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Vorlesung kurz vor Mitternacht

Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit weitet durch Webinare Kooperation mit Kean University (USA) aus

Es ist keine ganz normale Vorlesung, die am Abend an der HAWK Fakultät „Soziale Arbeit und Gesundheit“ stattfindet: Prof. Dr. Oliver Kestel begrüßt seine Studierenden wie immer, dann schaut er aber in eine kleine Kamera, ein Headset nimmt seine Stimme auf und er heißt die Gastdozentin zu ihrer Onlinevorlesung willkommen. Die Studierenden sitzen in ihrem Seminarraum im Fakultätsgebäude Hohnsen 1 und sehen sich den Vortrag ab jetzt auf einer Leinwand an – auf englisch. Die Gastdozentin ist Prof. Dr. Denise Ellis von der Kean University in Newark, New Jersey, und sie spricht über das Thema „US Social Model“, zu deutsch, „Das Sozialmodell der USA“. 

 

Im Rahmen des Master-Studiengangs „Soziale Arbeit im internationalen und interkulturellen Kontext“ finden Vorlesungen von Gastdozent/inn/en von den ausländischen HAWK-Partnerhochschulen regelmäßig statt, mit Referenten aus Schweden, den Niederlanden und Rumänien. Zum anderen werden die Veranstaltungen des dritten Semesters generell auf englisch gehalten, um so auch für Studierende aus dem Ausland das Angebot attraktiv zu machen. Eine Onlinevorlesung im Rahmen eines solchen Seminarmoduls, auch Webinar genannt, findet in diesem Studiengang an der HAWK aber so zum ersten Mal statt.

 

Technisch unterstützt wird das Webinar „Human Rights, Social Rights and Social Work“ von Birgit Wittenberg und Thomas Kittel vom Zentrum für Information, Medien und Technologie  (ZIMT eLearning) an der HAWK. Sie setzen spezielle Software ein: das Konferenzprogramm ‚Adobe Connect‘. Damit können sich Hochschullehrer/innen und Studierende nicht nur gegenseitig sehen und hören, sondern auch die Präsentation mit Text und Grafiken können am Rechner mitgelesen werden.

 

Der Vortrag von Prof. Ellis wird von den Studierenden gut angenommen, Prof. Ellis spricht über das ‚US Social Model‘ – seinem philosophischen Unterbau, der Frage der sozialen Verantwortung und die Rolle der US-Regierung und Verwaltung. Nach dem Vortrag gibt es auch die Möglichkeit, Fragen an die Dozentin zu stellen. Mit einem Mikrofon, das im Seminarraum herumgereicht wird, können sich die deutschen Studierenden in die Gesprächsrunde einbringen.

 

Auf die Idee, ein internationales Webinar zu veranstalten, kam Prof. Kestel über einen Emailkontakt mit der Kean University: „Ich hatte herausgefunden, dass es dort auch die Internationalisierung eines Masterstudienganges gibt – genau wie bei uns“, erklärt Kestel, wie es zum neuen Webinar-Angebot gekommen ist. Nach einem ersten Kontaktbesuch im Sommer 2013, der in New Jersey stattfand, kam Prof. Dr. Ellis nach Deutschland zu einem Gegenbesuch, um sich die HAWK anzuschauen.

 

Kestel zeigt sich positiv  überzeugt von dem ersten Webinar-Termin: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Vortrag, sowohl der technischen Umsetzung als auch dem Inhalt. Das war mal ein anderes Element für den Kurs an sich, aber auch für die Studierenden.“

 

Da auch diese Veranstaltung von allen sehr gut gefunden wird, haben sich beide Seiten verständigt, das gegenseitige Angebot zu verstetigen und wenn möglich auch auszubauen.

 

Das zeigen ebenfalls die positiven Rückmeldungen der Studierenden nach der Auftaktvorlesung, auch wenn es für den einen oder anderen erst einmal etwas Eingewöhnung braucht – sowohl für die Technik als auch das relativ hohe Englisch-Niveau.

 

„Ich fand es sehr gut, dass man nicht nur der Dozentin zuhören konnte, sondern auch noch mal über die Internetverbindung nachfragen konnte“, sagt ein Student am Ende der Veranstaltung in der Feedbackrunde. Jemand anderes hätte es gut gefunden, wenn auch die US-amerikanischen Studierenden in der gleichen Seminareinheit per Technik dazu geschaltet gewesen wären.


Doch dieses Szenario spiele noch ein wenig in der Zukunft, sagt Kestel. Dass momentan die Studierenden getrennt von ihren Kommilitonen vom anderen Kontinent die Vorlesung hören, liege an der Zeitverschiebung: Der Masterkurs in der Kean University fange immer erst gegen 17 Uhr Ortszeit an, dann ist es in Hildesheim bereits fast Mitternacht. Die Vorlesungen würden für die deutschen Studierenden dann bis in die frühen Morgenstunden dauern. „Kein Problem“, kommt als Antwort unter allgemeinen Gelächter, „ wir sind schließlich Student/inn/en, das sind wir gewohnt.“

 

Prof. Kestel hatte  mittlerweile bereits Gelegenheit, eine spätabendliche Vorlesung auszuprobieren: Im Rahmen der Gegenvorlesung sprach er jetzt über „Social Welfare Policy in Europe“ für die Studierenden der Klasse von Frau Dr. Ellis. Die Studierenden begrüßte er um 23 Uhr.

 

Prof. Dr. Oliver Kestel

Erscheinungsdatum: 01.05.2014 

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