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Bauen und Erhalten

Projekte der Studienrichtung
Schriftgut, Buch und Graphik

Restaurieren nach dem Brand

Die Rettung der Bücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Zehn Jahre nach dem verheerenden Brand am 2. September 2004 zieht die Herzogin Anna Amalia Bibliothek (HAAB) mit Unterstützung der Studienrichtung Konservierung und Restaurierung von Schriftgut, Buch und Graphik der Fakultät Bauen und Erhalten eine umfassende Bilanz über Art und Umfang der Schäden sowie die Erhaltung von 118.000 brand- und löschwassergeschädigten Drucken und Notenhandschriften der Welterbestätte.

In enger Zusammenarbeit zwischen Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar und HAWK entstand die gemeinsame Publikation und Ausstellung:

Restaurieren nach dem Brand
Die Rettung der Bücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Die Ausstellung, welche am 29.08.2014 eröffnet und ein Jahr in Weimar zu sehen sein wird, gewährt einen Einblick in die Entwicklungsarbeit, Planung und Ablauf der Bewältigung der Brandschäden seit 2004 und in die technischen Möglichkeiten der Erhaltung der Bücher aus dem 15. bis 20. Jahrhundert. Sie erklärt die Zusammenhänge zwischen den Restaurierungsentscheidungen und der Projektorganisation der Forschungsbibliothek, dem restaurierungswissenschaftlichen Umfeld und den marktökonomischen Bedingungen. Restaurierungsfachlich steht dabei das in Weimar praktizierte Konzept der Mengenbehandlung bei der Einband- und Papierrestaurierung im Vordergrund, dessen Bedeutung für die Lehre untersucht wird.

Ausstellung und Begleitbuch sind in Kooperation zwischen der Bibliothek und der Hochschule entstanden. Studierende und Lehrende unter Leitung von Prof. Ulrike Hähner waren in die Konzeption einbezogen. Das Begleitbuch zur Ausstellung wird von beiden Institutionen herausgegeben und erscheint im Imhof-Verlag.

Katalog und Begleitbuch
Restaurieren nach dem Brand.
Die Rettung der Bücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Hrsg. von Jürgen Weber und Ulrike Hähner im Auftrag der Klassik Stiftung Weimar / Herzogin Anna Amalia Bibliothek und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim
Redaktion: Christina Blaschke-Walther, Ulrike Hähner, Claudia Kleinbub und Jürgen Weber
Michael Imhof Verlag, Petersberg 2014, 192 S., ca. 160 Abb.,
ISBN 978–3–7319–0063–4, Preis 19,90 €

Die Abbildungen geben einen Einblick in das Begleitbauch, in welchem u.a. die Restaurierungsschritte für alle brand- und löschwassergeschädigten Einbandarten – Ledereinbände, Pergamenteinbände, Papiereinbände und Gewebeeinbände – und Buchseiten aus Papier ausführlich beschrieben und abgebildet werden. Die Abb. 1 zeigt exemplarisch Bücher mit historischen Ledereinbänden, die starke Brand- und Löschwasserschäden besitzen. Sie lassen sich wegen der starken Materialveränderungen nicht mehr aufschlagen. Abb. 3 zeigt Ledereinbände nach der Mengenrestaurierung und Abb. 4 einen Arbeitsschritt der Restaurierung eines Lederbandes. In Abb. 5 sind die an den Rändern verkohlten Seiten eines Aschebuchs zu sehen, die mechanisch voneinander gelöst werden müssen und Abb. 6. zeigt einzelne Seiten während der Restaurierung.