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Lionsclub zeichnet herausragende Abschlussarbeiten der HAWK aus

Drei Master-Absolventinnen im Studiengang Konservierung und Restaurierung bekommen Preise

Drei Studentinnen der HAWK haben jetzt den Hildesheimer Lions-Preis für ihre herausragenden Master-Arbeiten im Studiengang Restaurierung und Konservierung erhalten.

 

Der Preis, der bereits zum sechsten Mal vom Lions-Club Hildesheim verliehen wurde, ging zu  je 500 Euro an zwei Arbeiten: Johanna Kraemer überzeugte die Jury mit ihrer Master-Thesis zu der Entwicklung neuer Messverfahren von Raumluft in Bucharchiven. Die zweite Auszeichnung ging an Constanze Grabs und Anna Haas, die in einer Gemeinschaftsarbeit die Literatur zur Restaurierung von Fehlstellen in Holzmöbeloberflächen systematisch erfasst und daraus praktische Lösungsansätze für die restauratorische Praxis entwickelt hatten. Die Preise wurden jetzt in der HAWK-Aula am Hohnsen verliehen.

 

Dr. Michael Schütz, Past President des Lion-Clubs Hildesheim und Begründer des Lion-Preises vor sieben Jahren, erklärte in seiner Rede, dass er damals den Clubvorstand von seiner Idee begeistern konnte, einen Preis für herausragende Abschlussleistungen auszuloben. Der Club hatte sich seiner Meinung nach noch nicht so intensiv um die  Nachwuchs- und Begabtenförderung, neben den anderen primär sozial ausgerichteten Aufgaben, gekümmert.

 

Die Wahl fiel auf die Absolvent/inn/en des Master-Studiengangs Restaurierung und Konservierung der HAWK. Zum einen, weil sich der Club durch den Standort Hildesheim mit dem Weltkulturerbe Dom und St. Michael besonders der Erhaltung von Kulturdenkmalen verpflichtet sieht und daher die Studiengänge der Konservierung und Restaurierung an der HAWK mit ihren besonders begabten Absolvent/inn/en fördern möchte.  „Zum anderen weil wir den Eindruck hatten, dass die Hildesheimer Bevölkerung auch auf diesen Schatz aufmerksam gemacht werden sollte“, begründete Schütz weiter.

 

Die Vergabe der Urkunden übernahm der Präsident des Lionclubs Hildesheim, Immo Stutzbach. „Bereits zum sechsten Mal wird der Lionspreis verliehen, und zwar um das Außergewöhnliche der HAWK zu würdigen, die im norddeutschen Raum die einzige Hochschule dieser Art und vor allem dieser Qualität ist“, lobte Stutzbach den Studiengang Restaurierung und Konservierung. Constanze Grabs und Anna Haas, die sich in einer Gemeinschaftsarbeit mit dem Thema „Grundsatzüberlegungen und Techniken zur Ergänzung von Fehlstellen in furnierten Möbeln mit transparenten Überzug“ beschäftigt hatten, sagten, dass der Preis für sie überraschend kam und sie sehr stolz darauf seien.

 

„Mit ihrer systematischen Erfassung der verschiedenen Typen von Fehlstellen bei furnierten Möbeln und der Entwicklung verschiedener Methoden und Techniken der Integration haben Grabs und Haas tatsächlich Neuland betreten, was die Grundsatzüberlegungen und die Praxis der Möbelrestaurierung anbelangt“, kommentierte Prof. Dr. Dipl.-Rest. Ursula Schädler-Saub die Arbeit. Zusammen mit Dipl.-Rest. Ralf Buchholz betreute sie die Master-Thesis.  


In diesem Bereich der Restaurierung wird immer noch viel in handwerklicher Weise für den Betrachter unsichtbar ergänzt, während Grabs und Haas Methoden und Techniken weiterentwickelt haben, die aus der Gemälderestaurierung stammen. Damit würden historische Möbel genauso behandelt wie anderes historisches Kulturgut, was für eine wissenschaftliche Herangehensweise sehr wichtig sei, ergänzte Schädler-Saub.
„Wir freuen uns, dass unsere Arbeit ausgezeichnet und ihr wissenschaftlicher Wert damit anerkannt wurde“, sagte Haas nach der Preisverleihung.

 

Auch Johanna Kraemer freute sich über die Ehrung. Ihre Arbeit, die von Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Leimer und Prof. Dipl.-Rest., Dipl.-Ing. Ulrike Hähner betreut wurde, trägt den Titel „Baupysikalische Raumluftparameter in Magazinräumen: Entwicklung eines Messverfahrens am Beispiel des Landesarchivs in Nordrhein-Westfalen“. Im Wesentlichen geht es um das Aufspüren der passenden Messpunkte, damit die Messergebnisse auch tatsächlich aussagekräftig für das Raumklima sind. Am Beispiel des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen waren die Archivdepots klimatisch besonders ungünstig, da es sich hier um einen Betonbau der 1960er Jahre handelt. Darüber hinaus war ihr wichtig, auf den bisher fehlenden interdisziplinären Ansatz, den Arbeitszusammenhang zwischen Ingenieur/inn/en, Konservator/inn/en und Restaurator/inn/en sowie Archivar/inn/en und Bibliothekar/inn/en hinzuweisen. Kraemer hat bereits eine Stelle in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar im Bereich Buchrestaurierung und Brandfolgenmanagement antreten können.
„Der gesellschaftliche Wert dieses Preises ist hoch, ich finde dies insgesamt sehr lobenswert“, freute sich die Master-Absolventin.

Erscheinungsdatum: 22.02.2013