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Über diesem Bassin in der Hildesheimer Andreaspassage werden die Papierbrücken getestet

Es wird spannend am heutigen Donnerstag, 10. November, 16 Uhr, wenn die Brücken live gebaut werden

HAWK TV hat bei den Brückenbauern der Fakultät Bauwesen vorbei geschaut

Papierbruecken

Wir verraten ganz sicher keine Details, nur so viel: Bei ersten Tests an der Fakultät Bauwesen im Hohnsen 2 haben die Papierbrücken der HAWK-Studierenden überraschend lange gehalten. Es wird spannend am Donnerstag, 10. November, ab 16 Uhr, wenn die Brücken live in der Hildesheimer Andreaspassage gebaut und getestet werden.

 

Die Aktion ist quasi ein Geburtstagswettbewerb des Kehrwieder am Sonntag zu seinem 35. Mit dabei sind Erstsemester und höhere Semester aus den drei Studiengängen Architektur, Bauingenieurwesen und Holzingenieurwesen. In der Jubiläumsausgabe des Kehrwieder kündigt Chefredaktuer Jan Fuhrhop das Event schon an:

 

Hüte aus Zeitungspapier kann wohl so ziemlich jeder basteln. Schiffchen auch noch. Aber Brücken, die dann auch noch so stabil sind, dass sie Personen tragen... das ist schon eine weitaus größere Herausforderung. Eine, der sich nun neun Studententeams der Fachhochschule HAWK beim großen Wettbewerb „Die KEHRWIEDER-Brücke“ stellen. Die Gruppen sind seit wenigen Tagen in der Probephase, in der sie die belastbarsten Konstruktionen entwickeln – alle natürlich ausschließlich hergestellt aus Originalausgaben des KEHRWIEDER am Sonntag.
Am 10. November treten die angehenden Architekten und Bauingenieure dann ab 16 Uhr in der Andreaspassage gegeneinander an. 1,50 Meter Spannweite müssen die Brücken jeweils haben – und um den Nervenkitzel und den Spaßfaktor für die Zuschauer beim Live-Belastungstest zu erhöhen, müssen die papiernen Bauwerke über einem 4.000 Liter fassenden Wasserbecken überschritten werden. Dass die HAWK und ihre Studenten Lust an ausgefallenen Wettbewerben haben, die Wissen, Kreativität und Können mit jeder Menge Spaß verbinden, beweisen sie regelmäßig beim Akkuschrauberrennen. Die Herausforderung des KEHRWIEDER, anlässlich seines 35. Geburtstags beim Brückenbau-Contest anzutreten, nahmen die Architekten und HAWK-Dozenten Thomas Kauertz und Anja Markwart von der Fakultät Bauwesen schnell an. Und nach ersten Testbauten mit Studentinnen und Studenten aus höheren Semestern war ihnen klar: Das kann wirklich klappen – wird das Zeitungspapier in der richtigen Weise verarbeitet, kann solch eine Brücke wirklich Menschen tragen. Bis zu welchem Maximalgewicht, das wird sich am Donnerstag, 10. November, in der Andreaspassage zeigen.
 
 
 
 
Die HAWK-Dozenten Thomas Kauertz und Anja Markwart betreuen die neun Studenten-Teams, die beim Papierbrücken-Wettbewerb mitmachen. KEHRWIEDER-Redaktionsleiter Jan Fuhrhop hat mit dem Diplom-Architekten und der Diplom-Ingenieurin über die Idee gesprochen.

 


KEHRWIEDER: Herr Kauertz, Sie haben sehr schnell zugesagt, bei dem Wettbewerb mitzumachen. Wussten Sie zu diesem Zeitpunkt schon, ob es überhaupt möglich ist, eine 1,50 Meter lange Brücke aus Zeitungspapier zu bauen, auf denen Menschen ein Wasserbecken überqueren können?


Thomas Kauertz: Ich muss zugeben: Weder hatte ich je selbst eine tragfähige Brücke aus Papier gebaut noch wusste ich, ob und wie es klappen würde.

