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Angriff auf Orks widerlegt

Erster Woman-MINT-Slam / Mit StartMINT können junge Frauen an der HAWK für ein Jahr in ein Ingenieurstudium hineinschnuppern

Science Buster beim Women-MINT-Slam:Wenn sich Ann-Kathrin Kirschner Filme anschaut, kommt die Bachelorstudentin im Studiengang Präzisionsmaschinenbau regelmäßig darüber ins Grübeln, ob das alles so stimmen kann, was sie da an Maschinen und Mechanik in den Streifen sieht. „Das kann doch gar nicht sein“, dachte sie sich bei einer Szene von „Der Herr der Ringe“, in der eine Kriegspartei häusergroße Steinbrocken auf angreifende „Ork-Truppen“ katapultiert.


"Rechnet das Gewicht aus"

Beim ersten Women-MINT-Slam an der Fakultät Naturwissenschaften und Technik der HAWK in Göttingen nutzte sie die Gelegenheit, mit ihrem Publikum die Abwehr der Orks auf die Durchführbarkeit hin zu berechnen und selber einmal ein „Science Buster“ zu sein. „Bitte nehmt mal den Taschenrechner und rechnet das Gewicht aus“, wies sie einige Zuschauerinnen an, während sie selber schnell Formeln an die Tafel schrieb und die Teilergebnisse sammelte. Die Eile war geboten, denn in nur zehn Minuten wollte Kirschner den Beweis erbringen, dass das Katapult im richtigen Leben sofort zusammenstürzen würde – was ihr auch gelang.


Ameise versus Laserstrahl

Zusammen mit ihrer Mitstreiterin Jennifer Hoffmeister, Doktorandin an der TU Clausthal und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät Naturwissenschaften und Technik, buhlte sie um die Gunst des Publikums bei dem Science-Slam. Das sollte nämlich am Ende abstimmen, wer den unterhaltsamsten und besten Kurzvortrag gehalten hatte. Hoffmeister hatte in ihrem Slam-Beitrag mit der Darstellung von Marienkäfern die Verwendung von Plasma erklärt. Die Leistungsfähigkeit von Ameisen benutzte sie, um die Energie eines Laserstrahls darzustellen. So erklärte sie anschaulich, dass die Kombination aus beiden Technologien zu einem geringeren Energieaufwand führen kann.


Schnupper-Studium

Der Wissenschaftswettstreit war Teil einer Infoveranstaltung von StartMINT, mit der Schülerinnen und naturwissenschaftlich interessierte junge Frauen über die Möglichkeiten eines Ingenieurstudiums an der HAWK informiert wurden. Dazu gaben Studiendekane kurze Einblicke in die Studienfächer Wirtschaftsingenieurwesen, Forstwissenschaften, Elektro-/Informationstechnik, Physikalische Technologien, Präzisionsmaschinenbau und Optical Engineering. Dass junge Frauen gezielt informiert werden müssen, findet Dr. des. Gesa Teichert, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur für Gender und Diversity bei HAWK plus, sehr sinnvoll: „Die Erfahrung zeigt, dass die doch eher männerdominierten Studienfächer und Berufe junge Frauen abschrecken können und sie sich oft in einem Hörsaal mit Männern und einem Dozenten auch schwertun. Aus der Geschlechterforschung wissen wir, dass männerdominierte Orte andere kulturelle Orte sind, denn da wird anders gesprochen. Wir haben hohe Abbrecherquoten von Studentinnen in den MINT-Fächern und das wollen wir verhindern.“


Ein Jahr zur Orientierung

Ein besonderes Angebot der HAWK soll jungen Frauen mit Interesse an Ingenieurberufen dabei Entscheidungshilfen bieten, bevor das Studium überhaupt losgeht: Mit Start-MINT können sie ein Jahr zur Orientierung an der Fakultät Ressourcenmanagement oder der Fakultät Naturwissenschaften und Technik studieren. Sie besuchen dabei ganz normal Vorlesungen wie eine Erstsemester-Studentin. Zusätzlich können sie am Ende des Semesters Prüfungsleistungen ablegen. Im zweiten Teil des Schnupperstudiums absolvieren sie ein vergütetes Berufspraktikum. Am Ende des Jahres haben die Teilnehmerinnen einen sehr lebendigen Eindruck davon bekommen, was ein Studium in einem der MINT-Fächer bedeutet.


Vorsprung fürs Studium

„Sie kommen dann mit einem unglaublichen Vorsprung ins Studium, zum einen natürlich aufgrund des ersten Fachsemesters, aber natürlich auch mit einem Wissensschatz, wie sich Theorie und Praxis verknüpfen können. Danach können sie die im Studium erlernte Theorie immer wieder mit ihren Praktikumserfahrungen rückkoppeln“, sagte Teichert. Sie ist überzeugt davon, dass dieser Vorsprung auch im späteren Verlauf des Studiums hilfreich ist, zum Beispiel bei weiteren Praktikumsbewerbungen oder auch der Jobsuche.


"Großer Zusammenhalt hier"

„Es ist überhaupt nicht so schlimm unter Männern, ich habe eine sehr gute Unterstützung im Praktikum und Studium. Es ist eher ein großer Zusammenhalt hier, als dass man als Mädchen ausgegrenzt wird“, klärt Jennifer Hoffmeister die Besucher/innen nach dem Science-Slam auf. Die fanden am Ende der Infoveranstaltung die Slam-Vorträge übrigens so gut, dass beide Referentinnen den ersten Platz belegten.

 

StartMINT
 

Erscheinungsdatum: 19.06.2013 

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