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Damit das Geld nicht allein von den Eltern kommen muss

Erste Studienfinanzierungsmesse der HAWK in Holzminden und des Studentenwerks OstNiedersachsen informiert

Auch wenn die Eltern nicht jeden Monat einen Scheck schicken, ein Studium ist trotzdem finanzierbar. Das zeigt die erste Studienfinanzierungsmesse der HAWK in Holzminden und des Studentenwerks OstNiedersachsen. Zahlreiche Stiftungen stellen ihre Stipendien vor. Am meisten Zulauf im Lichthof hat die bekannteste Form der Studienfinanzierung: über  das Bundesausbildungsförderungsgesetzes, kurz: BaFöG.

 

HAWK-Radio von der Messe

 

„Also ich mache mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken, wie ich mein Studium finanzieren soll – aber meine Eltern“, lacht Niklas Schmidt. Der 14-Jährige ist mit seiner Mutter hierhergekommen. Gerade haben sich die beiden über die Vorteile und Finanzierungsmöglichkeiten eines Auslandssemesters informiert. „Wenn mein Sohn sich in vier Jahren für ein Studium entscheidet, dann sind wir jedenfalls vorbereitet. Sonst steht man am Ende doch alleine mit 20.000 bis 30.000 Euro Kosten da“, erklärt Renate Schmidt und ist sehr froh darüber, dass in Ruhe und ausführlich beraten wird.

 

Definitiv alle Hände voll zu tun hat also Dieter Königsmann vom Studentenwerk OstNiedersachsen. Er informiert über das BaFöG, und das kennen schließlich alle. Entsprechend ist die meist gestellte Frage der Eltern: „Was kann ich vom BaFöG erwarten, wenn meine Tochter oder mein Sohn ein Studium beginnt?“ Das hängt natürlich vom Einkommen ab. „Je genauer ich das weiß, desto präziser kann ich sagen, wie viel ausgezahlt werden kann. Den meisten kann ich dabei gute Prognosen stellen – aber ein Viertel knirscht schon mit den Zähnen, wenn es einfach zu viel verdient. Aber dann gibt es immer noch Studienkredite, die man in Anspruch nehmen kann. Wobei BaFöG immer noch die beste Möglichkeit ist: Eine Hälfte ist Darlehen, die andere Hälfte ist Zuschuss, das Darlehen ist zinsfrei und erst fünf Jahre nach Abschluss der Ausbildung zurückzuzahlen“, resümiert Königsmann.

 

Bei den Stipendien der Stiftungen sind es hauptsächlich Stipendiatinnen und Stipendiaten, die über diese Art der Förderung informieren. So wie Benjamin Heimann von der Friedrich Ebert Stiftung (FES): „Zumeist müssen wir erst einmal grundlegend erklären, was ein Stipendium überhaupt ist. Es gibt ja recht viele Stiftungen, die rein finanziell alle das gleiche Angebot haben. Da müssen die Interessierten sich gut informieren, um zu wissen, welches Stipendium zu ihnen passt. Als politische Stiftung, die der SPD nahe steht, ist beispielsweise bei der FES ein gewisses politisches Interesse oder auch Engagement sehr von Vorteil.“

 

Ähnliches berichtet Medizin-Student Andreas Koldehoff aus Göttingen, der die Studienstiftung vom Cusanuswerk vertritt. „Man muss nicht unbedingt absolut hochbegabt sein. Um Cusanerin oder Cusaner zu werden, sollte man überdurchschnittliche Leistungen in der Schule oder im Studium – ab einem Durchschnitt mit 2,0 aufwärts wird es interessant – haben, gesellschaftlich oder sozial engagiert sein und sich mit Glauben und Kirche so weit auseinander gesetzt hat, um eine Meinung darüber zu haben. Das kann in der Anhängerschaft der Generation Benedikt, aber auch im puren Atheismus enden“, erklärt der Stipendiat vom Cusanuswerk.

 

Ganz gleich also, ob BaFöG, Studienkredit oder Stipendium: Möglichkeiten zur Finanzierung eines Studiums gibt es viele – sie alle haben eine Gemeinsamkeit: Man muss sich informieren, man muss sich bewerben. Je früher, desto mehr Sicherheit und Ruhe gibt es im Studium.

Erscheinungsdatum: 27.04.2012