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"Man muss kein Öko sein, um das zu studieren"

Fakultäts-Lotse Green Building: Marcel Weiß wirbt für den Standort Holzminden

Dass Marcel Weiß jede Menge Pioniergeist besitzt, sieht man nicht auf den ersten Blick. Dabei gehört der eher ruhig und bedächtig wirkende gebürtige Herforder zu jener Handvoll Studierenden, die sich im Herbst 2012 für den deutschlandweit einmaligen Studiengang „Green Building“ an der HAWK in Holzminden einschrieben und damit Neuland betraten. Ein Schritt, den er bisher nicht bereut hat, obwohl das Wort „Zufall“ nicht nur bei dieser Entscheidung eine nicht ganz unwesentliche Rolle gespielt hat.  

 

Eigentlich Sportlehrer

Schon die Frage, wie es nach dem bestandenem Fachabitur an der Anna-Siemsen-Berufsschule Herford weitergehen sollte, war für den heute 26-Jährigen nicht so einfach zu beantworten. Genau genommen hätte er Sportlehrer werden müssen, denn darauf zielte seine spezifische sportpädagogische Ausrichtung mit den zentralen erziehungswissenschaftlichen Fächern Didaktik und Methodik hauptsächlich ab. „Aber Sportlehrer war es dann doch nicht so, ich wollte lieber ins Technische“, war Marcel Weiß dann doch ziemlich schnell klar. Er überlegte hin und her, suchte im „berufenet“ der Arbeitsagentur herum, stieß auf das Profil des technischen Zeichners und entschied sich für eine Ausbildung in diesem Bereich. Eher zufällig, wie er sagt, obwohl er schon durch die Tochter eines Bekannten beiläufig mit dem Thema in Berührung gekommen war. „Der Bereich Heizung, Klima, Sanitär war beim Durchlesen des Profils einfach Liebe auf den ersten Blick“, erinnert Marcel sich, „Gebäudetechnik zu planen, zeichnen, entwickeln und zu berechnen, das fand ich einfach hochinteressant.“

 

Technischer Zeichner oder Ingenieur?

Noch interessanter allerdings, das stellte sich während seiner Ausbildung im Planungsbüro heraus, schien ihm bald darauf die Tätigkeit des mit ihm zusammen arbeitenden Ingenieurs. „Als technischer Zeichner war man immer nur mit Ausschnitten befasst“, meint Weiß. Das ganzheitliche Planen der Ingenieure, die dazu gehörenden Wirtschaftlichkeitsberechnungen mit anzustellen, Besprechungen mit den Architekten durchzuführen oder auch die Bauleitung vor Ort mit zu übernehmen, das war es, was ihn faszinierte: „Ich wollte nicht nur stumpf vor dem Computer sitzen, sondern auch von draußen etwas mitkriegen.“

 

Eine Anzeige führt nach Holzminden

Dass er nach seiner Ausbildung mit seinem nun genauer fokussierten Berufswunsch an die HAWK und noch dazu an einen bis dahin völlig unbekannten Studiengang geriet, war dann der nächste Zufall. Und zwar einer, der ihn buchstäblich in letzter Minute auf Holzminden kommen ließ. Denn als er sich über das Thema Gebäudetechnik informierte, kamen ihm zunächst nur die in dem Bereich schon etablierten Hochschulen in Wolfenbüttel, Schweinfurt oder Trier in den Sinn. „Holzminden ist mir dabei noch gar nicht aufgefallen“, sagt er. Eine Anzeige der HAWK im turnusmäßigen Ausbildungsführer der „Neuen Westfälischen“ habe ihn dann auf den Studiengang Green Building aufmerksam gemacht. Ein Studium der Gebäudetechnik, mit einer Ausrichtung, bei der Nachhaltigkeit besonders im Vordergrund steht und der Einsatz von erneuerbaren Energien eine entscheidende Rolle spielt? „Das war neu“, erkannte Weiß. Und genau eben dieses Neue, Innovative, begeisterte ihn so sehr, dass er nach Holzminden wollte. „Man muss kein Öko sein, um das zu studieren“, betont der Student im vierten Semester dabei heute. Aber die wesentlichen Ziele, etwas gegen Verschwendung von Rohstoffen zu tun und möglichst viel Einsparungspotential zu suchen, sind ihm schon sehr wichtig.

 

"Riesige Vorlesungssäle wollte ich nicht"

Dass der Studiengang ausgerechnet in der kleinen Weserberglandstadt angeboten wurde, war für ihn dabei kein Hinderungsgrund, denn fürs Studium wollte er sowieso nicht in eine Großstadt. „Riesige Vorlesungssäle mit hunderten von Leuten, wo man schon eine halbe Stunde eher da sein muss, um einen Sitzplatz zu ergattern, das wollte ich nicht“, meint Weiß, der Berichte von Freunden kannte. Seinen Lebensmittelpunkt Holzminden weiß er mittlerweile sogar richtig zu schätzen. „Man lernt‘s lieben, wie man so schön sagt“, findet er und ist überzeugt, dass man schon eine Menge in der kleinen Stadt machen könne, wenn man sich die Mühe mache, genauer hinzuschauen.

 

Unabhängig allerdings von seiner Abneigung gegen überfüllte Hörsäle möchte Marcel Weiß schon, dass der Studiengang Green Building sich weiter entwickelt. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist er Fakultätslotse geworden. Der Studiengang habe zwar wachsende Studierendenzahlen, „aber es wäre halt schön, wenn es noch mehr Interessierte gäbe“, unterstreicht Weiß.

 

Bachelor-Studiengang Green Building

 

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Steckbrief Fakultäts-Lotse

Green Building

Marcel Weiß
26 Jahre alt

„Man muss kein Öko sein, um das zu studieren“

  • Schule: Mittlere Reife, danach Fachabitur mit Sportleiterausrichtung
  • Ausbildung:Technischer Zeichner „Heizung, Klima, Sanitär“
  • Bachelor-Studiengang Green Building
Erscheinungsdatum: 14.05.2014 

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