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Gestaltung

Die Zukunft der Tageszeitung

Gelesen wird weiterhin, aber die Medien ändern sich

Lesen junge Menschen noch regelmäßig die Zeitung oder schauen sie Tagesschau und heute-Nachrichten? Oder lauschen sie eher dem Chor aus Facebook-Botschaften und Twitter-Schlagwörtern? Eine Diskussion darüber ist seit langem entbrannt und vor allem zu komplex, um sich mit maximal 140 Zeichen in einen Twitter-Beitrag zwängen zu lassen.

Aus diesem Grunde beschäftigten sich Interaction Design Studierende aus dem Kompetenzfeld Digitale Medien der HAWK-Fakultät Gestaltung mit der Zukunft der Tageszeitung. Ganz im Sinne eines praxisnahen Studiums taten sie dies mit Unterstützung der Alfelder Zeitung, für die sie Vorschläge entwickelten, wie eine regionale Tageszeitung auch weiterhin ein Dreh-und Angelpunkt des familiären und gesellschaftlichen Miteinanders sein kann.
 




Prof. Stefan Wölwer, der das Projekt in seinem Seminar Creative Technologies betreute, argumentiert: „Es ist nicht Aufgabe einer Redaktion, Papier zu bedrucken, sondern Nachrichten zu recherchieren, zu moderieren und dem Leser Orientierung zu geben. Und dies an jenen realen und virtuellen Orten, an denen sich die Leserschaft befindet.“

Sabrina Pottgiesser, Anna Zschiedrich und René Bergenroth erforschten zunächst die Geschichte der Zeitung und deren Entwicklung. Dabei fanden sie heraus, dass digitale Medien nicht das Problem der klassischen Blätter sind sondern für diese eine hervorragende Option zur Weiterentwicklung darstellen. Es gilt, die enormen Potentiale zur Interaktion zwischen Redaktion, Lesern – die zu Teilnehmern werden – und Kommunikationstechnologie zu nutzen.

Als Ergebnis schlagen die Studierenden der Alfelder Zeitung eine Familien-App vor. Mit deren Hilfe teilen Eltern und Kinder für sie relevante Nachrichten und informieren sich anhand der Nachrichten der lokalen Tageszeitung über aktuelle Neuigkeiten und können zusätzlich Bilder, Posts etc. aus ihrem persönlichen Umfeld einstellen und so den übrigen Familienmitgliedern zugänglich machen.

Die Geschäftsführerin der Alfelder Zeitung Carolin Dobler zeigte sich beeindruckt: „Für uns als Printmenschen war es sehr spannend, von echten ‘Digital Natives‘ einen Spiegel vorgehalten zu bekommen. Die Studierenden sind im Rahmen des Projekts offen und kreativ an die Fragestellung herangegangen und haben eine sehr interessante Variante entwickelt, wie die Stärken einer Tageszeitung mit dem Kommunikationsbedürfnis der heutigen Zeit verbunden werden können.“

Zeitung 2.0