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Fließende Übergänge zwischen Heft und Klinge

HAWK-Absolventen Hebach & Kloess gewinnen Hessischen Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk

Sophie Kloess und Jan Hebach aus dem Atelier für Metallgestaltung in Hildesheim haben den ersten Preis des Hessischen Staatspreises gewonnen. Der Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk ist jetzt auf der internationalen Konsumgütermesse Tendence verliehen worden. Die Ateliergemeinschaft von Jan Hebach und Sophie Kloess hat sich mit ihren Silber- und Stahlobjekten durchgesetzt. Die Jury zeigte sich überzeugt von dem Produktkonzept der beiden Designer: Ihre Arbeiten seien ein gelungenes Zusammenspiel von Formentwicklung, Materialauswahl und Oberflächenbearbeitung. Die stringente Ausführung von Gebrauchsgegenständen erreiche, so die Jury, eine hohe Funktionalität mit großem ästhetischen Anspruch.

 

Kloess ist Goldschmiedin und Absolventin des Bereiches Metallgestaltung an der Fakultät Gestaltung der HAWK in Hildesheim, wo auch Hebach, Autodidakt in der Metall- und Schmiedearbeit, sein Diplom erwarb. Beide arbeiten in reduzierter Formgestaltung mit intensivem Blick auf die spätere Anwendung der Objekte. Linien sollen die Funktion unterstreichen, aber auch Ausdruck verleihen und dem Gegenstand „einen Geist einhauchen“, so Hebach. Durch die aufwändige Bearbeitung geben sie dem Material etwas Sinnliches und schaffen so ein Werk, das mit dem britischen Ausdruck von „Arts & Crafts“ gut beschrieben
ist und ihren hohen Anspruch an Design und Perfektion ausdrückt.

 

„Es passiert viel während des Entwurfs, das ist unsere Stärke“, so Hebach. Während der Fertigung fließen Stimmungen und Gefühle mit ein, was zum Beispiel beim Zeichnen einer Linie am Computer nicht geschehe. Ein Beispiel für die hohe Funktionalität der Messer in Stahl und Damaszenerstahl sind die nahezu fließenden Übergänge zwischen Heft und Klinge, welche der Handhabung eines Messers entgegenkommen: „…denn bei der Nutzung eines Messers setzen die Finger meist auf der Klinge auf und können so die Bewegung besser ausführen.“ Kloess widmet sich in ihren Objekten verstärkt der Silberkunst. Das Material bringe eine „besondere Spannung in die Form“ und erlaube sehr exaktes Ausarbeiten. Die Geste, die Bewegung der späteren Nutzung, denkt Kloess bei der Fertigung von Anfang an mit.

 

Bereits zum 63. Mal würdigte der mit insgesamt 8.000 Euro dotierte Preis das künstlerische Schaffen von Kunsthandwerkern. Alle drei Preisträger, die die fünfköpfige Jury in diesem Jahr auswählte, gehören zu den Nachwuchstalenten, die ihre Arbeiten bei „Talents Modern Crafts“ oder „Talents Carat“ auf der Tendence zeigen.

 

Der zweite Preis ging an die Diplom-Designerin und Schmuckgestalterin Beate Pfefferkorn. Der dritte Preis für innovatives künstlerisches Schaffen zeichnete den Objektdesigner Adam Ryl aus. „Der Hessische Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk ist sowohl für Kunsthandwerker als auch für Designer ein echtes Gütesiegel. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Auszeichnung zu einem unentbehrlichen  Aushängeschild für das deutsche Kunsthandwerk im Allgemeinen und insbesondere für dessen Preisträger entwickelt. Daneben geben sowohl die Verleihung als auch die Präsentation der Gewinnerprodukte auf der Tendence wichtige Impulse an Handel und Hersteller“, so Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt.

 

Die Auszeichnungen wurden durch Florian Rentsch, MdL, Staatsminister im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, und Detlef Braun in einer Feierstunde in der Galleria 1 auf der Tendence 2013 übergeben.



www.hebach-kloess.de
www.messefrankfurt.com

Erscheinungsdatum: 27.08.2013 

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