English Version | Intranet | Schnellzugriff
Soziale Arbeit
und Gesundheit

Das Gleichstellungsteam der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit stellt sich vor

Fachtag Gender und Gesundheit - G²

Die Auftaktveranstaltung zu Gender und Gesundheit (G²) war ein voller Erfolg

Rund 45 Besucherinnen und Besucher aus unterschiedlichen Fakultäten der Hochschule und aus der Praxis des Sozial- und Gesundheitswesens haben sich beim Fachag Gender und Gesundheit über Geschlechterkonstruktionen sowie Gesundheits- und Krankheitsverhalten informiert. Prof. Dr. Sabine Mertel von der HAWK-Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit hat die Veranstaltung organisiert. Mertel übernimmt für die Fakultät im Speziellen die Rolle der Gleichstellungsbeauftragten.

Auftakt durch Dr. Gesa C. Teichert

Die zentrale Gleichstellungsbeauftragte der HAWK, Frau Dr. Gesa C. Teichert, führte mit einem erfrischenden Beitrag ins Thema ein, indem sie zunächst die Entwicklung gesundheitswissenschaftlicher Forschung skizzierte. Von der Biologie des Mannes als unhinterfragter Norm bis zur Dekonstruktionsdebatte und der Kritik an binärer Heteronormativität erläuterte sie anhand zahlreicher Beispiele, wie gesellschaftliche Genderkonstrukte, individuelles Verhalten, Selbstkonzept, Fremdbeurteilung und Gesundheitszustand zusammenhängen. Vor allem die Medikalisierung des Seins mit vorherrschender Normierung, Pathologisierung und Regulierung müsse kritisch evaluiert werden, so Teichert. Das gelte vor allem, um einer automatisierten Produktion und Reproduktion von vergeschlechtlichten Annahmen über Gesundheit und Krankheit entschieden entgegenzutreten.

Klaus-Michael Gatzemeier über Depressionen und Angst

Im zweiten Teil der Tagung widmete sich Klaus-Michael Gatzemeier vom Sozialpsychiatrischen Dienst Hildesheim aus psychologischer Sicht den Krankheitsbildern Depression und Angst, die mittlerweile als Volkskrankheiten gelten können. In Deutschland leiden 33,3 Prozent der Bevölkerung jedes Jahr unter mindestens einer psychischen Störung. Angststörungen, Alkoholmissbrauch und unipolare Depressionen treten am häufigsten auf. Diese Störungen zählen zu den lebensbedrohlichen und schwersten Erkrankungen, die mit großen Belastungen für die Betroffenen und Angehörigen einhergehen. Trotzdem liegt die Behandlungsrate bei nur 42,9 Prozent, laut Wittchen HU et al. (2011). Somit seien Präventionsprojekte von hoher Bedeutung, konstatierte Gatzemeier. Besonders in Beratung und Therapie fällt auf, dass individuelle Behandlungsformen für unterschiedliche Konstruktionen von Geschlecht überwiegend ausstehen. Das betrifft die psychotherapeutische und vor allem auch die pharmakologische Indikation.

Resümee der Initiatorin Prof. Dr. Sabine Mertel

Neben den informativen Vorträgen und Hinweisen auf diverse Forschungslücken entstand eine lebhafte und engagierte Diskussion im Plenum. Professorin Dr. Mertel betont, dass die Teilnehmenden bei Kaffee und Imbiss die Gespräche intensivieren und Kontakte knüpfen konnten. Die gute Resonanz zeige, dass es eine gute Entscheidung sei, das Thema Gender & Gesundheit (G²) mit einem anderen Schwerpunkt im Wintersemester 2016/17 (7-1-7 Woche) fortzusetzen.

Kontakt

Prof. Dr. Sabine Mertel
Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit
Hohnsen 1  (Raum 205b)
31134 Hildesheim
Tel.:  +49/5121/881-451    E-Mail
Fax:  +49/5121/881-402 (Sekretariat)

Anna Schreiner
Gleichstellungsbüro
Goschentor 1  (Raum 310)
31134 Hildesheim
Tel.:  +49/5121/881-187   E-Mail
Fax:  +49/5121/881-200-187

Erscheinungsdatum: 14.06.2016