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"Den Geist des Ortes atmen"

Abschlussfeier für 65 HAWK-Absolvent/inn/en der Studiengänge Architektur, Bauingenieurwesen und Holzingenieurwesen

„Wir sind unheimlich traurig, dass unsere Absolvent/inn/en nun die Hochschule verlassen, aber sind auch gleichzeitig froh und zuversichtlich, dass sie im Beruf Fuß fassen und auch erfolgreich sein werden“, sagte der Dekan der Fakultät Bauen und Erhalten, Prof. Dr.-Ing. Günther Bahre anlässlich der feierlichen Verabschiedung von 65 Studierenden in den Studiengängen Architektur, Bauingenieurwesen und Holzingenieurwesen.

 

Von musikalischen Einlagen der „Hawkings“ umrahmt -  Thomas Kauertz an der E-Gitarre, Thorge Brzoska mit Gesang und Cajón-Percussion sowie Sonja Hupe am Saxophon – bekamen die Absolvent/inn/en ihre Urkunden vor rund 350 Gästen überreicht.

 

Dipl.-Ing. Architekt Wolfgang Schneider, Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, hob die Bedeutung der Architektenkammer als Plattform für den fachlichen Austausch und die Bedeutung des Architekturstudiums hervor, in dem sowohl Generalisten als auch Spezialisten ausgebildet werden. „Wer trägt ähnlich große Verantwortung für sein Werk, wie wir Architekten es tun? Und daher sind wir auch nicht seelenlose Verkäufer eines einzelnen Produkts, sondern Sachwalter der Interessen unserer Auftraggeber“, so Schneider weiter.

 

Die Festrede hielt Baudirektor Dipl.-Ing. Thorsten Warnecke, Fachbereichsleiter für Stadtplanung und Stadtentwicklung der Stadt Hildesheim und neuer Lehrbeauftragter an der HAWK. Er empfahl den HAWK- Absolvent/inn/en, nicht nur im späteren Beruf vor allem auf das eigene Bauchgefühl zu achten, sondern gab auch einen kleinen Einblick in seine Berufserfahrungen als Stadtplaner.

 

Am Beispiel der Umbauarbeiten des Michaelisviertels und des Domhofes erklärte er, was aus Sicht der Praxis für einen Baumeister wichtig ist: Der Respekt vor dem Bestand und dem Geist des Ortes - und diesen Geist auch „zu atmen“.

 

„Schauen sie auf den Bauort: Was ist dort gewesen, welche Spuren sind vorhanden? Wir sind nicht die ersten und auch nicht die letzten, die dort bauen. Hier ist ein Blick in die Geschichte hilfreich“, kommentierte Warnecke die Umgestaltung der Burgstraße. Diese sei einmal als direkte Achse zwischen St. Michael und dem Dom gedacht gewesen. Nach dem Kriegswiederaufbau habe die Stadt als Bauherr vor der Aufgabe gestanden, diese Idee wiederzubeleben, allerdings nach heutiger Formensprache und modernen Maßstäben. Das Ergebnis sei nun gut gelungen, resümierte Warnecke.

 

Neben dem Respekt vor dem Bestand sei auch das Durchhaltevermögen ganz wichtig,  am ursprünglichen Plan festzuhalten, wie er am Beispiel der Neugestaltung des Michaelishügels mit Lichtbildern erläuterte.

 

„Sie werden nicht alle ein Weltkulturerbe bauen, aber einige werden sicherlich Großes leisten. Auf jeden Fall werden Sie alle Spuren hinterlassen, und das ist, wie ich finde, ein erhebender Gedanke“, sagte Warnecke am Ende seiner Festrede.

 

Die besten Abschlüsse wurden während der Feier extra prämiert und vorgestellt: Im Studiengang Architektur wurden Lara Grube (Bachelor), Stefan Schmidt (Bachelor mit Doppelabschluss an der TU Krakau und an der HAWK) und Corinna Wilmes (Master) ausgezeichnet. Im Studiengang Bauingenieurwesen war Enrico Marks (Bachelor) besonders erfolgreich, und im Holzingenieurwesen schlossen Tobias Rößmann und Philipp Hillendahl (beide Bachelor) sowie Sebastian Matz und Hannes Weber ( beide Master) als Beste ihres Jahrgangs ab. Letztere haben eine gemeinsame Abschlussarbeit verfasst und einen Doppelabschluss erlangt (Staatliche Universität für Bauwesen Rostow-am-Don und HAWK).

Erscheinungsdatum: 21.02.2013