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Spaß und Technik im Einklang

HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik feiert 20-jähriges Bestehen auch mit einem Tag der offenen Tür

Hier gibt es die neuesten Errungenschaften aus der Plasmatechnologie, eine Tür weiter eine Reise in den Mikrokosmos, eine Etage höher finden sich die Besucher/innen plötzlich in einem Star-Wars-Film wieder. So soll es sein, wenn die Fakultät Naturwissenschaften und Technik der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen zum Tag der offenen Tür anlässlich des 20-jährigen Jubiläums einlädt. Das breit gefächerte Angebot lockt Jung und Alt gleichermaßen – sicher auch wegen des aufregenden Rahmenprogramms.


Zur Eröffnung spielt eine Jazzband, im Innenhof wird in der Nähe der Kletterwand gegrillt. In den Gebäuden können selbst die Kleinsten beim Flugsimulator zum Pilot werden, wenn sie sich nicht gerade lieber in der Bibliothek eine Geschichte vorlesen lassen möchten oder beim Wissenschafts-Quiz die Sehenswürdigkeiten in der Von-Ossietzky-Straße 99 entdecken. Zu sehen gibt es nämlich tatsächlich einiges. Beispielsweise die 3D-Druckwerkstatt, durch die gerade Wolf-Christian Duda führt. Das Faszinierende an dieser Drucktechnik sind zweifelsohne die unbegrenzten Möglichkeiten. Selbst winzigste Muster, filigrane Kugellager oder eine Kopie der Freiheitsstatue sind kein Problem mit dieser Technik – wenn man die Technik dahinter beherrscht.


„Faszinierend“ hätte sicherlich auch Mr. Spock im Raumschiff Enterprise gesagt, hätte er gesehen, wie einfach es bei HAWK-Laboringenieur Tobias Bürmann im Studio funktioniert, sich selbst in einem Star-Wars-Film auftauchen zu lassen. Man geht, lässig ein handelsübliches Spielzeug-Laserschwert schwingend, am sogenannten Green-Screen vorbei. Bürmann steuert vom Computer aus die Kamera davor und „schwupps“, ist die Aufnahme im Kasten. Mit einigen technischen Handgriffen ist es rund eine halbe Stunde später soweit, dass die gefilmten Besucher wie selbstverständlich an Luke Skywalker vorbeischlendern.


Weiter geht die Reise durch die Welt der Technik. In den Laser- und Plasma-Laboren kennt sich Joanna Hirschberg bestens aus. Derzeit promoviert sie. Sie ist – nebenbei bemerkt – eine von denjenigen Ingenieurinnen, auf die Industrie und Forschung sicherlich händeringend warten. „Die Frauenquote hier liegt bei fünf Prozent“, lacht sie und führt voller Begeisterung vor, wie mit einem Laserstrahl in Sekundenschnelle ein Kugelschreiber mit dem Namen eines Besuchers graviert wird. Oder eine runde Plasma-Lampe, die vom Aussehen an die Kugel einer Wahrsagerin erinnert. In dieser Kugel kommen Blitze aus Plasma dorthin, wo man sie berührt. Hirschberg macht es mit dem Finger vor. "Mit einem medizinischen Plasmagerät wird die Heilung vieler Hautkrankheiten zur Zeit erforscht."


Heiko Aregoni ist mit seinem 14-jährigen Sohn Luke zu Besuch gekommen: „Wir schauen derzeit nach einem Praktikumsplatz für Luke, um uns inspirieren zu lassen, ob diese Bereiche etwas für ihn sind. Ich jedenfalls finde das total interessant, was hier alles zu sehen ist. Man hört ja immer wieder etwas, was hier so passiert. Aber wenn man es mal richtig sieht, ist das doch etwas ganz anderes.“ Die 18-jährige Katharina Bremer hat gerade ihr Fachabitur bestanden und macht ein Praktikum in einem technischen Betrieb: „Technik macht mir richtig Spaß. Und die Studenten, die mir hier viel erklärt haben, sind supernett.“ Rebekka Ihlemann, 16 Jahre jung, ist sich noch nicht so sicher: „Naturwissenschaften mag ich recht gerne – da wollte ich erst mal vorbei schauen. Auch wenn mich Technik erst mal nicht so sehr interessiert.“


Also nutzen viele junge Studieninteressierte das Angebot der offenen Tür, was auch in den Vorträgen sichtbar wird. Die werden von den Professor/inn/en der Fakultät Naturwissenschaft und Technik gehalten. Zwar durchaus im Stile einer Vorlesung, aber doch auch für Laien interessant und nachvollziehbar aufgebaut. Von der Resonanz auf die unterschiedlichen Angebote sichtlich begeistert ist Prof. Dr.-Ing. Karl-Josef Schalz, Dekan der Fakultät Naturwissenschaften und Technik: „Wir freuen uns sehr, dass so viel neugierige Menschen uns besuchen kommen.“ Das Interesse wundert kaum – erst recht nicht mit Blick auf den Arbeitsmarkt. Denn Ingenieure werden bekanntermaßen in Deutschland händeringend gesucht. „Unsere Vermittlungsquote liegt derzeit bei 100 Prozent. Und unsere Absolventinnen und Absolventen finden Arbeit in der Region, aber auch bundes- und sogar weltweit. Erst neulich hat einer unserer Absolventen direkt nach dem Studium eine Stelle in Australien bekommen. Die meisten stehen bereits unter Vertrag, während sie ihre Abschlussarbeiten schreiben“, berichtet Dekan Schalz mit Stolz. 

Erscheinungsdatum: 04.10.2012