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"Das kann nicht alles sein in meinem Leben"

Fakultäts-Lotse Baumanagement: Frederik Schultejohann wollte eigentlich Zimmermann werden

Eigentlich. Eigentlich wollte Frederik Schultejohann Zimmermann werden. Und eigentlich hätte er sich vielleicht auch für einen anderen Standort als Holzminden entschieden, wenn das Baumanagement-Studium noch näher zu seiner Heimat Dortmund machbar gewesen wäre. Schließlich findet er es eigentlich ja auch in der Weserberglandstadt langweilig. Aber auch nur eigentlich, denn die Abende in den Holzmindener Kneipen sind häufig ziemlich witzig, das Studium gefällt ihm an der HAWK sehr gut, und weil ihn die Kontaktmöglichkeiten fasziniert haben, ist er sogar in eine studentische Verbindung eingetreten. Es sind vor allem die Widersprüche, mit denen der 23-Jährige nicht nur lebt, sondern auch gut vorwärts kommt. 

      

Aus der Not eine Tugend gemacht

Vielleicht charakterisiert die Art, wie Frederik Schultejohann auf die Idee zu seinem Gesellenstück während seiner Tischler-Ausbildung kam, am besten seine Art der Zielstrebigkeit. Auf der Suche nach einem möglichen Thema schweifte sein Auge durch sein Zimmer, und der Blick fiel auf sein herumliegendes Skateboard. Dafür musste ein Schrank her, keine Frage, damit das Ding nicht ständig im Weg lag! Die Idee für das Gesellenstück war geboren. Kein Einzelfall, denn Frederik hat, was schulische und berufliche Karriere angeht, aus der Not häufiger eine Tugend gemacht.

 

Ausbildung als Tischler

Aus der Not heraus hatte er seine Ausbildung als Tischler begonnen, denn von allen in den letzten Jahren ja eher krisengeschüttelten Zimmermannsbetrieben hatte er nur Absagen erhalten. Auf die Frage, warum er denn überhaupt nach seinem Realschulabschluss 2009 unbedingt den Job als Zimmermann bevorzugt habe, lächelt Frederik und meint: „Die Millimeterarbeit in der Tischlerausbildung hat mich manchmal schon ganz schön Nerven gekostet.“

 

Fachabitur in Hagen

Nicht nur fürs Gesellenstück, auch für die Ausbildung insgesamt hat sein filigranes Geschick auf jeden Fall gereicht, dennoch wollte Frederik mehr. „Das kann nicht alles sein in meinem Leben“, dachte er sich nach Beendigung der Ausbildung, „jeden Tag in die Werkstatt gehen, das wollte ich nicht bis 67 machen.“ Grund genug, sein Fachabitur in Hagen nachzumachen, mit der Fachrichtung „Bau“ selbstverständlich, denn er hatte ja schon mit seiner Tischlerausbildung etwas Handwerkliches gemacht, und etwas Praktisches in der Richtung „Bau“ fand er sowieso interessant, auch wenn in den Rohbauten alles Wesentliche immer schon erledigt war, wenn er als Tischler anrückte.    

 

"Aktiv und praktisch Probleme lösen"

Auf dem schon Gelernten aufbauen, blieb auch nach bestandenem Fachabitur 2013 die Devise von Frederik, auch wenn er wieder gar nicht so genau wusste, worauf das Ganze hinauslief. Trotz der Weiterqualifizierung nicht nur im Büro tätig zu sein, sondern auch aktiv und praktisch Probleme zu lösen, das war der wesentliche Impuls für ihn, dann auch ein Baumanagement-Studium anzufangen. „Ich möchte raus, ich möchte gucken, ich möchte Dinge regeln, welche Richtung, das war mir gar nicht so wichtig“, sagt er. Wegen der speziellen Ausrichtung des Fachabis und seiner Tischlerlehre habe sich Baumanagement dann entsprechend eben angeboten. Ein wenig hat ihn dabei die Aussicht auf die mit dem Studium verbundenen mathematischen Aufgaben schon geschreckt, allerdings verhält es sich mit Mathe am Ende so, wie mit der Millimeterarbeit: „Das war nie meine Stärke, aber wenn man sich damit auseinandersetzt, stellt man fest, man kann´s ja eigentlich doch“.

 

Nähe zu Dortmund

Auf Holzminden sei er im Grunde dann wegen der relativen Nähe zu Dortmund gekommen, weniger wegen seiner jetzt 30-jährigen Schwester, die hier Immobilienwirtschaft studiert habe. Vielleicht wird ihn die Empfehlung der Schwester, die Holzminden als schöne Stadt und die Bemühungen der Professor/inn/en als außergewöhnlich gelobt hat, wohl aber schon beeinflusst haben. 

 

"Man lernt schnell Leute kennen"

Holzminden und die HAWK schätzt Frederik inzwischen sehr, denn hier sei halt alles sehr familiär. „Weil alles so klein ist, lernt man schnell Leute kennen“, findet er und ist darüber hinaus auch noch in die Verbindung „Die Cheruskia“ eingetreten, um Leute kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Die Verbindungen findet Schultejohann gut, die seien auch entgegen landläufiger Auffassung sehr liberal, nicht schlagend und für Frauen und Männer gleichermaßen offen. Die Gemeinschaft sei gut und natürlich hat er auch ein wenig die guten Beziehungen zur Berufswelt dabei im Auge.

 

Und auch Fakultätslotse ist Frederik geworden, weil er das Bewusstsein dafür wecken möchte, dass alles gar nicht so groß sein müsse, wie man auf den ersten Blick so meint. „Holzminden schreckt viele doch eher so ab, weil viele in die Studentenmetropolen Hamburg, Berlin oder Münster wollen. Aber da gehen die meisten auch unter, das muss man sich mal klar machen.“ Hätte er selbst noch mehr Ablenkung, so fürchtet er, würde sein Studium nicht so gut laufen, schließlich sei er kein Kind von Traurigkeit und lasse sich leicht und gern ablenken.

 

Bachelor-Studiengang Baumanagement

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Steckbrief Fakultäts-Lotse
Baumanagement

„Hier kann man sich aufs Studium konzentrieren…“

Frederik Schultejohann
23 Jahre alt

  • Schule: Mittlere Reife in Dortmund-Brackel 2009, Fachabitur in Hagen 2013
  • Ausbildung: dreijährig zum Tischlergesellen in Dortmund-Hombruch
  • Bachelor-Studium im Baumanagement an der HAWK Holzminden im 2. Semester
Erscheinungsdatum: 14.05.2014 

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