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Vom Melonenpflücker zum Immobilienwirtschaftler

Fakultäts-Lotse Immobilienwirtschaft und -management: Julian Henschel studiert dual im Praxisverbund

„Ich wusste nach meiner Schule so gar nicht recht, was ich mal machen wollte, eigentlich sollte es in die Luftfahrt gehen...“ – kein ungewöhnlicher Satz, sondern eher typisch für viele Schulabgänger/innen. Julian Henschel, Immobilienwirtschafts und -management-Student an der HAWK in Holzminden, hat es  trotz seiner Ratlosigkeit verstanden, seine Neugier an der Welt mit aktivem Handeln zu koppeln und das Ganze in produktive Bahnen zu lenken. Ob nun hier oder auf der anderen Seite des Erdballs.

  

Flug nach Sydney gebucht

Schule fertig und dann? Julian Henschel wollte zunächst raus, die Welt entdecken. Dafür konnte es gar nicht weit genug weggehen. „Ich habe einen Mitschüler an meiner Schule gefunden, den ich gar nicht kannte, von dem ich aber wusste, dass er das Gleiche vorhatte“, erzählt Julian. „Und mit dem zusammen habe ich dann einfach einen Flug nach Sydney gebucht, wir sind hingeflogen, haben uns ein Auto gekauft und sind durchs Land gereist.“ Ungebremste Abenteuerlust und Mobilität also, die sich auf den ersten Blick nicht unbedingt mit einem doch eher beschaulichen Studienstandort wie Holzminden und einem Studienfach zu vertragen scheinen, das die Bewirtschaftung von Unbeweglichem zum Gegenstand hat. Aber Julian hat schon während seiner zehnmonatigen Australienreise nicht einfach in den Tag hinein gelebt, sich treiben lassen und von den finanziellen Reserven gelebt, sondern auch gearbeitet. Wie später bei seinem Studium auch.

 

"Kleingeld nötig"

„Man kommt von zu Hause von seinen Eltern und landet in der Welt. Wenn man so etwas wie „Work & Travel“ macht, dann muss man auch zusehen, dass man irgendwie das nötige Kleingeld zusammenbekommt, um weiterzukommen“, sagt der 21-Jährige über seine Reiseerfahrung. Während seiner Reise hat er in einem Hotel die Räume geputzt oder Wassermelonen gepflückt, Sellerie, Blumenkohl, Mangos, Salat. Mit Obst und Gemüse kennt er sich nun aus. Und mit harter Arbeit auch.  „Wenn man in Australien schon einmal bei 40 Grad auf einem Melonenfeld gestanden hat, dann weiß man auch, was das heißt“, meint Julian. Das sei ein Knochenjob, aber als bewusste Erfahrung schon eingeplant gewesen: „Ich wollte sehen, wie es auch anders sein kann.“

 

Zufällig Immobilienbüro

Als er wiederkam, wollte Julian irgendetwas machen, ein Praktikum vielleicht, aber wo? Und was? Als er in Hildesheim durch die Fußgängerzone ging, kam er an einem Immobilienbüro vorbei, sah dort die Immobilienbeschreibungen in den Fensterauslagen und fing an, sich zu interessieren. Was hinter der Bewirtschaftung oder dem Verkauf eines Objektes überhaupt so steckt. Die Neugier war spontan geweckt, mit Glück und ein paar Kontakten wurde auch schnell eine Praktikumsstelle bei einer international renommierten Immobilienfranchisefirma in Hildesheim eingestielt. Zeitgleich bot sich aber auch die Gelegenheit, mit einem entsprechenden Studium anfangen zu können. Allerdings hätte er für die Immatrikulation ein Praktikum vorweisen müssen oder ein Studium im Praxisverbund anfangen müssen.

 

Studium im Praxisverbund

Sein neuer Arbeitgeber bot ihm die Verbundkonstruktion, bei der jeweils in den Semesterferien gearbeitet wird, an und Julian griff zu, weil ihm die Kombination gut gefiel. „Das ist eine nette Sache, wenn man nicht ständig wechseln muss, sondern fester Bestandteil eines Teams ist“, findet er. Die Tätigkeit in dem Verbundbetrieb ist schon mehr eine Maklertätigkeit, aber ob das Julians späteres Arbeitsfeld sein wird, weiß er noch nicht. „Wenn man einen Makler sieht, dann denkt man, das ist die Immobilienwirtschaft. Mit dem Studium ist das Ganze für mich aber  noch erheblich vielseitiger und spannender geworden“,  hat Julian nach mittlerweile vier Semestern erkannt.

 

"Worum es im Studium überhaupt geht"

Sein Studium sieht er als BWL-Studium mit dem Themenschwerpunkt Immobilien. „Es ist ein Irrtum zu glauben, dass das Studium darauf hinausläuft, dass man später mal Makler wird, das denken auch viele meiner Freunde.“ Für Julian Henschel liegt darin auch der Sinn seiner jetzt begonnenen Lotsentätigkeit, darüber aufzuklären nämlich, worum es in dem Studium überhaupt geht: Research, Planung, Marketing, Projektmanagement, Facility Management und Vermarktung – eine ziemlich umfassendes Themenspektrum. „Das wird einem erst richtig bewusst, wenn man hier studiert, ich habe auch vorher nicht gewusst, was mich da erwartet.“ Die Entscheidung aber, wohin es tatsächlich nach dem Studium berufsmäßig gehen soll, sieht Henschel erst nach dem Bachelor gegeben. „Ich habe schon von vielen Kommilitonen gehört, dass man erst mit dem Masterstudiengang so richtig die Richtung bestimmt, in die es später einmal gehen kann.“

 

Bachelorstudiengang Immobilienwirtschaft und -mangement


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Fakultätslotse
Immobilienwirtschaft und -management

Julian Henschel
21 Jahre alt

„Ein Irrtum zu glauben, dass das Studium nur darauf hinausläuft, dass man später mal Makler wird…“

  • Schule: Abitur mit allgemeiner Hochschulreife am Goethe-Gymnasium in Hildesheim
  • Danach zehnmonatiger Australien- und Südostasienaufenthalt
  • Studium im Praxisverbund: Während der gesamten Studienzeit absolviert Henschel in den Semesterferien jeweils Praktika in einem Hildesheimer Immobilienbetrieb
Erscheinungsdatum: 14.05.2014 

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