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Immobilien lieben lernen

Studieren an der HAWK in Holzminden: Exkursionen sorgen für Praxisnähe

Die Immobilienwelt ist multidisziplinär und weder einfach zu begreifen noch zu lehren. Die Kombination aus wirtschaftlichem Denken, technischem Know-how, rechtlichem Grundlagenwissen und Nutzerverständnis ist in der Hochschule oft nur auf einer abstrakten Ebene zu vermitteln. Umso wichtiger ist es, dass sich die Lehrenden um größtmöglichen Praxisbezug bemühen, damit die Studierenden die „wahre“ Immobilie nicht erst im Anfangsjob kennenlernen.

 

Ein wichtiges Hilfsmittel, das besonders von Fachhochschulen eingesetzt wird, sind regelmäßig stattfindende, mit Praxisvorträgen und Immobilienbesichtigungen angereicherte Exkursionen, die den Studierenden auch eine emotionale Bindung zur Immobilie vermitteln. Die Erfahrung hat gezeigt, dass drei bis fünf Tage andauernde, gründlich vorbereitete Exkursionen am nutzbringendsten sind. Dazu gehören von den Studierenden vorbereitete Präsentationen über Teilmärkte und Architekturdenkmäler der besuchten Stadt, ein professioneller Marktüberblick von den Beratungsfirmen vor Ort, ein Besuch im Planungsamt der Stadt ebenso wie Fallbeispiele von Immobilieninvestments mit der dazugehörigen Besichtigung der Liegenschaften.

 

Am Beispiel Paris galt es, die „Schnecke Paris“ zu verstehen, also die spiralförmige Anordnung der Arrondissements. Das Bürgermeisteramt zeigte am lebenden Beispiel, wie die Stadt durch den Ankauf von nur einem Grundstück, „gefangene“ Areale erschließen kann, um so neue nutzbare Flächen in der Stadt zu schaffen. Die hohen Pariser Wohnungsmieten (Euro 25/qm plus) schocken zunächst, aber dann lernt man, dass andere Bedürfnisse wie z.B. das Auto in der Prioritätsskala nach unten rutschen, um ein Leben in der Stadt finanziell möglich zu machen. Die beeindruckenden Baudenkmäler entlang imposanter Straßenachsen vermitteln die historische Bedeutung von Paris als europäisches Machtzentrum.

 

Nicht zuletzt bekommen die Studierenden einen Einblick in die verschiedenen Tätigkeitsfelder rund um die Immobilie, Kontakt zu Immobilienprofis im Markt und auch ein gesteigertes Zusammengehörigkeitsgefühl mit ihren Studienkolleg/inn/en. Durch Gruppentarife, preiswerte Unterkünfte und Studienförderung sind die Kosten für alle tragbar zu gestalten. So helfen Exkursionen den Studierenden etwas zu begreifen, das im Hörsaal nur schwer zu vermitteln ist: die Emotionalität der Immobilienwelt.


Autorenbeitrag von Gerhard K. Kemper
Gerhard K. Kemper ist Honorarprofessor der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Holzminden, Vorstandsmitglied der deutschen RICS und Inhaber des Beratungsunternehmens GEKA KEMPER GmbH in Düsseldorf.

 


Erscheinungsdatum: 20.08.2012