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"Ich hätte nicht gedacht, dass ein Computer so viele Teile hat"

32 Schüler/innen nehmen am HAWK Zukunftstag teil und erforschen Frauen- und Männerberufe

"Was können wir jetzt noch ausbauen?", fragt die Hildesheimer Schülerin Marlen Ilsmann (14) vom Scharnhorstgymnasium ihre Freundin Isabelle Zender (12) vom Goethegymnasium. Etwas hilflos schauen die Mädchen in den fast leeren Computertower, der kaum noch mobile Teile enthält. „Ich hätte nicht gedacht, dass ein Computer so viele Teile hat“, wundert sich Isabelle Zender.

Die HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst am Standort Hildesheim bot 16 Mädchen im Rahmen des Zukunftstages die Chance, unter professioneller Anleitung einen Computertower auseinander zu nehmen.

„Wegen der Spulen und der Spannung haben wir zur Sicherheit als erstes das Netzteil komplett ausgebaut“, erklärt Andreas Vornkahl vom Rechenzentrum der Hochschule.
Lara Maria Lütke (12) von der Robert-Bosch-Gesamtschule, Mitschülerinnen Katharina Reineke (13) und Franziska Ruppelt (14) von der Renataschule setzen auch lieber auf Sicherheit. Sie schrauben nur aus, was sie auch wieder zuordnen können. „Das Ausbauen war deutlich leichter“, lacht Marlen Ilsmann.
Die Auszubildenden der HAWK Jan-Iven Lange und Yannick Hoffmann sowie Studentin Nadine Theile unterstützen die Mädchen beim Zurückplatzieren der einzelnen Bauteile.

Zwölf weitere Schülerinnen widmen sich unter dessen der Baustoffkunde. Im Studienbereich Bauingenieurwesen und Architektur an der Fakultät Bauen und Erhalten in Hildesheim unterziehen die Mädchen Stahl verschiedenen schweren Belastungsproben.

Prof. Dr.-Ing. Elke Scholz erzählt den „Nachwuchswissenschaftlerinnen“ über die Beschaffenheit von Stahl und zeigt bei Versuchen, wie dieses Material auf Belastbarkeit bei Temperaturschwankungen und Zugkraft untersucht wird. „Ich fand es erstaunlich, dass man Stahl noch einmal bis zu sechs Zentimeter ziehen kann, bevor er bricht“, berichtet Michelsenschülerin Pia Riepl-Bauer begeistert von den Versuchen.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Fakultät, Dipl.-Ing. Erika Puls, hofft, dass sich durch Aktionen wie dem Zukunftstag die Frauenquote besonders im Bauingenieurwesen erhöht. „Es gibt keinen Grund, warum Mädchen das nicht studieren sollten“, so die Ingenieurin. Während ihres eigenen Studiums des Bauingenieurwesens habe es gerade einmal drei Frauen gegeben.

Das Gefühl kann Alexander Janulyti-Kirschbaum gut nachvollziehen.
Er ist der einzige Erzieher in der HAWK-Krippe. Am Zukunftstag hat er endlich einmal männliche Unterstützung. Die Zwillinge Michail und Petro Spyridon, sowie Paul Hintzke und Jonas Getzschmann helfen ihm einen Vormittag bei der Kinderbetreuung.
„Ich werde im Herbst auch mein Praktikum in der HAWK-Krippe machen“, sagt Jonas Getzschmann zum Abschluss des Tages begeistert. Sein Ziel steht fest, der 14-jährige Realschüler aus Hildesheim Himmelsthür möchte unbedingt Erzieher werden und mit Kindern arbeiten.

Das HAWK-Gleichstellungsbüro, unter Leitung von Ingrid Haasper, ist zufrieden mit dem Erfolg des Zukunftstages. Erscheinungsdatum: 28.03.2014