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Soziale Arbeit
und Gesundheit

Interdisziplinäres Forschungskolloquium der Gesundheitsfachberufe (IFG)

Das Interdisziplinäre Forschungskolloquium der Gesundheitsfachberufe ist ein Zusammenschluss forschender Berufsangehöriger aus den therapeutischen Gesundheitsfachberufen. Die Gruppe wird organisiert und moderiert durch Professorinnen aus den Professionen Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie.

Kolloquiumsteilnehmende 2011

Ziel – Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Ein besonderes Anliegen ist die Förderung und Begleitung von Promovierenden der Gesundheitsfachberufe, die im Rahmen ihrer universitären Anbindungen häufig keine fachspezifische Diskussionsmöglichkeit haben. Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen die Beratung und Begleitung in den verschiedenen Phasen eines Promotionsprojektes (Forschungsfrage, Studiendesign, Datenerhebung und –analyse, Ergebnisdarstellung). Auch der Austausch über die persönlichen Erfahrungen, Strategien und Kontakte rund um die Promotion ist Bestandteil des IFG
Neben Promotionen werden die Vorbereitung, Beantragung und Durchführung von Forschungsvorhaben in den Gesundheitsfachberufen diskutiert und unterstützt.
Schwerpunkt bilden Fragestellungen der Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie und die Auseinandersetzung mit qualitativen und methodenkombinierten Designs bzw. Studien, die innovative Forschungsmethoden entwickeln.

Ziel – Entwicklung von Forschungsperspektiven

Ein weiteres Ziel des IFG ist es, in der Auseinandersetzung mit konkreten Forschungsvorhaben, an einer gemeinsamen und die spezifischen Zugänge der Gesundheitsfachberufe aufgreifenden Forschungsperspektive und –strategie zu arbeiten, die sich zu einer Ergänzung und Erweiterung etablierter Richtungen der Gesundheitsforschung entwickeln kann.

Literatur Kolloquium

Inhaltliche Ausrichtung:

Das IFG unterscheidet derzeit grob zwischen drei, sich ergänzenden Forschungsperspektiven der Gesundheitsfachberufe.
Dies ist zunächst die Klientensicht. Ganz allgemein formuliert stehen dabei Erfahrungen mit dem Bewältigen von Herausforderungen bzw. Transitionen im Lebenslauf im Mittelpunkt. Diese interessieren die Professionen, je nach ihren Gegenstandsverständnissen, in spezifischer Weise. 
Enger therapeutisch gefragt geht es um Erfahrungen der Klientinnen und Klienten mit eigenen Veränderungsprozessen angesichts von Krankheit, Trauma, Behinderung, Heilung und Entwicklung im Rahmen von organisierten Abläufen in Kliniken und Reha-Einrichtungen und in sozialen Umwelten unterschiedlicher Prägung. Mit der Erkundung der Klientenperspektive wird das jeweilige professionelle Problemverständnis entwickelt. Es besteht die Möglichkeit dieses Verständnis anzupassen,  es zu schärfen, die Angemessenheit der eigenen Fragestellungen und Zuständigkeiten zu überprüfen.  Es ist die Arbeit am professionseigenen „Naming, Framing and Solving the Problem“ (Donald Schön), die einen Ertrag sowohl für die konkrete therapeutische Anwendung als auch für das Professionsverständnis erbringen kann.


Professionsforschung, mit einem breiten Spektrum theoretischer Rahmungen, ist eine zweite Perspektive: Thematisiert wird die eigene Profession in ihren Denkweisen, Handlungsvollzügen und Ablaufschemata. Weitere Stichworte sind Professionalisierung, Akademisierung, berufliches Selbstverständnis, Anerkennung, Berufsbiographie, Clinical Reasoning sowie Arbeitsbündnis, Zuständigkeitsregelung, Verantwortung und Arbeitsteilung. Die dritte, an die letzten Stichworte anschließende und auch auf die Klientensicht aufbauende Perspektive ist die Versorgungsforschung. Die Untersuchung von Versorgungsprozessen in den Institutionen des Gesundheitswesens stellt u.a. das Miteinander der verschiedenen Professionen sowie die Abstimmung ihrer Dienstleistungen in Bezug auf die Klientenbedarfe in den Mittelpunkt. Gesundheitsfachberufe kommen derzeit in der etablierten Versorgungsforschung kaum vor. Es ist an der Zeit, dass die Beiträge der Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie zur Gesundheitsversorgung genauer analysiert werden, sowohl in bestehenden Einrichtungen und Therapiepfaden als auch im Rahmen noch zu entwickelnder Konzepte und Programme einer integrierten und an den Herausforderungen der demographischen Entwicklungen orientierten Versorgung. Weitere Stichworte sind Teamentwicklung, Klienten- bzw. Patientenorientierung sowie Effektivität und Effizienz.

