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Soziale Arbeit
und Gesundheit

Das Gleichstellungsteam der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit stellt sich vor

Gender und Gesundheit – "mehr politischer Drive"

Studiengangsübergreifender Fachtag behandelt das Thema Prävention

Chronische und lebensstilbedingte Erkrankungen, ein erhöhter Krankenstand und viele weitere gesundheitliche Probleme sind auf dem Vormarsch. Als Reaktion darauf tritt der Begriff „Prävention“, also die Vorsorge, immer stärker in den Fokus – nicht zuletzt durch das Präventionsgesetz steigt die öffentliche Aufmerksamkeit. Im Rahmen eines Fachtags hat die HAWK-Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit das Thema vertieft. Als weiterer Baustein der Reihe Gender und Gesundheit (G²), konnten sich Besucherinnen und Besucher studiengangsübergreifend dazu informieren.

Sowohl für die individuelle Gesundheitsfürsorge als auch für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nimmt das Thema eine relevante Position ein, nicht zuletzt aufgrund von hohen Fehlraten durch Krankheit und Arbeitsunfähigkeit. Auch Gender-Mainstreaming, also die Gleichstellung der Geschlechter und Identitäten, ist in diesem Zusammenhang auf dem Vormarsch.

Aus diesem weiten Handlungsfeld berichtete Stephanie Schluck von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. (LVG).  Sie erläuterte die verschiedenen Aufgabengebiete der LVG, die sich neben der Netzwerkarbeit auch der Weiter- und Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren widmet. Expertinnen und Experten diskutieren Prävention und Gesundheitsförderung als Konzepte  regelmäßig kontrovers. Es stellt sich die Frage, auf welchen Wegen sich das gleiche Ziel, ein gesunder Mensch, am besten über die beiden verschiedenen Ansätze erreichen lässt? Zugleich lieferte Schluck auch Fakten und Zahlen zu geschlechtsspezifischen Fragestellungen. So erläuterte sie unter anderem anhand von Daten  zu riskantem Alkoholkonsum, dass Frauen mit einem hohen sozioökonomischen Status häufiger in riskantem Maß Alkohol trinken als Frauen aus mittleren oder niedrigen Statusgruppen.

Bei Männern zeigen sich keine entsprechenden Unterschiede. Insgesamt zeigt sich aber sowohl bei Frauen, als auch bei Männern ein starker Rückgang des riskanten Konsums. Frauen nähern sich bei den Mengen des konsumierten Alkohols allerdings den Männern an. „Prioritär sollten die vorherrschenden Geschlechterstereotypen, die häufig ein bestimmtes gesundheitsrelevantes Verhalten propagieren, aufgebrochen werden“, so Stephanie Schluck. Es sei dafür unerlässlich, die Politik sowie die Akteurinnen und Akteure im Gesundheitswesen für Gender-Mainstreaming und Diversity zu sensibilisieren. Ebenso wichtig sei es, dass Adressatinnen und Adressaten von Maßnahmen partizipieren.

Nicht zuletzt gab es auch ein wenig Kritik, zum Beispiel an der wenig spezifischen Ausrichtung der Landesrahmenvereinbarungen zur Prävention. Die LVG begleitet diese im Rahmen von Lobbyarbeit mit ihrer Fachexpertise auf politischer Ebene. Auch diverse Plakataktionen, so zeigte Schluck auf, stünden auf dem Prüfstand. „Erfolgreiche Maßnahmen berücksichtigen sowohl die Lebensbedingungen und -welten, in denen Menschen arbeiten, leben, lieben und lernen, als auch ihre Lebensweisen und ihr Verhalten“, so Schluck zu den Maßnahmen. „Um diesen Anspruch zu realisieren, ist eine langfristige Förderung über einen Projektstatus hinaus unumgänglich.“

Prof. Dr. Sabine Mertel, Gleichstellungsbeauftragte der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit, zeigte sich sehr zufrieden über den Fachtag und auch die Präsentation. Im Anschluss erarbeitete sie mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern weitere Themen, die vertiefend auf Folgeveranstaltungen diskutiert werden sollen: „Was mir wichtig ist, wenn wir von Gender und Gesundheit sprechen, ist dass wir nicht nur Männer und Frauengesundheit gegenüberstellen, sondern dass wir zunehmend  auch auf die Aspekte von Transgender, Bisexualität und homosexueller Orientierungen eingehen“, so Mertel zu dem Inhalt des Fachtags. Sie habe ebenfalls dazugelernt:  „Ich habe erfahren, dass es  jetzt erst richtig losgeht – und was mich besonders gefreut hat: Es ist schon in unseren Köpfen und bekommt jetzt aber auch mehr und mehr einen politischen Drive.“

Die Reihe Reihe Gender und Gesundheit (G²) findet in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der HAWK statt.

Dr. Gesa Teichert, Gleichstellungsbeauftragte
Prof. Dr. Sabine Mertel

Erscheinungsdatum: 09.12.2016 

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