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Menschenhandel und Zwangsprostitution - doch nicht bei uns ...

Internationale Konferenz vom 19. bis 21. April an der HAWK in Hildesheim / Öffentlicher Vortrag des ZIF

Das Thema wird im April im Rahmen von internationalen Konferenzen weltweit diskutiert, denn es lauert lokal in jeder noch so kleinen Stadt: „Menschenhandel und Zwangsprostitution“ ist der Titel einer unter anderem mit Harvard-Dozentinnen oder Bundeskriminalamtexperten besetzten Konferenz an der HAWK in Hildesheim vom 19. bis 21. April. Wenige Tage zuvor und danach tagen Fachleute zum selben Thema in New York und Madrid.

 

HAWK Radio: Interview mit Connie Gunderson

 

Die internationale Konferenz "Zwangsprostitution und Menschenhandel" in Hildesheim fokussiert insbesondere die Perspektive der Opfer von Zwangsprostitution und die Maßnahmen, die getroffen werden müssen, um Opfer schon allein aus humanitären Gründen wirksam zu schützen und ihnen zu helfen. Vor allem Frauen und Mädchen sind es, die zu einer sexuellen Ware degradiert, die verkauft und gekauft werden - so eine Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Aus Angst vor weiterer Gewalt schweigen die meisten Opfer und viele Menschen schauen weg. 

 

Die Betroffenen werden zur Prostitution gezwungen, als billige Arbeitskräfte ausgebeutet und sind extremer Gewaltausübung schutzlos ausgeliefert. Schwere Traumatisierungen und Krankheit sind Folge dieser Sklaverei. Obwohl Menschenhandel und Zwangsprostitution ein weltweites Problem und eine extreme Form von Menschenrechtsverletzung und Ausbeutung sind, fokussieren wir vor allem die europäische Perspektive. Dies deshalb, weil angesichts des deutschen Gesetzentwurfs zur Ratifizierung der Europaratskonvention zur Bekämpfung des Menschenhandels hier vor allem der Opferschutz noch nicht weit genug geht und er in den europäischen Ländern auch sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Anders als in Italien gilt für Deutschland  etwa, dass Opfern von Menschenhandel aus Drittstaaten nur dann eine Aufenthaltserlaubnis gewährt wird, wenn sie bereit sind, gegen die Täter auszusagen. Nur dann werden sie nicht in ihr Heimatland abgeschoben. Angesichts  erlittener  unvorstellbarer Gewalt und einhergehender Traumatisierung kann den Opfern dies schon aus humanitären Gründen nicht zugemutet werden.

 

 

Die HAWK-Konferenz wird HAWK-Präsidentin Prof. Dr. Christiane Dienel eröffnet. Vertreterinnen der niedersächsischen Zentralen Koordinierungs- und Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel (KOBRA) in Hannover werden die regionale Situation beleuchten. Landes- und Bundeskriminalamt senden Experten. Die Europäische Kommission in Brüssel wird durch die EU-Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels, Dr. Myria Vassiliadou, vertreten sein. Die Direktorin des Jean Baker Miller Instituts der Harvard University (USA), Prof. Dr. Judith Jordan, besucht die Konferenz in Hildesheim mit zwei Harvard-Kolleginnen. Außerdem referieren weitere Expertinnen aus Deutschland, Schottland, Litauen und Schweden.

 


Pressetermin Donnerstag, 19. April, 16.30 Uhr:
Der erste Tag der Konferenz, Donnerstag, 19. April 2012, ist öffentlich. Um16.30 Uhr gibt es die Möglichkeit für Pressegespräche. Dazu laden wir herzlich die Medienvertreter/innen ein. Die Konferenz wird von mehreren Dolmetscherinnen simultan übersetzt.

 

Im Rahmen der Konferenz findet zudem ein Vortrag des ZIF Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterstudien statt:

Opfer von Menschenhandel unterstützen – ein Gender sensibler Ansatz“
Donnerstag, 19. April 2012, 19.00 Uhr, HAWK, Hohnsen 2 (Aula), Hildesheim
Vortrag und Diskussion mit Dr. Jane Nady Sigmon
Senior Advisor to the Director Offi ce to Monitor and Combat Traffi cking in Persons, U.S. Department of State
Der Vortrag und die Diskussion werden ebenfalls simultan übersetzt. Der Eintritt ist frei.


Internationale Konferenz
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst
Hildesheim/Holzminden/Göttingen
„Zwangsprostitution und Menschenhandel“
19. bis 21. April 2012
Hohnsen 2
31134 Hildesheim

Weitere Informationen und Programm unter:
www.hawk-hhg.de/menschenhandel  oder
www.hawk-hhg.de/humantrafficking

Kontakt:

Prof. Dr. Anna Müller
HAWK
Gender und Diversity
Goschentor 1 - Raum 313
31134 Hildesheim
Tel: 05121-881-567
Fax: 05121-881-551
E-Mail: anneliese.mueller@hawk-hhg.de

Dr. cand. Connie Gunderson
HAWK
Gender und Diversity
Goschentor 1 - Raum 313
31134 Hildesheim
Tel: 01515 – 241 9093
Fax: 05121-881-551
E-Mail: gunderson@hawk-hhg.de

Erscheinungsdatum: 05.03.2012