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Ein Flashmob zur letzten Vorlesung von Martin Thumm

90 Ehemalige überraschen Professor in seiner letzten Vorlesung an der Fakultät Bauen und Erhalten

Beitrag HAWK-Radio


Prof. Martin Thumm ist seit langen Jahren eine Institution in der Lehre von Baugeschichte für angehende Architekten an der HAWK gewesen, und er ist auch im städtischen Bauwesen oft als Berater hinzugezogen worden: zum Beispiel beim Rathausumbau oder beim Wiederaufbau des „umgestülpten Zuckerhuts“. Auch drei Jahre nach sein er offiziellen Verabschiedung hat der Emeritus weiterhin an der HAWK baugeschichtliche Vorlesungen gehalten. Nun allerdings ist auch dieser Lehrauftrag zu Ende gegangen. Zur letzten Vorlesung gab es für Thumm dann allerdings noch eine handfeste Überraschung: ein Flashmob mit ehemaligen Studierenden.


Am Ende einer Vorlesung gibt es meist ein kurzes, artiges Tischklopfen als Beifallssignal für den Professor. Und dann zieht es das Publikum in der Regel schnell zur Ausgangstür. Nicht so bei Prof. Martin Thumm bei seiner letzten Vorlesung in Baugeschichte an der HAWK: Hier wurde geklatscht, es gab Standing Ovations und die rund 150 Zuschauer, so viele wie noch nie - blieben sogar  lange nach der Veranstaltung noch in der Aula der Fakultät Bauen und Erhalten am Hohnsen bei ihm stehen.

 

Nach und nach hatten sich zu den anfangs rund 60 regulären Studierenden 90 weitere Zuschauer/innen  gesellt – sehr zur Überraschung von Thumm. Der hatte sich aber in seiner letzten Vorlesung von dem unerwarteten Stühlerücken nicht aus der Fassung bringen lassen.Dass diese Aktion nicht ganz zufällig passierte, dafür hatten Robert Lindner, ein ehemaliger Kollege und Tom Kauertz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang  Architektur, gesorgt – sie hatten mehr als 400 ehemalige Studierende mobilisiert und sie  für den letzten Vorlesungstag von Martin Thumm eingeladen.Tom Kauertz berichtet:  „Wir Haben über Facebook, E-Mail,  Telefon einen Flashmob als Überraschung organisiert.“

 

Und es Ehemalige nicht nur aus Niedersachsen, sondern auch von weiter her nach Hildesheim. Auch Robert Lindner war von der Resonanz positiv überrascht: „Erstaunlich, wie viele Leute gekommen sind. Die Lehre und Persönlichkeit von Martin Thumm hat eben emotional Spuren hinterlassen.“ Viele der spontan angereisten ehemaligen Studierenden waren der Einladung gerne gefolgt, sie wollten ihren ehemaligen Professor noch einmal in Aktion sehen. „Herr Thumm ist ein wandelndes Lexikon, ich war immer für seine Denkanstöße dankbar und man kann ihn getrost als Virtuosen  der Formulierung bezeichnen“, sagt ein bekennender Thumm-Fan.

 

Und in der Tat gab es eine höchst informative und kurzweilige Vorlesung über verschiedenste Aspekte de Baugeschichte, sei es über die Funktion der Steinmetzmeisterzeichen in den Steinquadern, zu finden in mittelalterlichen Kathedralen, die Historie des Eifelturms und dass er fast wieder demontiert worden wäre, des legendären gläsernen Chrystal Palace auf den Weltausstellungen im 19. Jahrhundert oder die Geschichte vom Erfinders des Stahlbetons.

 

Ganz am Ende überreichte Tom Kauertz dem scheidenden Thumm im Namen der Anwesenden unter anderem einen Doktorhut und hielt eine Verabschiedungsrede, gespickt mit Anekdoten aus den zahlreichen Exkursionen: Martin Thumm jedenfalls war gerührt: „Allmählich schwante mir, dass da in Hintergrund was abgelaufen ist und da war ich dicht an den Tränen vor Rührung.“ So recht  wisse er noch nicht, wie er es fertigbringen solle, mit den Vorlesungen einfach so auf zuhören – er sei schließlich seit seinem 23. Lebensjahr damit befasst. Rückblickend sei er auch deshalb Dozent geworden, weil er aus Leidenschaft jungen Menschen Erfahrungen vermitteln wolle.

Erscheinungsdatum: 27.01.2014 

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