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"Es soll nützlich sein!"

HAWK-Forschungsprojekt SooBa untersucht on- und offline-Beratungsmöglichkeiten für Seniorinnen und Senioren

Ist erst mal der Notfall eingetreten, muss es schnell gehen. Doch wohin wendet man sich, wenn es plötzlich einen Pflegefall in der Familie gibt? Wo findet man altengerechte Senioren-Wohngemeinschaften?  Und suchen alte Menschen nach solchen Angeboten überhaupt im Internet? Diesen und einer Menge anderer Fragen geht ab sofort das Forschungsprojekt „SooBa“ der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen,  das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, nach. Es handelt sich um ein sogenanntes partizipatives Projekt –  das heißt, dass sowohl Seniorinnen und Senioren als auch Beraterinnen und Berater in den Prozess eingebunden sind. Entsprechend gut besucht war jetzt die Auftaktveranstaltung im Senatssitzungssaal im HAWK-Gebäude Goschentor 1.

 

HAWK-Radio berichtet vom Auftakttreffen

 

„SooBa“ ist die Abkürzung für „Für SeniorInnen on- und offline-Beratungsangebote arrangieren“. Ziel des Forschungsprojekts ist es, Rahmenbedingungen und Konsequenzen der Einführung von online-Beratung für Seniorinnen und Senioren zu untersuchen. Die Forschung ist gekoppelt mit der modellhaften Entwicklung, Implementierung und Erprobung von online-Beratung in einem koordinierten Netzwerk ausgewählter beratungsleistender Einrichtungen in Hildesheim. Das Ergebnis soll für die Region einen für Seniorinnen und Senioren sowie Beraterinnen und Beratern möglichen Weg der sinnvollen Ergänzung von bestehenden Beratungsangeboten durch online-Beratungsformate aufzeigen.

 

Zur Einführung in den Arbeitsprozess zeigt SooBa-Projektleiterin Prof. Dr. Ulrike Marotzki Grafiken zum demografischen Wandel  Die Bevölkerungsentwicklung stellte sich in den zurückliegenden Jahrzehnten noch als  Pyramide dar. Im Jahr 2060 wird sie eher einem Pilz ähneln.  Es wird mehr alte Menschen und weniger junge geben. Ganz klar ist aber auch: „Entgegen der landläufigen Meinung, mit dem Alter nähme die Leistungsfähigkeit ab, ist festzustellen –  die ältere Generation ist hoch aktiv und leistungsfähiger denn je“, erklärt Marotzki. Dann  werden die Forschungsinhalte vorgestellt.

 

Zu den großen Herausforderungen zählt, Bedingungen zu finden, damit die online-Beratung von Seniorinnen und Senioren akzeptiert und nachhaltig genutzt wird. Ein guter Weg dies zu erreichen besteht darin, die Zielgruppe aktiv in entsprechende Beratungskonzepte einzubinden.

 

Das Interesse ist augenscheinlich vorhanden. Die zahlreich erschienen Gäste kommen aus einem Pool von 15 Projektpartnern. Darunter ist auch „hi-senior“. Es ist die in Niedersachsen mit über 300 Mitgliedern größte selbstorganisierte Gruppe von Seniorinnen und Senioren, die sich gegenseitig die Welt der Computer und des Internets erklären.

 

„Das Projekt will eine Möglichkeit bieten, über eine in Hildesheim ins Leben gerufene Plattform  die verschiedenen bereits vorhandenen Beratungsangebote sinnvoll miteinander zu vernetzen, um damit auch besonders nutzbar und nützlich zu gestalten“, erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Kathrin Weiß, die genau wie ihre Kollegin Konstanze Löffler ihre Doktorarbeit im Rahmen des Forschungsprojektes schreibt. Gerade die Nutzbarkeit ist es tatsächlich, die sich die Projektpartner wünschen. Immer wieder ist es Manfred Fischer von hi-senior, der meint. „Das Ganze wird sinnvoll, wenn Seniorinnen und Senioren mit einem Problem lokal begrenzt auf Hildesheim Fragestellungen und Recherchen lösen können – sowohl on- als auch offline.“

 

Zu den Kooperationspartnern zählen auch ergotherapeutische und physiotherapeutische Praxen, die Therapie und Beratung verbinden. Zu ihnen gehört die Ergotherapeutin Kathrin Götz von der Ergotherapiepraxis Sabine Heßling: „Mein Interesse ist, eine gute Schnittstelle und eine  professionelle Hilfe und Unterstützung für die Integration  vieler älterer Menschen zur Verfügung zu stellen. Außerdem finde ich es wichtig, Möglichkeiten zu bieten, aus der Wohnung oder aus dem Haus heraus Kontakte zu knüpfen – gerade in der Stadt ist das schwierig, weil alles recht anonym ist.“

 

Die Laufzeit des Projekts geht von 2012 bis 2015. Gefördert wird SooBa durch das SILQUA-Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
Zum SooBa-Projektteam gehören: Prof. Dr. Barbara Betz, Prof. Dr. Corinna Ehlers, Dr. Maria Huchthausen (Verw. Prof.), Prof. Dr. Ulrike Marotzki (Projektleitung), Konstanze Löffler (wissenschaftliche Mitarbeiterin) und Kathrin Weiß (wissenschaftliche Mitarbeiterin).

Erscheinungsdatum: 14.12.2012