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Roemer- und Pelizaeus-Museum und HAWK schließen Kooperationsvertrag

Vielfältige Zusammenarbeit wird weiter intensiviert in Lehre, Forschung und Ausstellungsentwicklung

Das Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim (RPM) und die HAWK arbeiten seit vielen Jahren eng zusammen. Von Seiten der HAWK haben die Bereiche Konservierung und Restaurierung, Architektur und Gestaltung eine Vielzahl von Projekten mit dem Museum realisiert. Diese Zusammenarbeit wollen beide Institutionen jetzt institutionalisieren und weiter ausbauen. Prof. Dr. Regine Schulz, Leitende Direktorin und Geschäftsführerin des  RPM, und Prof. Dr. Christiane Dienel, Präsidentin der HAWK, haben jetzt einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichnet.

 

„Die HAWK, unsere Studierenden und Lehrenden werden sehr von der Intensivierung der Zusammenarbeit profitieren. Wir füllen das Wort ‚Praxisnähe‘ mit Leben und sind glücklich darüber, dass sich beide Institutionen so befruchten können“, betont HAWK-Präsidentin Dienel.

 

„Die HAWK ist seit Jahren einer unserer engsten und verlässlichsten Partner. Viele gemeinsame Projekte sind vor allem in den Bereichen Restaurierung und Gestaltung in den letzten Jahren gemeinsam durchgeführt worden. Der Kooperationsvertrag wird diese erfolgreiche Zusammenarbeit unterstützen und langfristig absichern. Beide Institutionen werden davon nachhaltig profitieren“, ergänzt Regine Schulz.

 

Vor dem Hintergrund, dass das  RPM nicht nur ein Ausstellungs- und Bildungsort ist, sondern auch eine national und international vernetzte Forschungseinrichtung, soll die Kooperation im Forschungsbereich theoretische und praktische Erfahrungswerte koppeln und Synergieeffekte ermöglichen. Dabei geht es insbesondere um die Aspekte

 

  • Unterstützung und Beteiligung an geeigneten Forschungsprojekten,
  • Planung und Durchführung gemeinsamer Forschungsprojekte und wissenschaftlicher Tagungen,
  • gemeinsame Antragstellung bei Stiftungen für kooperative Projekte,
  • gemeinsame wissenschaftliche Publikationen,
  • Projekten zur Erhaltung und Bewahrung des Kultur- und Naturerbes im RPM und Stadtmuseum Hildesheim.

Von einer engen Zusammenarbeit profitieren auch die Studierenden der HAWK, zudem stärkt sie den Bildungsauftrag des RPM. Themen sind hier:

  • Praktika für Studierende der HAWK durch das RPM,
  • Mitarbeit von Studierenden an Forschungs- und Ausstellungsprojekten des RPM,
  • Planung und Durchführung gemeinsamer Workshops für Studierende,
  • eine besonders enge Zusammenarbeit mit der Fakultät für Bauen und Erhalten, der Fakultät für Gestaltung und dem Hornemann Institut,
  • Möglichkeit zur Vergabe von Lehraufträgen und Beteiligung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des RPM an Lehrveranstaltungen der HAWK,
  • Mitbetreuung von Abschlussarbeiten durch Wissenschaftler des RPM.

 

Auch das RPM kann die Expertise der HAWK in den entsprechenden Studienbereichen nutzen, indem zum Beispiel Lehrende und Studierende der HAWK in Ausstellungsprojekte und Öffentlichkeitsveranstaltungen des RPM einbezogen werden und sogar gemeinsame Ausstellungen und Programme entwickeln können. Außerdem sollten ausstellungsbegleitende Publikationen und Programme für verschiedene Besucher und Nutzergruppen (vor Ort und Online) erarbeitet werden.

 

Aus welchem Erfahrungsschatz beide Institutionen schöpfen können, belegt ein Blick in die vielen gemeinsamen Projekte der Vergangenheit:

 

