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Impuls-Theater zu Burn Out und Depression im Berufsalltag

HAWK und AG "Depression und Arbeitswelt" laden zu Diskussion und Erfahrungsaustausch am 5. März 2014, 15 Uhr - Bitte um Anmeldung

Impuls-Theater statt Vorträge - HAWK TV war bei den Proben

Radio-Beitrag zum Thema

Es sieht aus wie eine ganz normale Schauspiel-Probe im Theaterraum der HAWK. Theaterpädagogin Bettina Braun vom TfN leitet die Darsteller/innen an und gibt schauspielerische Tipps. Die Anwesenden sind jedoch weniger an einer Karriere als Schauspieler interessiert, als an einer guten Performance, denn sie alle verbindet eine Botschaft: Burn-out und Depressionserkrankung mit alltäglichen Szenen sichtbar machen. „Das Spannende ist, dass ganz viele Betroffene dabei sind, die auch ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen und da geht es manchmal schon sehr hoch her, weil es natürlich sehr persönlich ist“, schildert Bettina Braun ihre Eindrücke.

 

Geprobt wird für den 5. März. Unter dem Motto „Die Route wird berechnet“ lädt die HAWK gemeinsam mit der Arbeitsgruppe „Depression und Arbeitswelt“ vom Bündnis für Depression Hildesheim/Peine/Gifhorn um 15 Uhr zur Premiere und anschließenden Diskussion in den Senatssaal im Goschentor ein. „Wir hätten auch eine klassische Tagung mit Vorträgen planen können, um über die Problemstellungen depressiv erkrankter Menschen in der Arbeitswelt aufmerksam zu machen“, so die Arbeitsmedizinerin und Sprecherin der Arbeitsgruppe Dr. med. Ricarda Sievers. Die aus vielen, überwiegend psychosozialen und medizinischen Berufen zusammengesetzte Gruppe, mit und ohne eigene Erfahrung mit der depressiven Erkrankung, hat sich aber anders entschieden. „Wir wollen ein breites Publikum ansprechen: Depressionserfahrene, helfende und beratende Berufe, Angehörige, Kollegen, besonders aber auch Arbeitgeber und Betriebs- bzw. Personalräte,“ so Sievers.

 

Gereift ist das Projekt an der HAWK unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrike Marotzki von der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit. „Die Studierenden haben unserem Herzblut noch einmal einen besseren Fokus gegeben“, so Sievers über die produktive Zusammenarbeit.

 

„Wir versuchen im Grunde genommen durch diese szenische Darstellung den Teilnehmern an dieser Veranstaltung Berührungsängste mit diesen Personengruppen zu nehmen“, verdeutlicht Dörte Gottschalt von der beruflichen Rehabilitation des Jobcenters die grundliegende Motivation dafür, auch einmal in einen Arztkittel zu schlüpfen. „Die Welt muss sich wandeln und wieder zu den Wurzeln zurückkehren, damit Burn-Out keine Chance mehr hat“, ergänzt Ingard Müller als Betroffene weitere Motivationspunkte.

 

An einer Depression zu erkranken, ist nach wie vor mit einem Tabu belegt. Man spricht nicht darüber. Auch wenn fast jeder schon einmal in irgendeiner Rolle mit dem Thema und betroffenen Personen in Kontakt gekommen ist, bleibt doch häufig ein Gefühl der Ratlosigkeit zurück. Genau hier setzt die Idee der szenischen Darstellung an. Die sechs Szenen beschreiben typische Erfahrungen von den ersten Anzeichen einer depressiven Erkrankung über die Reaktionen im familiären und beruflichen Umfeld, die Arztbesuche, den Klinikaufenthalt, bis hin zum beruflichen Wiedereinstieg bzw. der beruflichen und persönlichen Neuorientierung. Auf diese Weise kann jeder am Thema Interessierte etwas Bekanntes in den Szenen wiederfinden.

 


Im Anschluss an die Aufführung folgen Diskussion und Erfahrungsaustausch in kleineren Runden. Anmeldungen sind bis zum 20. Februar unter kontakt@buendnis-depression-hildesheim-peine.de möglich.

 

Bündnis gegen Depression Hildesheim/Peine/Gifhorn
HAWK und Arbeitsgruppe „Depression und Arbeitswelt“
laden ein:

„Die Route wird berechnet“
5. März 2014, 15 Uhr
Senatssaal der HAWK
Goschentor 1
Hildesheim

Prof. Dr. Ulrike Marotzki

Erscheinungsdatum: 18.02.2014 

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