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Forschungsschwerpunkt betriebliche Gesundheitsförderung & Prävention

Arbeits- und Gesundheitsschutz für pädagogische Fachkräfte in niedersächsischen Kindertageseinrichtungen (0-3 Jahre) - Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines präventiven Konzeptes (AGnEEs)

Prof. Dr. Ruth Jäger-Jürgens (Projektleiterin); Prof. Dr. Ulla Beushausen (wissenschaftliche Projektbegleiterin); Maria Barthel M.Sc SLT (wiss. Mitarbeiterin); Esther Scholz-Minkwitz M.Sc. OT (wiss. Mitarbeiterin)

Laufzeit 01.11.2016 bis 31.10.2019

Finanzierung: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Land Niedersachsen

Kooperationspartner: 9 niedersächsische Kindertageseinrichtungen (0-3 Jahre) unterschiedlicher Trägerschaft


Angesichts des seit August 2013 bestehenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder vom vollendeten ersten bis zum vollendeten dritten Lebensjahr und dem daraus entstandenen gesellschaftspolitischen Fokus auf und der steigenden Nachfrage nach qualifizierten, pädagogischen Fachkräften für Krippen, verfolgt das Projekt sowohl erkenntnis- als auch anwendungsorientierte Ziele. Zunächst sollen Erkenntnisse über arbeitsbedingte und personenbezogene gesundheitshemmende und -förderliche Faktoren generiert werden, denen pädagogische Fachkräfte in niedersächsischen Krippen unterschiedlicher Träger ausgesetzt sind. Davon ausgehend wird mit den pädagogischen Fachkräften unter Berücksichtigung des pädagogischen Konzepts ein innovatives, arbeitsplatzangepasstes und zielgruppenorientiertes Konzept zum präventiven, betrieblichen Gesundheitsmanagement entwickelt, in den teilnehmenden Einrichtungen implementiert und evaluiert.
Es wird erwartet, dass sich durch die neuen Formen der Arbeits- und Ablauforganisation (= Organisationsinnovation) einrichtungsinterne Arbeitsprozesse (= Prozessinnovation) verändern. Ebenso wird erwartet, dass sich durch veränderte situationsangepasste und verhaltensbezogene Arbeitspraktiken der pädagogischen Fachkräfte (= Sozialinnovation) deren Gesundheit und Arbeitsqualität verbessert.

Um betriebswirtschaftliche Strategien wirksam zu verfolgen, müssen mitarbeiterorientierte Arbeitsabläufe und -strukturen umgesetzt werden. Jedoch werden die pädagogischen Fachkräfte meist nicht als wesentliche Größe zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit angesehen (Sächsisches Staatsministerium, 2008). Die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit der pädagogischen Fachkräfte liegt beim Einrichtungsträger und ist durch vielfältige Arbeitsschutzgesetze geregelt. Das Forschungsprojekt will ein präventives Interventionskonzept entwickeln, das den Arbeits- und Gesundheitsschutz der pädagogischen Fachkräfte unterstützt. Durch die anwendbare und übertragbare Umsetzung dieses präventiven, interdisziplinär entwickelten Konzeptes sollen die Arbeits- und Organisationsgestaltung optimiert und die gesundheits- und präventionsbezogene Förderung des Personals erreicht werden. Die partizipative Konzeptentwicklung ermöglicht den pädagogischen Fachkräften, die für sie arbeitsplatz- und personenrelevanten Maßnahmen als integrierten Bestandteil ihrer pädagogischen Arbeit und ihrer Care-Arbeit zu realisieren und damit nachhaltig zu implementieren. Der Erhalt der Handlungs-, Beschäftigungs- und Leistungsfähigkeit der Care-Arbeit und der pädagogischen Arbeit sowie eine erhöhte Erwerbsbeteiligung werden erwartet. Somit kann der gesellschaftlichen Herausforderungen, der hohen Nachfrage nach qualifizierten und arbeitsfähigen Fachkräften, nachgekommen werden.
Es wird eine Handreichung erstellt, in der die Entwicklung gesundheitsförderlicher Konzepte in Krippen dargestellt und mit Best Practice Beispielen veranschaulicht wird.
Mit der Erhebung und dem Erkenntnisgewinn von arbeitsbedingten und personenbezogenen gesundheitshemmenden und -förderlichen Einflussfaktoren der pädagogischen Fachkräfte in Krippen sowie der Entwicklung, Implementierung und Evaluation des betrieblichen Gesundheitsmanagementkonzeptes wird außerdem beabsichtigt, vor dem Hintergrund des lebenslangen Lernen - z. B. Transfer der Forschungsergebnisse in die pädagogische Arbeit - generalisierbare Erkenntnisse zum betrieblichen Gesundheitsmanagement in Krippen als „gesunde Organisation“ zu generieren.

Dabei sollen unterschiedliche Zielhierarchien beachtet werden:
1. Ebene: pädagogische Fachkräfte
2. Ebene: Einrichtungsleitung
3. Ebene: Einrichtungsträger.

Das innovative Konzept soll auch in die Forschungsbereiche der Pädagogik, der Gesundheitsfachberufe, des Arbeits- und Gesundheitsschutzes und der betrieblichen Prävention einfließen. Dadurch soll sich das neue Handlungsfeld „betriebliche Prävention / betriebliches Gesundheitsmanagement in Krippen“ insbesondere für die Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie und Soziale Arbeit / Kindheitspädagogik öffnen.

Weitere Infos unter: blogs.hawk-hhg.de/agnees

 

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