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Aktuelles aus der Hochschule

BlueFlash Neustart

Neues E-Rennfahrzeug für Formula Student / E_HAWK18 rollt Mitte Mai

„Wir sind jetzt in der heißen Phase der Fertigung, das werden wieder lange Nächte“, prophezeit Lukas Papenfuß, HAWK-Student an der Fakultät Ressourcenmanagement in Göttingen. Seit fast einem halben Jahr arbeiten die  Studierenden im Team BlueFlash an ihrem Projekt: dem E_HAWK18. Der Elektrorenner ist nun fast fertig und liegt schon vor – zumindest auf dem Papier und in vielen Einzelteilen. Sein Zusammenbau erfolgt nach Zeitplan im März und April. Denn Mitte Mai soll bereits das fertige Formula-Student-Fahrzeug beim Rollout öffentlich im PS.SPEICHER in Einbeck präsentiert werden.

Die Formula Student ist der internationale Konstruktionswettbewerb für Studierende, an dem auch die HAWK seit drei Jahren teilnimmt. Von Anfang an setzte das Team BlueFlash auf die Kategorie Elektrofahrzeug. Ziel des Wettbewerbs ist es, als Team einen Rennwagen zu konzipieren und am Ende für diverse internationale Wettkämpfe auch zu realisieren. Die Studierenden lernen, wie in einem richtigen Unternehmen miteinander zu arbeiten: das heißt, in Teamarbeit sowohl die Planung, Kalkulation, Finanzierung und die Montage umzusetzen als auch die Praxistests auf dem Asphalt zu bestehen.

Das HAWK-Team BlueFlash hat sich seit Ende der letzten Saison in großen Teilen erneuert, rund 40 Studierende sind dabei. Die technische Leitung und das Projektmanagement übernimmt nun Moritz Pieper, Student mit Schwerpunkt Präzisionsmaschinenbau. Lukas Papenfuß zeichnet für das Sponsoring und  Marketing verantwortlich.

Das neue Fahrzeug baut zwar auf dem bestehenden Renner vom letzten Jahr auf, in jeder Saison muss aber wieder ein neues Konstrukt entstehen, erklärt Pieper: „Wir arbeiten jetzt mit einer höheren Betriebsspannung und können so den elektrischen Antrieb effizienter nutzen.“ Zudem stecke das Team viel Arbeit in die aerodynamische Optimierung des Fahrzeugs, um schneller durch die Kurven zu kommen. Auch bei der Sicherheit würden keine Abstriche gemacht. Viel Zeit investierte BlueFlash in die Konzeption eines neuen Bordcomputers. Dieser wurde bisher immer von einer externen Firma gesponsert, diesmal nahmen die Studierenden die Hardwareoptimierung der Elektronik selber vor. „Wir sparen damit rund zwei Kilo an Gewicht ein“, sagt Pieper.

Der Zeitplan bis August steht: Neben der eigentlichen Produktion fahren BlueFlash-Vertreter auch auf externe Events: Im April soll es einen Vorgeschmack des neuen Gefährts zur Eröffnung der Sonderausstellung „Unter Strom – 130 Jahre Elektromobilität auf Rädern“ im PS.SPEICHER in Einbeck geben.

Viel Arbeit und Zeit stecken die Studierenden in dieses Projekt, viel mehr, als die offiziellen sogenannten Credits fürs Studium dabei vielleicht aufwiegen können. Dennoch seien sie voller Motivation dabei, denn die praktischen Lernerfahrungen machten die verpasste Theorie mehr als wett:

„Für mich ist es ein Hobby und zur Leidenschaft geworden“, sagt Pieper, der bereits seit zwei Semestern im Team mit von der Partie ist und nun in Vollzeit als Projektleiter arbeitet. Trotzdem habe er einige Klausuren im Februar mitgeschrieben, auch wenn die Aufgabe ihn nun ganz fordere. Der Spaß im Team, in dem viele Disziplinen vertreten seien, reize ihn, sagt er:  „Man lernt nicht nur fachlich als Maschinenbaustudent enorm viel. Durch den Eigenbau der Platine habe ich auch Einblicke in die Elektrotechnik bekommen.“ Zudem seien die kalkulatorischen Übungen hilfreich, die wirtschaftlichen Aspekte einer solchen Produktentwicklung besser einschätzen zu können.  „Ich habe das Team seit dem ersten Semester kennenlernen können, man lernt sich nach einem Jahr Arbeit auch schätzen und kann sich gegenseitig gut unterstützen. Es motiviert mich, das Projekt wachsen zu sehen“, sagt er.  

Die gegenwärtige Phase erfordere viel Kommunikation mit den Zulieferfirmen, die etliche der Bauteile sponsern: „Wir sind gerade dabei, hunderte von Bauteilen herbeizuschaffen und sind mitten in der Fertigungsphase, sie also aus der Computersimulation heraus und auf den Tisch zu bekommen“, so Pieper. Auf rund 100.000 Euro schätzen Pieper und Papenfuß den Gesamtwert des Fahrzeuges.

Ein Wettbewerbsziel habe BlueFlash klar vor Augen: Unter die Top Ten bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft am Hockenheimring zu fahren. „Die Perspektiven sind ganz gut. Wir haben schon letztes Jahr eine sehr gute Platzierung in Italien erreicht. Wenn wir es schaffen, an diese Erfolge anzuknüpfen, sind wir sehr zuversichtlich.“ 

BlueFlash

Erscheinungsdatum: 23.03.2018 

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