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Soziale Arbeit
und Gesundheit

Alumni-Berichte

Maike Nolting, ambulante Wohnbetreuerin

"Ich rate allen Studierenden im Studium die Praktika zu nutzen, um möglichst viele Bereiche der Sozialen Arbeit kennenzulernen."

  • Maike Nolting war Referentin beim ersten "Treffen mit der EX" im Oktober 2016. Ihren Vortrag hatte die ambulante Wohnbetreuerin unter das Motto gestellt, "Wohnst du noch oder lebst du auch?"

Was sind hauptsächliche Tätigkeiten in Ihrem Tagesablauf?

Ich bin unterstützend tätig. Ich betreue Menschen mit einer geistigen, psychischen und/oder körperlichen Beeinträchtigung. Während meiner Arbeitszeit bin ich viel unterwegs. Meistens mache ich Hausbesuche und unterstütze die LeistungsempfängerInnen in unterschiedlichen Lebensbereichen. Dazu können Ämtergänge gehören, Paargespräche, Arzttermine begleiten, gemeinsam persönliche Wochenpläne erarbeiten, Eingliederung in die Werkstatt, der Umgang mit Lebensmitteln und vieles mehr. Das Aufgabengebiet ist sehr breit gefächert. Die Menschen die ich betreue sollen dazu befähigt werden ein möglichst selbstständiges Leben in ihrer eigenen Wohnung führen zu können.
Ein bürokratischer Anteil ist natürlich auch dabei. Der grobe Inhalt der täglichen Termine wird dokumentiert und ein Sozialbericht muss vor Ablauf des Kostenanerkenntnisses angefertigt werden. Des Weiteren pflege ich Telefonkontakte zu gesetzlichen Betreuern, Eltern oder anderen dritten Personen.
 

Welche Kompetenzen für Ihre Berufstätigkeit hat Ihnen Ihr Studium an der HAWK vermittelt?

Erfahrungen in meinem Arbeitsbereich habe ich ja schon über mehrere Jahre gesammelt. Während des Studiums an der HAWK habe ich einen riesigen Methodenkoffer füllen können. Zuvor besaß ich nur vereinzelte Werkzeuge, jetzt ist es ein ganzer Koffer. Dies ist in vielen Situationen sehr wichtig, um tiefergehende Problematiken bearbeiten zu können.
 

Was war für Sie die größte Herausforderung beim Berufseinstieg?

Auf Grund meines recht jungen Alters (zu Beginn 23) habe ich mir zu Beginn sehr viele Gedanken gemacht, denn viele KlientInnen sind mehr als doppelt so alt. Viele Fragen schwirrten in meinem Kopf herum…

- Ist mein Auftreten selbstbewusst genug?

- Nehmen sie meine Unterstützung an?

- Nehmen sie mich ernst?

- Oder kommen Aussagen wie: „Du hast doch eh keine Ahnung, du bist doch noch viel zu jung!“

- Wir die Unterstützung gerne angenommen oder als „Pflichttermin“ angesehen?

Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich in der Hinsicht keinerlei schlechte Erfahrungen gesammelt habe. Es wurde im Gegenteil als „erfrischend“ angesehen, jemanden neues, frisch von der Hochschule als Betreuerin zu haben. So konnten alte Strukturen durchbrochen werden und mit neuen Ideen und Möglichkeiten gearbeitet werden.


Ihr Rat an heutige Studierende:

Ich rate allen Studierenden im Studium die Praktika zu nutzen, um möglichst viele Bereiche der Sozialen Arbeit kennenzulernen. Natürlich auch die verschiedene Veranstaltungen nach Interessen zu wählen (so gut wie möglich) und nicht nur nach „angenehmen Zeiten“, denn es ist EURE Bildung!!!

Leider war dies mir nicht immer möglich, da ich immer relativ viel gearbeitet habe und auch nach Hildesheim gependelt bin.