 


KEHRWIEDER: Und jetzt sind Sie sich sicher?


Thomas Kauertz: Ich habe im Internet recherchiert und Videos von Projekten gefunden, die zeigen, dass es funktionieren kann. Diese Brücken hatten zwar nicht eine so große Spannweite, wie wir sie planen, aber sie haben hohe Gewichte getragen. Außerdem haben HAWK-Studenten aus höheren Semestern bei einem Probelauf eine Konstruktion entwickelt, die einen Erwachsenen ausgehalten hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir am 10. November einen spannenden Wettbewerb erleben werden. Es gibt unter anderem Hängebrücken, unterspannte Brücken, Fachwerkbrücken und Rahmenbrücken – erwarten Sie viele verschiedene Konstruktionen oder dass sich eine Brückenart bei den Teams als die geeignetste durchsetzt?


Anja Markwart: Den Studenten wurde in einem Vortrag bei der Auftaktveranstaltung gezeigt, welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, Brücken zu konstruieren. Wir hoffen, dass die Teams das als Anreiz nehmen, um kreativ zu werden und nicht nur drei dicke Röhren bauen. Um die Kreativität zu fördern, hat die HAWK neben dem Hauptpreis für die stabilste Brücke noch den Innovationspreis ausgelobt. Was steckt dahinter?
Thomas Kauertz: Dieser Preis soll an die pfiffigste und ästhetischste Lösung gehen, und das wird vermutlich nicht gleichzeitig die stabilste Brücke sein. Die Golden Gate Bridge, das wär‘ was! Also, wenn es jemand schafft, solch eine Hängebrücke zu bauen, der hätte einen Innovationspreis verdient. Aber ich will der Jury natürlich nicht vorgreifen...

 


KEHRWIEDER: Die Studententeams sind gemischt aus Erstsemestern und älteren Kommilitonen. Ist fortgeschrittenes Fachwissen nötig oder könnten Erstsemester das auch alleine schaffen?


Anja Markwart: Fachwissen hift natürlich, aber ich glaube, auch Anfänger können ohne theoretischen Hintergrund Beachtliches zu Stande bringen.


Thomas Kauertz: Es geht ja nicht darum, die perfekte Brückenkonstruktion zu berechnen. Es geht ums Gefühl. Und ein Gefühl für Bauwerke, für Druck- und Zugkräfte kann man auch entwickeln, ohne bereits in Statikvorlesungen gesessen zu haben.

 


KEHRWIEDER: Studenten bauen Papierbrücken, einer geht rüber und fällt irgendwann ins Wasser. Klingt nach einer Menge Spaß – Ihnen geht es aber auch um mehr, oder?


Anja Markwart: Die Teilnehmer können das Grundprinzip einer Brücke erlernen – durch Ausprobieren. Das ist auch für das weitere Studium wichtig, dass sich die jungen Leute trauen, Dinge einfach mal anzupacken, um sie hinterher genau zu verstehen.


Thomas Kauertz: Ich bin mir sicher, dass die Studenten mit dem Wissen, das sie beim Brückenbau-Wettbewerb sammeln, andere Bauwerke besser verstehen. Nehmen Sie ein einfaches Haus. Im Prinzip steckt in jedem Haus auch eine Brücke, wenn Sie eine Decke haben, die auf zwei Wänden aufliegt. Ich bin fest davon überzeugt, dass praktische Projekte wie dieser Wettbewerb viel zum Verständnis für Architektur und das Bauwesen beitragen.


Anja Markwart: Gerade für die Erstsemester ist das Studium erst einmal sehr hart, wenn Grundlagenfächer wie Bauchemie und Statik anstehen. Das kann sehr zäh sein und mancher verliert vielleicht sein Ziel ein bisschen aus den Augen. Mit einer Veranstaltung wie dem Brückenbau-Wettbewerb kann man dazu beitragen, dass wieder klar wird, warum man das Fach einmal gewählt hat.

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