilt.

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