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Für bessere Strukturen

HAWK-Forschungsprojekt zu Schulsozialarbeit in Niedersachsen ist gestartet

Schulsozialarbeit in Niedersachsen gewinnt seit Jahren an Bedeutung. Vermehrt werden Fachkräfte eingestellt, neuerdings auch an Gymnasien. Ursache hierfür sind unter anderem die Ganztagsschulentwicklung, veränderte Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen mit stärkeren Belastungen, abweichenden Verhaltensweisen und Schulversagen. Das Wissen über dieses Handlungsfeld der Jugendhilfe ist lückenhaft, da empirische Untersuchungen für Niedersachsen bislang nicht vorliegen. Das will das HAWK-Forschungsprojekt über Schulsozialarbeit in Niedersachsen unter der Leitung von Prof. Dr. Maria Busche-Baumann ändern.

 

Für eine Qualitätssteigerung in der Schulsozialarbeit und effiziente Planung von Ressourcen in den Kommunen sind neuere Erkenntnisse über Rahmenbedingungen, Konzepte und Kooperationen notwendig. „Es gibt eine Heterogenität von Trägerschaften, Finanzierungsquellen und Bezeichnungen für das Arbeitsfeld. Das ist sehr intransparent. Wir versuchen, ein paar Positionsleuchten zu setzen, damit wir zu einer besseren Struktur kommen“, erklärt Prof. Dr. Busche-Baumann. Zu fragen ist deshalb, welche Faktoren in den Dimensionen Struktur-,  Prozess- und Konzeptqualität beeinflussen wie die Kooperation in der Schule, im Sozialraum und in der Bildungslandschaft.

 

Das Projekt folgt methodisch einem kombinierten Verfahren aus quantitativen und qualitativen Ansätzen. In einer standardisierten online-Befragung an allen niedersächsischen Schulen und von niedersächsischen Trägern der Jugendhilfe, einer Dokumentenanalyse von Konzepten der Schulsozialarbeit und in Experten-Interviews werden die notwendigen Daten erhoben.

 

Zu den Zielen: Es gilt, empirisch fundierte Erkenntnisse zu gewinnen,  Handlungsempfehlungen für die Einbindung von Schulsozialarbeit in niedersächsischen Sozialräumen und  Bildungslandschaften experimentell zu entwerfen und pragmatisch gemeinsam mit den Kooperationspartnern zu entwickeln. In Bildungslandschaften implementiert könnte sich Schulsozialarbeit so als soziale Innovation erweisen.

 

Unter den Kooperationspartnern befindet sich unter vielen anderen Mareike Dee vom Landesjugendring Niedersachsen. Sie möchte neue Tendenzen in der niedersächsischen Bildungslandschaften entdecken: „Einige der im Landesjugendring organisierten Verbände interessiert es besonders, wie Jugendarbeit in Bildungslandschaften integriert werden kann.“ Volker Harmening von der Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit hingegen hofft auf eine Weiterentwicklung, die sich auch auf den Arbeitsmarkt auswirkt: „Ich hoffe, dass dieses Forschungsprojekt auch Auswirkungen hat auf die bisher oft noch schwierigen Situationen bezüglich der Einstellung, der befristeten Verträge und natürlich auch hinsichtlich der vielen Schulen, die noch keine Sozialarbeit an der Schule haben.“

 

Die Kooperationspartner sind: Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung Niedersachsen, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen, Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit Niedersachsen , Landesjugendring Niedersachsen e.V., Landkreis Peine, Niedersächsischer Städtetag und die Stadt Hildesheim.

 


Das Forschungsprojekt Schulsozialarbeit in Niedersachsen läuft vom 1. November 2012 bis zum 31. Oktober 2014. Finanziert wird das Gesamtfördervolumen von 148.000 Euro durch Mittel vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen (GEW) sowie von der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen.

 

Zahlreiche Kooperationspartner sind zum Auftakt des Forschungsprojekts Schulsozialarbeit in Niedersachsen erschienen. Auf dem Foto von l.n.r.: Monika Schweda (Landkreis Peine), Mareike Dee (Landesjugendring Niedersachsen), Jörn Hannemann (Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit), Stefanie Oelker Prof. Dr. Maria Busche-Baumann, Prof. Dr. Christa Paulini, Prof. Dr. Wolfgang Viöl, Matthias Becker (alle HAWK-Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit), Jörg Aschemann (Stadt Hildesheim), Volker Harmening (Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit Niedersachsen), Nicole Teuber (Niedersächsischer Städtetag) und Rüdiger Heitefaut (GEW Niedersachsen). 


 

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Maria Busche-Baumann

Erscheinungsdatum: 18.12.2012