  • 1989 bis 2012 Untersuchung, Konservierung und zum Teil Restaurierung zahlreicher Objekte aus den Sammlungen des RPM in der Restaurierungswerkstatt für gefasste Holzobjekte und Gemälde der HAWK. Darunter aus der stadtgeschichtlichen Sammlung Knaggen, Füllbretter, Volutenkonsolen sowie gefasste Holzskulpturen, Gemälde auf Holz und textilen Trägern, Möbel und Spielzeug. Aus der Ozeanien-Sammlung u. a. ein Tapa (bemalter Rindenbaststoff) und ein Tragbandschild.
  • Seit Anfang 2014 Restaurierung von zwei Barockfiguren aus der stadtgeschichtlichen Sammlung, Restaurierung eines Holzmodells der Michaeliskirche ist in Planung.
  • Diplomarbeiten, die im Rahmen der Zusammenarbeit entstanden: 1995 zu Figuren-Knaggen aus dem Roemer-Museum, 2000 zum Peter-und-Paul-Altar in der St. Lamberti-Kirche, 2002 zur Skulptur Johannes des Täufers mit Taufschale(ebenfalls in der St. Lamberti-Kirche) sowie zum Trinitatis-Altar aus dem ehemaligen Trinitatis-Hospital in der St. Bernward-Kirche. 2008 Bachelor-Thesis im Vorfeld einer kurzfristigen Umlagerung der Gemälde aus dem Depot des RPM, 2010 Master-Thesen zu einem Vorlagenkarton von Hermann Prell von 1905 auf Papier und Gewebe und zu zwei großformatigen Gemälden von Johann Melchior Roos, 2013 Bachelor-Thesis zur Sammlung japanischer Theatermasken im RPM (Zweitprüferin: Prof. Dr. Regine Schulz)
  • 2003 Unterstützung bei der Einrichtung der Dauerausstellung „Frühe Menschen“ durch die Fakultät für Gestaltung.
  • 2006 Ausstellung „kultur/pflege“ von Studierenden der Fakultät Gestaltung unter Leitung der Diplom-Designerin Nicole Westphal im RPM, 2010 Ausstellung „Aphorismen. Die Lec’schen Gedanken“ der HAWK in Kooperation mit der Akademie der Schönen Künste Warschau im RPM.
  • Anfertigung von Modellen durch Studierende der Fakultäten Bauwesen/Erhaltung von Kulturgut im Rahmen der Sonderausstellungen „Kult um den Ball“ (2006), „Maya – Könige aus dem Regenwald“ (2007/2008) sowie „Paradiese der Südsee“ (2008/2009) und „Giza“ (2011).
  • 2009-2010: Beteiligung des damaligen Leiters des Stadtmuseums, Dr. Arnulf Siebeneicker, bei der Reihe „Hildesheimer Museumsgespräche“.
  • 2011, 2012 und 2013 Projektwochen der Fakultät Erhaltung von Kulturgut, Studiengang Konservierung/Restaurierung zu gefassten Holzobjekten und Gemälden, ägyptischen Objekten und Objekten aus der völkerkundlichen Sammlung. Im Rahmen dieser Projektwochen, die von den jeweils zuständigen Kuratoren und der Restauratorin des RPM betreut wurden, hatten die Studierenden die Aufgabe, Objekte zu betrachten, zu dokumentieren und zu fotografieren sowie Vorschläge für Lagerung und konservatorische Maßnahmen zu machen.
  • 2011 Beratung bei der Sonderausstellung „Familie Lautensack“ im Stadtmuseum und Unterstützung beim Bau eines Stadtmodells von 1480 durch die Fakultät Bauwesen.
  • 2012 Durchführung eines Kooperationsprojekts der HAWK mit dem Landesmuseum Hannover, dem RPM und der Universität Minia zur mehrwöchigen gemeinsamen Ausbildung von ägyptischen und deutschen Studierenden der HAWK und der Universität Minia vor Ort in Ägypten und anschließend in Hildesheim und Hannover. Das Projekt wurde vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst gefördert und soll 2014 wiederholt werden.
  • 2013 Entwicklung einer Kinect-Station durch die Fakultät Gestaltung im Rahmen der Sonderausstellung „Die Macht der Toga“, die es den Besuchern ermöglichte, sich mittels einer Spiegelkonsole und eines Bildschirms digital römische Gewänder anzulegen.
  • Seit vielen Jahren zwei Mal pro Jahr Vorträge zum Thema „Kulturelle Bildung am Beispiel des RPM“ an der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit der HAWK und damit verbundene Workshops im Museum
  • Es besteht seit Jahrzehnten eine ständige Zusammenarbeit mit der HAWK, die das RPM immer wieder mit Tipps und Ratschlägen zur Konservierung und Lagerung von Objekten, mit dem Verleih von Geräten sowie mit Untersuchungen, die im RPM nicht durchgeführt werden können, unterstützent.• Ehemalige Studierende der HAWK arbeiteten nach ihrem Studium als selbständige Restauratoren immer wieder für das RPM

 

Roemer- und Pelizeaus Museum Hildesheim


Erscheinungsdatum: 04.03.2014 

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