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Volle HAWK-Aula beim Auftakt "Demenzfreundliche Region Hildesheim"

Teilnehmende entwickeln Ideen für Projekte und Initiativen

Die voll besetzte Aula der HAWK am Hohnsen war der beste Beweis dafür, dass das Thema mitten ins Leben greift: Zur Auftaktveranstaltung „Mit Denken Demenzfreundliche Region Hildesheim“ sind 150 Gäste, Einzelpersonen ebenso wie Vertreter/innen von Institutionen und Organisationen, gekommen. Mehr als dreißig mussten sogar auf die nächste Veranstaltung vertröstet werden. Eine Initialzündung, eine Ideenschmiede, eine Einstimmung – all das war die Veranstaltung, in der es um den Umgang und das Leben mit Demenz ging.

 

Das Ziel war, Initiativen zu entwickeln, wie zum Beispiel Kommunen, Institutionen, Sportvereine, Theatergruppen, Schulen oder Kindergärten sich dieses Themas annehmen und Projekte auf den Weg bringen können. Dazu wurden im zweiten Teil der Veranstaltung in moderierten Gesprächsrunden verschiedene Themenbereiche und Initiativen identifiziert. 

 

Der Blick auf Demenz und Gesellschaft sowie Informationen aus der Alzheimer Gesellschaft waren daneben die Vortragsthemen der Tagung. So beleuchtete Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer vom Lehrstuhl für Soziologie der Justus-Liebig-Universität Gießen den Bereich  „Demenz und Gesellschaft“ und Theresa Urbons sprach über die Innenwelten von Menschen mit Demenz.

 

HAWK-Präsidentin Prof. Dr. Christiane Dienel hatte die Tagung eröffnet: „Wir sind stolz darauf, mit unseren Kompetenzen dazu beizutragen, dass ein zentrales gesellschaftliches Thema in den Focus gerückt wird und die Akteure sich vernetzen.“  Wiebke Flotho, die die Tagung als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit  von Seiten der HAWK initiert hat, beschrieb die weiteren Schritte: „Wir werden jetzt die Ergebnisse der Gesprächsrunden auswerten und daraus Initiativen entwickeln und Projektgruppen bilden, an denen dann Interessierte mitarbeiten können.“

 

Finanziert wurde die Tagung aus einer Spende an die Hildesheimer Bürgerstiftung. Zwei Brüder hatten bei der Beerdigung ihrer dementen Mutter auf Blumenschmuck verzichtet und um Spenden für ein Projekt rund um das Thema Demenz gebeten. Dr. Hans-Peter Geyer vom Vorstand der  Bürgerstiftung freute sich in seiner Begrüßung, dass diese Stiftung jetzt die Grundlage einer neuen Initiative sei und bedankte sich besonders bei Wiebke Flotho und Helga Kassebom, der stellvertretenden Vorsitzende der Alzheimergesellschaft Hildesheim für ihr Engagement.

 

Beteiligte des Projektes sind Stadt und Landkreis Hildesheim, die HAWK, die Volkshochschule Hildesheim, das Mehrgenerationenhaus Hildesheim sowie die Alzheimergesellschaft Hildesheim. Sie alle wollen gemeinsam das Thema Demenz weiter enttabuisieren, es in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stellen und das Netzwerk von vielfältigen Hilfs- und Unterstützungsangeboten in der Region Hildesheim transparent machen und weiter ausbauen. Ihr Ziel ist, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, ein Teil unserer Gesellschaft zu sein und zu bleiben.

 

 

Hintergrund:

 Die Bevölkerung in der Region Hildesheim wird bis 2030 voraussichtlich um zehn Prozent abnehmen. Der Anteil der älteren Menschen steigt dabei stetig, ebenfalls stetig steigt der Anteil der Demenzkranken.

 

Heute sind es im Landkreis Hildesheim laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft knapp 5000 Erkrankte. 2030 werden es rund 40 Prozent mehr sein, fast 7000. Deutschlandweit wird mit 300.000 Neuerkrankungen pro Jahr gerechnet.

 

80 Prozent der Betroffenen werden zu Hause von ihren Angehörigen betreut und gepflegt. Dabei ist Demenz immer noch ein Tabuthema und wird von vielen Angehörigen und Teilen der Gesellschaft verschwiegen. Die Arbeitsgemeinschaft „Mit Denken Demenzfreundliche Region Hildesheim“ hat sich zum Ziel gesetzt, eine demenzfreundliche, das heißt eine menschen- und familienfreundliche Region Hildesheim zu gestalten. 

 

Wer Interesse hat, im Rahmen von Projekten „Demenzfreundliche Region Hildesheim“ mitzuarbeiten kann sich an die Alzheimer Gesellschaft Hildesheim wenden:

Internet: www.alzheimer-hildesheim.de

Erscheinungsdatum: 07.03.2013