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"Gesundheitsorientiert führen, Probleme lösen, beraten“"

Werner-Schule vom DRK und HAWK-Institut für Therapie und Beratung bieten Weiterbildung "Betriebliches Gesundheitsmanagement"

Die Werner-Schule vom DRK hat in Kooperation mit  dem Institut für Therapie und Beratung (IT) an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen die  Weiterbildung „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ konzipiert  und wird sie ab Februar dieses Jahres umsetzen. Mit dem Institut für Therapie und Beratung hat die Werner-Schule einen erfahrenen  Partner ins Boot geholt, der sich darauf spezialisiert hat, Gesundheitstrainings zu entwickeln, zu evaluieren und dafür zu qualifizieren. Das IT hat mit den Schwesternschaften vom DRK einen langfristigen Kooperationsvertrag geschlossen, der das Ziel hat, künftig weitere Weiterbildungen kooperativ mit der Wernerschule durchzuführen.

 

Unsere Gesellschaft unterliegt ständigen Veränderungen von großer Dynamik. Insbesondere durch den Einfluss der Globalisierung, den demografischen Wandel und den schnellen technologischen Fortschritt ergeben sich große Entwicklungspotenziale, aber auch steigende gesundheitliche Risiken. Organisationen im Gesundheitswesen stehen wie Systeme in anderen gesellschaftlichen Bereichen vor der Aufgabe, diese Herausforderungen zu bewältigen.

 

Vor diesem Hintergrund haben Organisationen, die ein Gesundheitsmanagement und Maßnahmen der Gesundheitsförderung in ihre Ziele, Entscheidungen und Organisationsprozesse stringent und kontinuierlich einbinden, den großen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern, über gesunde, leistungsfähige und motivierte Mitglieder bzw. Mitarbeiter/innen zu verfügen.

 

Ziel einer modernen Organisation sollte es sein, nicht nur Krankheiten der Mitglieder bzw. Mitarbeiter/innen und damit Fehlzeiten zu vermeiden; die Mitglieder bzw. Mitarbeiter/innen sollen sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen, damit sie leistungsfähig und motiviert sind und bleiben. Betriebliches Gesundheitsmanagement in die Praxis umzusetzen, stellt allerdings ein anspruchsvolles, interprofessionelles und komplexes Vorhaben dar, das von der Organisationsführung gestaltet und begleitet werden muss. Dabei spielt nicht nur die Einhaltung gesetzlicher und rechtlicher Vorhaben eine wichtige Rolle, die Führung muss auch über relevante Kompetenzen verfügen, die über die Umsetzung von Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheitsmaßnahmen, das betriebliche Eingliederungsmanagement und die Erfassung gesundheitsrelevanter Daten (z.B. Fehlzeiten, Krankenstände, Kosten durch Fehlzeiten, Belastungsbereiche) etc. hinausgehen.

 

So gehört es auch zu den Aufgaben einer Führungskraft, sich um ihre Mitglieder bzw. Mitarbeiter/innen „zu kümmern“, um so nachhaltig die Leistungsfähigkeit der Organisation zu sichern und „Gesundheit zu produzieren“:

  • durch die Gestaltung der Arbeitsaufgaben (Anforderungen und Ressourcen sind anzugleichen) und der Arbeitsbedingungen (Arbeitsbelastungen anpassen und die Arbeitsorganisation effektiver gestalten)
  • durch Gespräche (regelmäßig oder anlassbezogen, Probleme aufgreifen und Lösungen suchen, Feedback, Informationen, Klärung etc.)
  • durch emotional intelligentes Verhalten (Vorbild sein – auch im Umgang mit der eigenen Gesundheit, offener, menschlicher Umgangsstil)
  • durch Wertschätzung, Lob, Anerkennung
  • durch Vermittlung der Sinnhaftigkeit der Arbeit

 

Was braucht eine Organisation, wenn sie ein betriebliches Gesundheitsmanagement einführen oder ausbauen möchte?

Sie benötigt Führungskräfte, die über Folgendes verfügen:

  • Gesundheitsorientierung –  eine Sichtweise, die zu Gesundheitsförderung passt: Wie entsteht Gesundheit und mit welchen individuellen Ressourcen kann sie gefördert und aufrechterhalten werden?
  • Wissen und Kompetenzen zum Gesundheitsmanagement ermöglichen es, in einem ganzheitlichen Ansatz ein System zur Verbesserung der Arbeitssituation und die Gesundheitsförderung der Mitglieder/Mitarbeiter/innen zu gestalten.
  • Persönliche Gesundheitskompetenzen: Wenn ein Mensch selbst in der Lage ist, sein Verhalten auf Gesundheitsrisiken hin zu überprüfen und auch über die notwendigen Fähigkeiten verfügt, um in persönlich oder betrieblich schwierigen Situationen flexibel und der Situation angepasst zu reagieren und zu kommunizieren, hat er eine sehr gute Chance, gesund und leistungsfähig zu bleiben. Und kann selbst als Modell für dieses Verhalten dienen.
  • Ressourcen jenseits von klassischem Management: Eine gesundheitsfördernde Kommunikation ermöglicht es, Mitgliedern bzw. Mitarbeiter/innen zu „gesundem“ Verhalten zu verhelfen.
  • Im optimalen Fall verfügt die Organisation darüber hinaus über spezialisierte hausinterne „Gesundheitssupervisor/inn/en“, die in der Lage sind, in Einzel- oder Gruppentrainings die oben angesprochenen persönlichen Gesundheitskompetenzen weiterzugeben und Mitgliedern/Mitarbeiter/inne/n, die durch Erschöpfung oder Burn-out gefährdet sind,  weitergehende Hilfe zu leisten.

