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Bachelorabsolvent gründet Organisation für Flüchtlingshilfe

Malte Christian Stuhr mit Förderpreis für Bachelorarbeit und hohes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

„Auch der längste Weg beginnt mit einem kleinen Schritt“ – mit einem chinesischen Sprichwort verabschiedete die Dekanin der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit an der HAWK ihre Studierenden als Bachelor und Master. „Heute sind Sie einen gewaltigen Schritt nach vorne gegangen“, sagte Prof. Dr. Christa Paulini und wünschte sich von ihren Absolvent/inn/en, dass sie als wirkliche Vertreter/innen ihrer Profession für eine gerechte Gesellschaft eintreten und auch Ungerechtigkeitennicht einfach so hinnehmen sollen. Bis zum letzten Platz gefüllt war die Aula der HAWK am Hohnsen zur Verabschiedungsfeier. „Granny Smith“ von der Musikschule Hildesheim sorgte für eine gelungene musikalische Untermalung.

 

Im Masterstudiengang Soziale Arbeit
erhielten neun Frauen und zwei Männer ihre Urkunden.

Im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit
starten jetzt 79 Frauen und 23 Männer ins Berufsleben.

Im Bachelorstudiengang Bildung und Erziehung
haben 31 Frauen und sechs Männer ihre Zeugnisse bekommen.

 

Insgesamt nimmt der Männer-Anteil in den bisher überwiegend weiblich dominierten Studiengängen stetig zu, betonte Prof. Dr. Gazi Caglar, Studiendekan der  Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit. Diese Entwicklung ist sehr positiv für die Fakultät.

 

Ein „Freispruch“ in mehrfacher Hinsicht kam auch von Prof. Dr. Christiane Dienel, Präsidentin der HAWK. Nicht nur die neuen Master- und Bachelorabsolventen wolle sie entlassen wissen, auch die Eltern seien nun von ihren Pflichten entbunden, ihren Kindern zu einer abgeschlossenen Ausbildung zu verhelfen: „Sie können sich nun entspannt zurückziehen und darauf freuen, was nun als nächstes passiert.“ Den Absolventen gab sie den Hinweis mit auf den Weg, dass sie nun sich nicht so sehr als Spielball in der Gesellschaft sehen sollen, sondern jetzt eigeninitiativ zum/zur Spieler/in werden sollen. „Sie haben das Rüstzeug dazu bekommen, und unser ganzes Streben von der Hochschule war es, Sie zum selbstständigen Denken zu erziehen. Seien Sie nachsichtig mit sich selbst und anderen, aber kritisieren Sie Missstände, wo sie ihnen begegnen“, riet Dienel ihren Zuhörer/inne/n.

 

Steffen Danehl vom Fachschaftsrat wünschte seinen Kommiliton/inn/en alles Gute für den weiteren Lebensweg und betonte, wie wichtig auch die Vernetzung untereinander im Studium und darüber hinaus sei.

 

Dass die Kritik an gesellschaftlichen und auch politischen Umständen bereits in der Abschlussarbeit gelingen kann, verdeutlichte Dozentin Hannah von Grönheim in ihrer Laudatio auf Malte-Christian Stuhr für seine Bachelor-Thesis. Mit dem Titel „Soziale Arbeit im Kontext menschenunwürdiger Asylpolitik – Eine kritische Betrachtung zur Haltung einer Profession“ untersuchte Stuhr den Standort der sozialen Arbeit im Spannungsfeld der Asylhilfe, zwischen staatlichen Vorgaben einerseits und ethischen Grundsätzen andererseits. „Malte Stuhrs Lösung in dieser wissenschaftlichen Abschlussarbeit ist die Förderung einer kritischen Sozialarbeit: das Hinterfragen von Problemlagen und eine kritische Haltung als Aufforderung zur Kritik an der eigenen Profession“, so von Grönheim in ihrer Lobesrede. Stuhr wurde mit dem Förderpreis des Fördervereins, vertreten durch Prof. Dr. phil. Udo Wilken (im Ruhestand), ausgezeichnet.

 

„Ich hatte ein persönliches Interesse am Thema, an dem ich auch ehrenamtlich arbeite“, sagte Stuhr im Anschluss der Abschlussfeier. Der Absolvent der Sozialen Arbeit ist eigentlich bei der Lebenshilfe beschäftigt, wollte aber mehr Fachwissen zu seinem ehrenamtlichen Engagement in der Flüchtlingshilfe erwerben. „Mit der GSAD – der German Sudanese Association for Development –  habe ich mit Freunden eine Nichtregierungsorganisation gegründet, in der wir mit sudanesischen Flüchtlingen in Deutschland zusammenarbeiten, kleine Entwicklungshilfeprojekte starten und auch politische Bildung über das Asylsystem im Sudan und in Europa durchführen,“ sagte Stuhr. (Mehr Infos: http://www.gsad-ngo.org)

Erscheinungsdatum: 25.10.2013 

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