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Lizenzen zum Bauen und Erhalten

130 Absolvent/inn/en der Bau- und Restaurierungsstudiengänge erhalten ihre Bachelor- und Masterurkunden

„Die Verantwortung für die Zukunft liegt nun in Ihren Händen“, ermahnte Prof. Dr.-Ing. Günther Bahre, Dekan an der Fakultät Bauen und Erhalten ein letztes Mal die Studierenden, die Augenblicke später mit der Entgegennahme ihrer Bachelor- und Masterurkunden Absolvent/innen sein würden. „Bitte gehen Sie verantwortungsvoll damit um: mit der Gesellschaft, mit der Umwelt und mit sich selbst. Und nun erhalten Sie die Lizenz dazu.“

 

Angeregt durch ein kurzes, vertontes Video mit Schnappschüssen aus dem zurückliegenden Studium ging es daraufhin mit der Urkundenübergabe weiter: In kleinen und größeren Gruppen erhielten erst die Absolvent/inn/en der Architekturstudiengänge, dann der Studiengänge des Bauingenieur- und Holzingenieurwesens und der Konservierungs- und Restaurierungsstudiengänge in der Aula am Hohnsen ihre Urkunden aus den Händen von Prof. Michael V. Sprysch, Prof. Dr. Jürgen Vogel und Prof. Ulrike Hähner. In einer begleitenden Präsentation wurden die Porträts der Absolvent/inn/en und das Thema der jeweiligen Abschlussarbeit gezeigt. 


Zusammen – und doch ein wenig getrennt: Dekan Günther Bahre hatte die Fakultät Bauen und Erhalten in seinem Grußwort zuvor mit einem „losen Schubverband“ der Binnenschifffahrt verglichen, denn die innere Struktur habe sich geändert: Angehörige der Bau- und Restaurierungsstudiengänge befänden sich aufgrund der Fusion der Fakultäten vor rund einem Jahr nun in einem Boot. Hoffentlich werde man bald auch räumlich zueinander finden, denn solange die neuen Campusgebäude noch nicht fertig gestellt sind und die nachfolgenden Umzüge noch nicht unter Dach und Fach seien,  liegen die einzelnen Standorte der Fakultäten noch ein wenig in der Stadt verstreut.


„Wir sind erst am Anfang unserer gegenseitigen Entdeckungsreise“, sagte er, „und es ist erstaunlich, welche Berührungspunkte sich dabei ergeben.“ Als Beispiel berichtete er von dem Vortrag eines ägyptischen Kollegen Anfang des Jahres, der über das Umsetzen und den Transport einer großen Ramses-Statue innerhalb Kairos referierte.


Der unterschiedliche Fokus der beteiligten Fachrichtungen sei dabei sehr ausdifferenziert. Die Restaurator/inn/en hätten natürlich den möglichst schonenden Transport einer antiken Statue und die materialgerechte Ergänzung und Konservierung im Blick. Als Ingenieur/in achte man eher auf ganz andere Problemstellungen: Wie kann ein so großer und schwerer Granitkörper mit welchen Fahrzeugen transportiert werden? Wo liegt der Schwerpunkt, und wie ist die Kippsicherheit? Letztlich müssen auch die Straßen und Brücken auf hinreichende Tragfähigkeit untersucht werden. „Am Ende ist alles gut gegangen. Und das beweist, dass auch in Ägypten die Zusammenarbeit zwischen Restaurator/inn/en und Bauleuten gut funktioniert“, meinte Bahre.


Gastrednerin Dr. Katja Lembke, Direktorin des Landesmuseums Hannover, betonte ebenfalls die gute Kooperation mit beiden Bereichen der HAWK, Bauen und Erhalten. „Die HAWK ist der beste und engste Kooperationspartner“, sagte sie und erklärte, dass es nicht nur Arbeitsbeziehungen zu Restaurierung und Konservierung gebe, sondern auch zu den Architekten. Gerade im Moment laufe die Ausstellung „Faszination Nofretete“ im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover, wo ein virtuelles Modell der damals von Hermann Bahlsen geplanten TET-Stadt in Hannover zu sehen ist – angefertigt von Studierenden des Studiengangs Architektur.

 

Besonders eng seien aber die Bande mit dem Bereich Restaurierung. Neben der gefragten fachlichen Expertise von Lehrenden und den Studierenden und der Kooperation in vielen Projekten gebe es jetzt auch eine Volontariatsstelle im Landesmuseum. Eine Absolventin des Restaurierungsstudienganges an der HAWK hat sie bekommen. Ihre Aufgabe wird es sein, in den nächsten zwei Jahren hauptsächlich am dortigen Bestand des Kupferstichkabinetts zu arbeiten.  „Nicht zu unterschätzen ist, dass die HAWK sehr praxisorientiert ausbildet“, sagte Lembke im Anschluss. „Ich war in den Jahren als Museumsdirektorin in Hildesheim auch immer Abnehmerin von Absolvent/inn/en.  Jetzt bin ich in Hannover und sehe:  So etwas gibt es dort nicht, daher komme ich immer wieder gerne nach Hildesheim zurück.“

 

Die Notenbesten der Studiengänge wurden bei der Urkundenvergabe besonders geehrt: Lena Bardusch und Jacqueline Prescher (Bachelor Architektur), Dennis Lüthje (Bauingenieurwesen), Gesa Hetke (Bachelor Holzingenieurwesen), Ruslan Ibragimow und Timo Neumann (Master Architektur), Robin Pilz (Master Bauingenieurwesen) und Christine Fiedler (Master Konservierung und Restaurierung). Christiane Adolf, Lisa Dittmann und Miriam Reiche  hatten als Absolventinnen des Bachelorstudiengangs Präventive Konservierung die besten Noten in den Kolloquien. Die Notenbesten der Bau-Studiengänge erhielten jeweils einen Buchgutschein, gestiftet vom IPFB (Institut für Prüfung und Forschung im Bauwesen). Der Förderverein Holzingenieurwesen, vertreten durch Prof. Nikolaus Nebgen, zeichnete zusätzlich die Abschlussarbeit von Klaus Hoge (Thema: „Untersuchungen zum Ausziehverhalten von glattschaftigen Nägeln unter Wärmeeinfluss.“) mit einem Preis von 500 Euro aus. Und der  Verein für studentische Angelegenheiten „Vesta e.V.“ ehrte neben seinen eigenen, scheidenden Mitgliedern auch Dekanatsmitarbeiterin Tanja Kulke.

Erscheinungsdatum: 19.08.2013 

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