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Studierende entwickeln Ideen zur Zukunft der Dorfschule in Lüdersen

HAWK-Fakultät Bauwesen und Historisches Seminar der Universität Hannover kooperieren

Die ersten Ideen sind skizziert, rund dreißig Studierende des Historischen Seminars der Universität Hannover und des Master-Studiengangs Architektur der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen haben sich jetzt drei Tage lang mit der historischen Dorfschule in Lüdersen beschäftigt. Einig waren sich alle in einem Punkt:  Die Schule ist ein Kleinod, insbesondere im Ensemble mit Dorfplatz, Innenhof, Kirche und Friedhof.

 

Bürgermeisterin Ursel Postrach hatte die Gäste im Steakhaus Lüdersen begrüßt, wo sie insgesamt 13 Entwürfe präsentierten.  Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer  war mit zwei Hüten erschienen, die er je nach Rolle aufsetzte: Zum einen ist er Vorsitzender des Fördervereins und Initiator dieser Ideenwerkstatt. Zum anderen betreute er als Geschichtsprofessor seine Studierenden bei ihren Überlegungen gemeinsam mit Architekt Prof. Bernd Sammann und Prof. Dr. Georg Klaus von der HAWK in Hildesheim.

 

Viele Entwürfe hatten signifikante Gemeinsamkeiten, nämlich zum Beispiel den Vorschlag einer neuen Erschließung des Gebäudekomplexes aus Schule und Anbauten in Gestalt eines Durchganges, der den Dorfplatz und den hinteren ehemaligen Schulhof miteinander verbindet. Eine Neuordnung der Räume innerhalb des Komplexes zur Optimierung der jetzigen Nutzung schlugen ebenfalls die meisten Teams vor. Der sensationelle Ausblick ins Calenberger Land vom Dach der Bergdorfhalle inspirierte einige Gruppen zu der Idee einer Dachterrasse möglicherweise sogar mit Café.

 

„Wie macht man aus gebauter Geschichte Zukunft?“, mit dieser Frage hatte Carl-Hans Hauptmeyer die Zuhörer im Saal eingestimmt, offen auch für verwegene Ideen zu sein, ganz unabhängig von Realisierungschancen. So hatte eine Gruppe eine Neugestaltung der inneren Struktur mit Hilfe von Raumboxen vorgeschlagen. Das Prinzip dieser Boxen ist zum Beispiel aus Fabrikhallen bekannt, in die ein verglaster Raum für den Schichtleiter installiert wurde. Im alten Gemäuer der Lüderser Schule hätten derartige Boxen den Vorteil, dass sie in sich energetisch ertüchtigt sind.  Andere Studierende schlugen vor, das Dach der Schule über den Anbau und die Bergdorfhalle zu ziehen, um den Eindruck eines ländlichen Hofes zu erwecken oder auch moderne Glasgauben als Kontrast einzubauen.

 

Entwickelt wurden auch Konzepte für ein Dorfgemeinschaftshaus, in dem sich Jung und Alt treffen und sogar verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen könnten. Die Rede war sogar von einer Dorfdisko, einem mobilen Frisörgeschäft oder der Möglichkeit der Seniorentagespflege. Das Dorfschulensemble als neue lebendige Mitte des Dorfes, das die Verbindung der bestehenden Wanderwege rund um Lüdersen darstellt  oder einen Dorfrundgang, der alle Sehenswürdigkeiten verknüpft, bis hin zur Idee der Aufarbeitung der Lebenswege von Opfern des Krieges, schlugen andere vor.

 

Am Ende blühte ein facettenreicher Strauß von ersten Ideen. Die Architektur-Studierenden werden jetzt in Hildesheim einige davon ausarbeiten und im Herbst wieder in Lüdersen vorstellen.

 

Erscheinungsdatum: 16.07.2012