English Version | Intranet | Schnellzugriff

Mensch, Natur oder Geld? Was zählt? Umweltminister Wenzel besucht feierlichen Auftakt

HAWK Fakultät Ressourcenmanagement feiert 40-jähriges Jubiläum

Nachhaltigkeit und Naturschutz - Begriffe, die nie aus der Mode gekommen sind. Seit 40 Jahren forscht die HAWK Fakultät Ressourcenmanagement in Göttingen rund um dieses Thema. Anlässlich dieses Jubiläums lädt die Fakultät zu der öffentlichen Vortragsreihe „Mensch, Natur oder Geld? Was zählt?“ Beim Auftakt sprechen der Niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel und die Bürgermeisterin von Göttingen Helmi Behbehani über Naturschutz und Nachhaltigkeit in der Politik. Einen Fachvortrag hält Prof. Dr. Jürgen Bauhus, Professor für Waldbau.


Es war einmal, so beginnt man in Göttingen stets, getreu nach den bekanntesten Einwohnern der Stadt, eine Geschichte zu erzählen. „Wie die Brüder Grimm sagen würden: Es waren einmal 15 junge Männer, die wollten Revierförster werden“, beginnt Prof. Dr. Kerstin Schreiber so auch ihren Vortrag. Allerdings beginnt hier kein Märchen, sondern die Chronik der Fakultät Ressourcenmanagement an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen.

 

Beim Auftakt zu der Veranstaltungsreihe mit dem Thema „Mensch, Natur oder Geld? Was zählt?“ anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Fakultät Ressourcenmanagement erzählt Schreiber, die dem Fachbereich als Dekanin vorsteht, wie klein alles begonnen hat. 1974 war das, mit gerade einmal gut einem Dutzend Studenten. Alles Männer, alle mit nur einem Berufsziel, Förster zu werden. An der Fakultät stand damals der Wald im Zentrum der Lehre. Heute hat sich das Spektrum erweitert. Für den Beginn der Veranstaltungsreihe ist man thematisch aber bei seinen Wurzeln geblieben. Den Festvortrag hält Prof. Dr. Jürgen Bauhus, Professor für Waldbau.

 

Zur Festveranstaltung sind die rund hundert Plätze besetzt. Angestellte der HAWK-Fakultät, aber auch der Universität Göttingen sind ebenso gekommen, wie Gäste aus der Politik. Besonders lägen den Planern aber die Bürger am Herzen, weshalb man diesen öffentlichen Auftakt auch in Alten Rathaus stattfinden lasse, sagt Prof. Dr. Hubert Merkel von der HAWK, der durch das Programm führt.

 

„Hier an der Fakultät Ressourcenmanagement ist das Thema Nachhaltigkeit ein Forschungsschwerpunkt“, hebt Prof. Dr. Christiane Dienel, Präsidentin der HAWK hervor, und leitet damit in das übergeordnete Thema des Abends ein. Der Begriff Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Forstwissenschaft und ist daher untrennbar mit dem Wald verbunden. Der Wald ist ein Forschungsraum, besonders für die HAWK Fakultät Ressourcenmanagement, die innerhalb der HAWK besonders forschungsstark sei, erzählt Dienel.

 

Aber der Wald ist auch Wirtschaftsraum, wie im Festvortrag von Prof. Bauhus, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, klar wird. In seiner Rede zum Thema „Intensivierung der Waldwirtschaft UND mehr Naturschutz - geht das?“ plädiert der Wissenschaftler dafür, Waldkonzepte stärker zu durchdenken. Der Wald als Produktionsfläche für Wertstoffe, aber auch als Mittel gegen klimaschädliche Emissionen muss seiner Meinung nach stärker in den Fokus rücken. Dem Umweltschutz müsse die Bemühung um eine gesteigerte Produktivität des Waldes aber nicht widersprechen, findet der Wissenschaftler. „Intensivierung der Waldwirtschaft und mehr Naturschutz –  das geht! Auch ohne Fragezeichen“, ist sein Fazit.

 

Mit seinem Vortrag möchte Bauhus im Besonderen politische Entscheidungsträger für das Thema sensibilisieren. Im Publikum sitzt auch der Niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel, der sich in seiner Rede klar auf Bauhus bezieht. Ein spannender Vortrag, der dabei helfe, politische Entscheidungen zu treffen, sagt Wenzel. Der Weg zu einem nachhaltigem Konzept sei steinig und schwierig, macht der Politiker klar. „Doch nachdem ich gehört habe, was bei Ihnen noch geforscht wird, sehe ich gute Chancen, das Ganze ins Positive zu wenden“, betont der Minister mit Blick auf die HAWK Fakultät Ressourcenmanagement.

 

Auch die Lokalpolitik kommt bei dem Abend ganz im Zeichen von Waldforschung und Nachhaltigkeit zu Wort. Bürgermeisterin Helmi Behbehani erzählt vom Ziel der Stadt Göttingen, bis 2050 klimaneutral zu werden. „Ich denke, in Göttingen stehen schon der Mensch und die Natur im Vordergrund“, sagt die Politikerin. Doch auch über Geld und Wirtschaftsförderung müsse man nachdenken. Auch deshalb sei die HAWK Fakultät für Ressourcenmanagement ein Gewinn für die Stadt.

 

Zum Jubiläum der Fakultät werden im Mai und Juni zahlreiche öffentliche Veranstaltung stattfinden. Bei der Vortragsreihe im Holbornschen Haus, Rote Straße 34 in Göttingen, erläutern Dozent/inn/en aus jedem Studiengang bis zum 24. Juni, immer dienstags um 19 Uhr, die spannenden Fragen aus ihren Fächern.

 

Die Vorträge im Überblick:


27. Mai
Vortrag: Wald – Mehr als die Summe seiner Bäume
Prof. Dr. Hubert Merkel

03. Juni
Vortrag: Erhaltung alter Stadtbäume- Belastungsfaktoren und Handlungsoptionen
Prof. Dr. Rolf Kehr und Prof. Dr. Ulrich Weihs

10. Juni
Vortrag: Was zählt im Standortwettbewerb? Mensch, Natur oder Geld?
Prof. Dr. Jörg Lahner

17. Juni
Vortrag: Energiewende made in Germany – wie planen wir die Zukunft?
Prof. Dr.-Ing. Achim Loewen

24. Juni
Vortrag: Viel Wind um die Windenergie
Prof. Dr. Gabriele Oestreich

Das Jubiläumsprogramm

Erscheinungsdatum: 23.05.2014 

Besuchen Sie uns bei:

HAWKPresse