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In Holzminden studieren, in Hamburg seine Träume verwirklichen

Fakultäts-Lotse Wirtschaftsingenieur: André Lotz hat es der Liebe wegen an die HAWK verschlagen

André Lotz hat Träume. In Hamburg Flughäfen oder Bahnhöfe zu planen und sich im Speckgürtel der Metropole ein eigenes Haus zu bauen, ist beispielsweise so einer dieser Träume. Ein Träumer ist der bald 25-Jährige aus Hilwartshausen bei Dassel allerdings nicht. Dazu hat der HAWK-Student, der im vierten Semester Wirtschaftsingenieur mit Fachrichtung Infrastruktur studiert, seine Vorstellungen trotz junger Jahre schon häufiger den Realitäten anpassen müssen. Oder auch wollen, denn die Entscheidung für die HAWK war eine aus Liebe. Keine zum Standort Holzminden, zum direkten Studienfach oder etwa zur HAWK als solcher, nein ganz real und romantisch zu seiner Freundin, denn die wohnt in Holzminden. Also doch ein Träumer? Mitnichten, denn André Lotz hat durchaus seine Erfahrungen und weiß inzwischen schon, was er will und was nicht.

 

Zahntechniker-Ausbildung

2006, nachdem der seinen Realschulabschluss in der Tasche hatte, war das vielleicht noch ein wenig anders. Denn damals ließ er sich noch von Äußerlichkeiten einer Zahntechnikerkarriere blenden als von den eher betrüblichen Aussichten für eine große Zahl vieler in diesem Beruf Tätigen. André Lotz schloss die Zahntechniker-Ausbildung indessen nach dreieinhalb Jahren in Northeim nicht nur gut ab, sondern stellte seine Kompetenzen auch danach weiter mit viel Energie hervorragend unter Beweis, sodass er schon nach einem halben Jahr zum Abteilungsleiter avancierte.

 

Abteilungsleiter

Insgesamt noch anderthalb Jahre bis 2010 arbeitete er als Zahntechnikergeselle weiter, aber selbst als Abteilungsleiter war das, was am Ende finanziell dabei heraussprang, zu wenig, um sich in dem Beruf vielversprechende Perspektiven auszurechnen. „Nachdem ich gesehen habe, wie viele Stunden ich da tagtäglich gearbeitet habe und was dabei an Geld auf dem Konto landete, stand für mich bald fest, dass ich das nicht weitermachen möchte und habe gekündigt“, erzählt Lotz. Bei einem sehr geringen Nettogehalt kein Wunder, denn das reichte gerade einmal für die monatlichen Fahrtkosten zum Arbeitsplatz, weil eine Wohnung vor Ort unter diesen Bedingungen sowieso komplett illusorisch gewesen wäre. Und auch der Einstieg in ein eigenes Labor schien ihm viel zu riskant, zumal die finanziellen Mittel dazu gefehlt hätten.

 

Fachwirtschaftsabitur

Stattdessen drückte er lieber noch einmal die Schulbank und holte an den Berufsbildenden Schulen in Northeim sein Fachwirtschaftsabitur nach. Mit Bravour übrigens, denn der Notendurchschnitt von 1,4 kann sich schon sehen lassen und bot allerlei Möglichkeiten. Doch sein neuer Berufswunsch, nämlich zur Polizei zu gehen, sollte sich dennoch nicht erfüllen. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung verhinderte die Einstellung des ausgesprochen sportlich wirkenden jungen Mannes.

 

Wohnung in Hamburg gesucht

Und auch Plan B, nämlich Wirtschaftsingenieur im Bereich Maschinenbau zu studieren, hätte Lotz kaum an die HAWK geführt, zumal er sowieso einfach nur weg wollte aus der an Metropolen nicht gerade reichlich gesegneten südniedersächsischen Region. In Hamburg hatte er sich bereits mit einem Freund zusammen eine Wohnung gesucht, wegen seines Abschlusses standen ihm sowieso überall an den großen Unis und Fachhochschulen die Türen offen. „Aber wie das Schicksal dann so spielt“, grinst André, „am Ende entscheidet man sich dann doch, hierzubleiben.“ Das Schicksal, das ihn dann schließlich nach Holzminden brachte, war weiblicher Gestalt und ließ ihn auf ein Wirtschaftsingenieur-Studium an der HAWK setzen.

 

Verbund von Praxis und Theorie

Bereut hat er den Verzicht auf die große Stadt und die renommierte Universität bisher nicht, ganz im Gegenteil: „Das hört sich vielleicht zunächst besser an, wenn man sagt, man komme von der Universität Hamburg“, meint er, „aber hier hat man doch einen viel besseren Verbund von Praktischem und Theoretischem.“ Gerade jetzt im vierten Semester merke er ganz besonders, wie stark die Praxis mit eine Rolle spiele. Er sei gerade bei einem Projekt für die Straßensanierung hier in Holzminden mit dabei, erzählt André Lotz. Und wenn man an die Professoren eine Frage habe, schreibe man eine Mail und bekomme spätestens am nächsten Morgen eine Antwort. „An Unis wie der in Hamburg gibt es nur den Theorie-Input“, glaubt er, „wenn man dann im Anschluss arbeiten geht, fehlt einem die Praxis komplett.“

 

"Wie das so ist mit dem Studium"

Das Studentenleben, da macht Lotz keinen Hehl daraus, sei natürlich nicht so, wie man es sich im Allgemeinen vorstelle. „Aber wenn man nicht unbedingt jeden Tag Party machen will, dann ist das Studium hier schon gut“, stellt er fest. Genau eben das, glaubt er, könne er als Fakultätslotse mit seinen Erfahrungen sehr gut vermitteln: „Als ich selbst noch ganz unentschieden war, was und wo ich studieren sollte, hätte ich mir jemanden gewünscht, der ungefähr im gleichen Alter ist und einmal davon erzählen kann, wie das so ist mit dem Studium und was man so machen kann.“

 

Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieur

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Steckbrief Fakultäts-Lotse:

Wirtschaftsingenieur/Infrastruktur

André Lotz
24 Jahre alt

„Als ich selbst noch ganz unentschieden war, was und wo ich studieren sollte, hätte ich mir jemanden gewünscht, der ungefähr im gleichen Alter ist und einmal davon erzählen kann, wie das so ist mit dem Studium und was man so machen kann“.

  • Schule: Mittlere Reife, nach Ausbildung Fachabitur BBS Northeim, Fachrichtung Wirtschaft
  • Ausbildung: Zahntechnikergeselle
  • Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieur
Erscheinungsdatum: 14.05.2014 

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