 

Diese Anforderungen waren Grund genug für die Werner-Schule vom DRK, sich mit dem Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement und Förderung der Rotkreuzschwestern in ihrem Gesundheitsverhalten“ näher auseinanderzusetzen und nach passgenauen Fort- und Weiterbildungsangeboten zu suchen. Diese sollten die notwendigen Gesundheitsmanagement-Kompetenzen vermitteln, den Teilnehmenden anbieten, das eigene Gesundheitsverhalten zu reflektieren, ihnen Mittel an die Hand geben, Erschöpfungs- und Krankheitszuständen vorzubeugen und sie im besten Fall dazu befähigen, mit Mitgliedern bzw. Mitarbeiter/inne/n und Kolleg/inn/en gesundheitsfördernd zu arbeiten und diese beratend zu begleiten.

 

Um dem gerecht zu werden, entschied sich das Team der Werner-Schule vom DRK, selbst eine Weiterbildung „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ zu konzipieren und umzusetzen. Mit dem Institut für Therapie und Beratung an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen fand sich ein erfahrener Kooperationspartner, der sich darauf spezialisiert hat, Gesundheitstrainings zu entwickeln, zu evaluieren und dafür zu qualifizieren. Diese Zusammenarbeit führte zu einem Weiterbildungskonzept, das in ausgewogener Weise fundierte Kenntnisse, handfeste Kompetenzen und intensive persönliche Erfahrungen kombiniert.


Die Weiterbildung startet an der Werner-Schule vom DRK im Februar 2014. Sie umfasst einen Stundenanteil von 392 (davon 292 in Präsenzveranstaltungen) und ist modularisiert aufgebaut; sie endet zum November 2014. Die Struktur zeigt sieben Unterrichtsblöcke à fünf Tage und einen Unterrichtsblock à drei Tage sowie eine Praxisphase, in der die Teilnehmer/innen ein  Praxisprojekt zur betrieblichen Gesundheitsförderung in spezifischen Interventionsfeldern planen, umsetzen und auswerten sollen.


Die Weiterbildung wird mit einer Klausur, der Präsentation der Praxisprojekte und der Übergabe des Zertifikates beendet. Die genaue zeitliche Struktur der Weiterbildung und weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.werner-schule.de.

 

Ziel dieser Weiterbildung ist es, Rotkreuzschwestern und Mitarbeiter/innen für die Übernahme von Aufgaben der betrieblichen Gesundheitsförderung und -prävention in ihrer DRK Schwesternschaft zu befähigen. Im Trainingsanteil „Gesundheitssupervision und Gesundheitscoaching“ der Weiterbildung können die Teilnehmer/innen ihre Gesundheitskompetenzen erweitern und Erfahrungen mit Methoden der Gesundheitskommunikation und der Arbeit mit Gruppen zur Stressbewältigung sammeln. Sie werden die Effekte einer Gesundheitssupervision selbst erleben, wahrnehmen, wie Übungen und Fantasiereisen dazu beitragen, dass sie sich kraftvoller und gelassener fühlen. Die Weiterbildung dient dazu, Ressourcen auszubauen, „Antreiber“, Werte, Ziele und blockierende Überzeugungen zu überprüfen und neu abzustimmen und gegebenenfalls neue Wege zu gehen, die noch besser zum Sinn des Lebens passen. Die Teilnehmer/innen werden auch Gelegenheit haben, Verfahren zu üben und selbst Einzelne und Gruppen durch  solche Prozesse zu führen.

 

Und: Es kann auch die Qualifikation als Gesundheitssupervisor/in erworben werden, die dazu befähigt, selbst solche Trainings durchführen. In einem mentalen Gesundheitstraining, wie der Gesundheitssupervision, lassen sich viele Fragen in einer persönlich stimmigen Weise  beantworten, viele Ressourcen erwerben, die die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden stabilisieren. Viele der Kommunikationselemente können auch in Mitarbeiter/innen/gesprächen oder intensiverer Einzelbetreuung hervorragend angewendet werden.

 


Claudia Artz
Referentin für Hochschulkooperation
Werner-Schule vom DRK
www.werner-schule.de


Prof. Dr. Gerhart Unterberger
Institut für Therapie und Beratung an der HAWK
Hildesheim/Holzminden/Göttingen
www.hildesheimer-gesundheitstraining.de

Erscheinungsdatum: 13.01.2014 

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