 

Arbeitsweise:

Der Erfolg des Forschungskolloquiums baut auf eine kontinuierliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Kolloquiumsteilnehmenden auf. In der ersten Phase seines Bestehens unter dem Namen „Multiprofessionelles Oberseminar“ (2003 - 2009) wurden sieben der in ihrem Rahmen diskutierten Dissertationen abgeschlossen (siehe Dissertationsliste weiter unten).
Das Forschungskolloquium bietet  Raum, um sich auch persönlich in der Lebenssituation einer Forscherin und eines Forschers, einer/eines Promovierenden kennen zu lernen. So beginnt das Forschungskolloquium aus bewährter Tradition mit einem gemeinsamen Abendessen am Vorabend.
An der Mitarbeit Interessierte haben die Möglichkeit, sich nach einer ersten Teilnahme zu entscheiden, ob sie kontinuierlich mitarbeiten möchten.
Mit der Entscheidung für die kontinuierliche Teilnahme wird erwartet, dass eine dem eigenen Arbeitsstand entsprechende Projektskizze an einem der Treffen vorgestellt und diskutiert wird.
Das Kolloquium findet an Terminen jeweils Anfang Juli und Ende Oktober statt (siehe unten). Eine zusätzliche Teilnahmemöglichkeit besteht für Kolloquiumsmitglieder am jeweils im Februar stattfindenden Methodenworkshop, an der Universität Magdeburg.
http://www.zsm.ovgu.de/
Im Rahmen dieses Workshops findet eine von den drei Kolloquiumsmoderatorinnen geleitete Arbeitsgruppe statt.

 

Anmeldung zu den Kolloquiumsterminen:

Anmeldungen zu den Terminen im Juni und Oktober sind bis zu einem Monat vor dem Datum möglich über:
Prof. Dr. Ulrike Marotzki (Ergotherapie):  Ulrike.Marotzki@hawk-hhg.de
Prof. Dr. Hilke Hansen (Logopädie):   H.Hansen@hs-osnabrueck.de
Prof. Dr. Annette Probst (Physiotherapie): probst@hawk-hhg.de

 

Ablauf der Kolloquiumstreffen:

Zur Präsentation von Projekten gibt es zwei Formate: Projektvorstellung (2 Std.), Ideenvorstellung (30 min.).

Donnerstag:
19.00 Uhr Gemeinsames Abendessen
Freitag:
08.30 – 09.00 Uhr Begrüßung, Überblick Tagesablauf
09.00 – 11.00 Uhr Projekt 1
11.00 – 11.30 Uhr Kaffeepause
11.30 – 13.00 Uhr Projekt 2
13.00 – 14.00 Uhr Mittagspause
14.00 – 14.30 Uhr Idee 1
14.30 – 14.45 Uhr Kaffeepause
14.45 – 15.15 Uhr Idee 2
15.15 – 15.30 Uhr Kaffeepause
15.30 – 16.30 Uhr Diskussion und Ausblick

 

Nächste  Kolloquiumstermine

26.10. - 27.10.2017: HAWK Hildesheim
 

 

Methodenworkshop in Magdeburg Februar 2018

Arbeitsgruppe im Rahmen des Methodenworkshops des
Zentrums für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung
Otto von Guericke Universität, Magdeburg
Nächster Termin: 16.-17.02.2018

http://www.zsm.ovgu.de/

 

Kostenbeitrag:

Für Pausenverpflegung und Materialien wird pro Treffen ein Kostenbeitrag von 10 € pro Person erhoben.

 

Übernachtungsmöglichkeiten:

Hildesheim: 
Timphus, http://www.timphus-conditorei-hotel.de/

Osnabrück:
intourhotel, http://www.intourhotel.de/

 

Abgeschlossene Dissertationen: