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In die Kamera gespuckt

Gesucht? Gefunden! Bachelor- und Master-Abschlussarbeiten des Wintersemesters 2012/2013 an der Fakultät Gestaltung der HAWK

HAWK Radio war vor Ort und sprach mit den Absolvent/innen/en: Beitrag anhören

 

Wenn eine Digitalkamera auf dem Display abstrakte Pixelmuster anzeigt, scheint sie defekt zu sein. Was manchen ärgert, freut Thomas Wahle. Der Master-Absolvent in Grafik Design hat sich in seiner Abschlussarbeit "Short Circuited Diaries" mit Fehlerphänomenen im digitalen Alltag beschäftigt. Angefangen habe alles, so erzählt er, nachdem er einfach mal in die Elektronik gespuckt hat und das daraus entstandene Muster klasse fand. Diese Fehlermuster hat er auf große Teppiche drucken lassen, in Kooperation mit der Firma Vorwerk aus Hameln.

Absolventinnen und Absolventen aus den neun Kompetenzfeldern der Fakultät Gestaltung haben mit ihrer Präsentation die letzte Prüfung geschafft. Prof. Werner Sauer, Dekan der Fakultät Gestaltung der HAWK erzählt begeistert: „Ich bin immer wieder überrascht, mit welch hoher Kreativität und welchem Engagement die Studierenden ihre Arbeiten dem Publikum präsentieren und sie auch gestalterisch begründen können.“

So auch der Bachelor-Absolvent Fabio Vogel mit seiner Arbeit „Amanhã“. Er setzte sich während seiner Thesis im Kompetenzfeld Produkt Design mit dem Thema Zeit und dem sogenannten Phänologischen Kalender auseinander. Der Kalender unterteilt das Jahr in zehn Abschnitte, in denen bestimmte Pflanzen anfangen zu wachsen. Mit seinem Möbelstück möchte der Student die Zeit des Gedeihens sichtbar machen. Die Pflanzen wachsen dekorativ aus der Tischplatte und es obliegt dem Heimgärtner selbst, wann er den Samen sät.

Ein größeres Objekt hat sich Corinna Kozok, 7. Semester Innenarchitektur, vorgenommen. "Aeternum - vom Bunker zum Loft" heißt ihre Abschlussarbeit. Vorbild war ein ungenuzter Bunker in Hannover. Schwer sei es gewesen, in ihrem Entwurf die Fassade zu öffnen, denn die Außenwände bestehen aus zwei Meter dickem Beton. "Hier Licht hinein zu bekommen, war schon eine Herausforderung", erklärt die Bachelor-Absolventin. Im Bunker hat sie nun neun Wohnlofts mit indivudellem Charakter untergebracht.

Der Vignettenfilm "Your Chapter" spielt 15 Jahre in der Zukunft. Ein Unternehmen verkauft Menschen ein fiktives Produkt zur Erzeugung von Nahtoderfahrungen, um im Falle des eigenen Ablebens einen "weichen Übergang ins nächste Leben zu schaffen", beschreibt Lutz Forster, Bachelor-Absolvent Digitale Medien. Die Szenen wurden im Green-Screen-Studio der HAWK gedreht. Die gesamte Umgebung baute und bearbeitete der Student digital. "Ich habe nur noch in nicht geschlafenen Nächten gezählt", berichtet er zum zeitlichen Aufwand für seine Produktion.

Auf erkaufte Nahtoderfahrung verzichten, könnte wohlmöglich Antonia Schumacher und wirbt mit ihrem fiktiven Lebensmittelmarkt „Schalotte“ für eine gesündere Einstellung zum Essen. "Mir ist aufgefallen, dass wir uns durch die Strapazen unseres Alltags sehr unbewusst ernähren." Die Bachelor-Absolventin setzt auf regionale und saisonale Produkte und erarbeitete im Rahmen ihrer Thesis im Kompetenzfeld Corporate Identity/Corporate Design unterschiedliche Kommunikationsmedien, um auf ihr Angebot aufmerksam zu machen. 

 

Erscheinungsdatum: 11.02.2013 

Thomas Wahle HAWK Thomas Wahle erzeugt digitale Fehlermuster und bringt diese auf Teppiche.

Prof Werner Sauer HAWK Prof. Werner Sauer erklärt die Arbeit von Bachelor-Absolvent Fabio Vogel.

Corinna Kozok HAWK Abschlussarbeit Corinna Kozok verwandelt einen Bunker zum Loft.

Lutz Forster HAWK Abschlussarbeit Lutz Forster nähert sich filmisch dem Thema Nahtoderfahrung.

Antonia Schumacher HAWK Abschlussarbeit Antonia Schumacher wirbt mit ihrem Lebensmittelmarkt für eine wertvolle Ernährung.