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Kick statt Knick

HAWK-Gleichstellungsbüro möchte mit dem Mentoring-Programm Familie und Karriere enger verbinden

Lieber noch keine Kinder kriegen – die berufliche Karriere geht erst mal vor. Vor allem bei Akademikerinnen und Akademikerrn ist diese Einstellung weit verbreitet. Dabei gibt es durchaus Mittel und Wege, wie sich Kind und Karriere unter einen Hut bringen lassen – schließlich haben das ja auch schon andere geschafft. Genau deswegen beginnt jetzt die zweite Runde des Mentoring-Programms „Karrierek(n)ick: Familie?!“ des Gleichstellungsbüros der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen.


Grundsätzlich geht es darin um die Vereinbarkeit von Familie, Studium und Beruf. Die aufreibende Suche nach einem Betreuungsplatz, die Sorge um pflegebedürftige Angehörige, die Frage „Karriere oder Familie“ – das alles sind Themen, mit denen sich Menschen mit Familienverantwortung häufig auseinandersetzen. Das Prinzip des Programms ist einfach. Solche, die sich bereits der Herausforderung Karriere und Kinder gestellt haben, werden als Mentorinnen und Mentoren aktiv. Die Mentees, also diejenigen, die Beratung, Tipps und Tricks entgegen nehmen, sind Studierende, Nachwuchswissenschaftlerinnen, Nachwuchswissenschaftler oder Nachwuchsführungskräfte an der HAWK, die Familienverantwortung tragen oder tragen wollen. „Das lohnt sich in dieser Runde noch mehr als in der ersten“, erklärt Programmkoordinatorin Friederike Kämpfe, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Gleichstellungsbüro. Studierende erhalten erstmals sogar drei Credit-Points für die Teilnahme am Programm mit thematisch passenden Workshops.


Schon beim ersten Treffen werden grundlegende Fragen diskutiert. Hannah Brandenburg – sie hatte das erste Programm vor ihrer Elternzeit koordiniert –  moderiert die Runde. „Wie organisieren Sie denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, möchte sie von HAWK-Prof. Dr. Jan Henrik Oehlmann, Vater von zwei Kindern, wissen: „Ich habe gelernt, dass man da individuelle Vereinbarungen mit Kollegen und Studierenden treffen muss, um auch Zeit mit den Kindern verbringen zu können.“


Kristina Kräft, Mitarbeiterin im Gleichstellungsbüro der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover sowie Mutter von zwei Söhnen, kennt die Problematik. „Es gibt allgemein wenig Regeln an einer Hochschule, wie es laufen soll, wenn ein Kind im Anmarsch ist“, weiß sie aus Erfahrung. Grit Heusel, Master-Absolventin der HAWK im Studiengang Soziale Arbeit, ehemalige Mentee und alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern, kennt die Abläufe aus der Sicht einer Studentin bestens – aber auch die wichtigsten Bedürfnisse. „Man muss nach individuellen Lösungen suchen. Aber am wichtigsten ist erst einmal eine gesicherte Betreuung. Richtig gut ist, dass man als studierende Mutter von den Studienbeiträgen befreit ist – ein Erwerbsalltag ist unmöglich.“

 

„Teilzeit ist in Unternehmen allerdings eine verbreitete Lösung für Mütter mit Kindern“, erklärt Jutta Wolf, Leiterin der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft Hildesheim: „Unternehmen kennen das Thema schon lange. Der Unterschied ist, dass heute darüber offen gesprochen werden darf, auch von Vätern. In Betrieben, in denen hauptsächlich Frauen arbeiten, ist das Thema sowieso präsenter“, erklärt Wolf.
In einer Sache sind sich alle schnell einig: Nämlich, dass Elternsein auch durchaus als Kompetenz zu verstehen ist. Brandenburg meint: „Eltern als Arbeitnehmende sind es gewohnt, flexibel, stressresistent und organisiert zu sein.“ Heusel fügt hinzu: „Ich stelle auch immer wieder fest, dass eine überstandene Krisenphase im Nachhinein immer einen Gewinn darstellt.“ Von daher ist es ja durchaus passend, aus einem vermeintlichen Knick einen Kick zu formen.


Eine Aufnahme in das Mentoring-Programm als Mentee ist für HAWK-Studierende noch möglich. Interessierte wenden sich an das Gleichstellungsbüro der HAWK. Kontakt: 05121/881 148 oder gleichstellung@hawk-hhg.de

Erscheinungsdatum: 25.04.2012